Oaxacas archäologische Stätten geben Einblicke in die Geschichte der Zapoteken, Mixteken und weiterer früher Gesellschaften. Eine der bekanntesten archäologischen Stätten ist die antike Stadt Monte Albán, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Monte Albán wurde von den Zapoteken im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war für Jahrhunderte das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region. Weitere wichtige archäologische Stätten sind Mitla und Yagul.
Die Übersicht stellt die öffentlich zugänglichen archäologischen Stätten im Bundesstaat Oaxaca vor, mit einer kurzen Beschreibung der Stätte sowie praktischen Informationen zu Lage, Anfahrt, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen.
Archäologische Stätten in Oaxaca
Über das Auswahlmenü lassen sich die einzelnen archäologischen Stätten direkt aufrufen.
Bedeutende archäologische Stätten
Monte Albán, Mitla und Yagul veranschaulichen die Entwicklung der zapotekischen Herrschaftszentren, von der dominierenden Macht Monte Albáns bis zu den eigenständigen Städten, die nach dessen Niedergang an Bedeutung gewannen. Ihre erhaltenen Anlagen unterscheiden sich deutlich mit den monumentalen Plätzen Monte Albáns über die Steinmosaike Mitlas bis zum festungsartigen Charakter Yaguls.
Archäologische Stätte Monte Albán
Monte Albán liegt auf einem Höhenzug westlich von Oaxaca-Stadt und war über viele Jahrhunderte die Hauptstadt der Zapoteken. Die Stadt wurde um 500 v. Chr. gegründet und beherrschte große Teile der umliegenden Täler, bevor sie im 9. Jahrhundert n. Chr. an Bedeutung verlor.
Das Zentrum bildet die Große Plaza auf einem künstlich eingeebneten Bergplateau. Um mehrere Plätze gruppieren sich Pyramidenbauten, breite Treppenanlagen und Überreste von Palästen und Tempeln. Besonders bekannt sind die als „Danzantes“ bezeichneten Steinreliefs, der Ballspielplatz und ein pfeilförmiger Bau, der als astronomisches Beobachtungsgebäude gedeutet wird.
Archäologische Stätte „Monte Albán“
Monte Albán liegt südwestlich der Stadt Oaxaca, in der Gemeinde San Pedro Ixtlahuaca. Es war die Hauptstadt und das wichtigste zeremonielle Zentrum der Zapoteken. Der […weiterlesen]
Archäologische Stätte Mitla
Mitla liegt im heutigen Ort San Pablo Villa de Mitla im Tal von Tlacolula, südöstlich von Oaxaca-Stadt. Die zapotekische Stadt gewann nach dem Niedergang Monte Albáns an Bedeutung und erlebte ihre Blütezeit während der späten Postklassik, etwa zwischen 1200 und 1521 n. Chr.
Besonders bekannt sind die geometrischen Steinmosaike, die Fassaden und Innenwände der Palastanlagen schmücken. Zu den wichtigsten Überresten gehören der Säulensaal, Innenhöfe sowie Reste von Wandmalereien.
Archäologische Stätte „Mitla“
Mitla gehört zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Oaxacas. Die zapotekische Stadt erlebte ihre Blütezeit nach dem Niedergang Monte Albáns und war bei der Ankunft der […weiterlesen]
Archäologische Stätte Yagul
Yagul liegt östlich von Tlacolula de Matamoros im Tal von Tlacolula. Die zapotekische Stadt gewann nach dem Niedergang Monte Albáns um 850 n. Chr. an Bedeutung und blieb bis zur spanischen Eroberung bewohnt.
Zu den wichtigsten Überresten gehören der Palast der sechs Höfe, ein großer Ballspielplatz und Gebäudekomplexe mit Resten roter Wandverkleidungen. Oberhalb des Stadtzentrums liegt eine befestigte Anhöhe, deren Mauern und natürliche Felsformationen dem Schutz der Siedlung dienten.
Archäologische Stätte „Yagul“
Yagul war eine zapotekische Stadt im Tal von Tlacolula, die nach dem Niedergang Monte Albáns um 850 n. Chr. an Bedeutung gewann. Die archäologische Stätte […weiterlesen]
Weitere archäologische Stätten
Auch abseits der großen Zentren sind bedeutende Zeugnisse der vorspanischen Geschichte erhalten. Die folgenden Stätten reichen von frühen mixtekischen Städten im Hochland bis zu befestigten zapotekischen Siedlungen am Isthmus und zeremoniellen Anlagen an der Pazifikküste. Herrschergräber, Steinreliefs und Palastreste geben Einblicke in die regionalen Bauformen und das Leben ihrer Bewohner.
Archäologische Stätte Atzompa
Atzompa liegt auf dem Cerro El Bonete im Municipio Santa María Atzompa, nordwestlich von Oaxaca-Stadt. Die zapotekische Siedlung gehörte zum Stadtgebiet von Monte Albán und hatte ihre bedeutendste Nutzungsphase während der späten Klassik, etwa zwischen 650 und 850 n. Chr.
Zu den wichtigsten Bauwerken gehören die Palastanlagen Casa de Oriente und Casa de los Altares sowie drei Ballspielplätze. Ein bei der Casa de los Altares entdeckter Brennofen zeugt außerdem von der örtlichen Keramikherstellung.
Archäologische Stätte „Atzompa“
Die archäologische Zone von Atzompa liegt etwa 8 km westlich von Oaxaca-Stadt, auf dem Gipfel des Cerro El Bonete und etwa 4 km von der […weiterlesen]
Archäologische Stätte Copalita (Bocana del Río Copalita)
Copalita liegt im Municipio Santa María Huatulco an der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Pazifik. Die ältesten Siedlungsspuren reichen bis etwa 400 v. Chr. zurück. Der Ort umfasste ein zeremonielles Zentrum sowie Wohnbereiche auf den küstennahen Hügeln.
Zu den bedeutendsten Bauwerken gehören der Templo Mayor (Haupttempel), der Templo de la Serpiente (Schlangentempel) und der Ballspielplatz. Daneben sind Überreste von Wohnhäusern und Terrassen erhalten.
Archäologische Stätte „Copalita“ (Bocana del Río Copalita)
Die archäologische Stätte Bocana del Río Copalita liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Pazifik, nahe den Bahías de Huatulco. Erhalten sind Tempelplattformen, […weiterlesen]
Archäologische Stätte Dainzú
Dainzú liegt im Municipio San Jerónimo Tlacochahuaya im Tal von Tlacolula, südöstlich von Oaxaca-Stadt. Die zapotekische Siedlung war bereits um 750 v. Chr. bewohnt. Ihre Gebäude wurden auf mehreren Ebenen am Hang eines Hügels errichtet.
Besonders bekannt sind die Steinreliefs, die als Darstellungen von Ballspielern mit Helmen, Knieschützern und gepolsterten Gürteln interpretiert werden. Zu den weiteren Überresten gehören ein Ballspielplatz, Höfe, Wohnräume und Grabanlagen.
Archäologische Stätte „Dainzú“
Dainzú befindet sich südwestlich des Ortes Maculixóchitl im Tlacolula-Tal. Die Gebäude wurde an die Topographie des Ortes angepasst, indem zahlreiche Treppen gebaut wurden. Die ersten […weiterlesen]
Archäologische Stätte Guiengola
Guiengola liegt auf dem gleichnamigen Berg im Municipio Santo Domingo Tehuantepec, nordwestlich der heutigen Stadt. Die befestigte zapotekische Siedlung war während der späten Postklassik, etwa zwischen 1350 und 1521 n. Chr., ein bedeutendes Herrschaftszentrum im südlichen Isthmus von Tehuantepec.
Zu den wichtigsten Überresten gehören zwei große Pyramidenbauten, ein Ballspielplatz und eine Palastanlage. Daneben sind Wohngebäude und Abschnitte der Verteidigungsmauern erhalten.
Archäologische Stätte „Guiengola“
Guiengola war eine befestigte zapotekische Stadt im Isthmus von Tehuantepec. Auf einem Plateau des gleichnamigen Berges sind Tempelplattformen, Palastanlagen, Ballspielplätze und zahlreiche Wohngebäude erhalten. Felswände […weiterlesen]
Archäologische Stätte Huamelúlpam
Huamelúlpam liegt am Ortsrand von San Martín Huamelúlpam in der Mixteca Alta, nordwestlich von Oaxaca-Stadt. Die um 400 v. Chr. entstandene Siedlung entwickelte sich zu einem bedeutenden städtischen Zentrum der mixtekischen Kultur.
Erhalten sind große Plattformen, Pyramidenunterbauten, Plätze und Überreste von Wohngebäuden. Besonders bemerkenswert sind bearbeitete Steinblöcke mit Kalenderzeichen und figürlichen Darstellungen.
Archäologische Stätte „Huamelúlpam“
Huamelulpan gehört zu den frühen städtischen Zentren der mixtekischen Kultur in Oaxaca. Die Siedlung entstand um 400 v. Chr. in der Mixteca Alta und entwickelte […weiterlesen]
Archäologische Stätte Huijazoo (Cerro de la Campana)
Huijazoo liegt zwischen Santiago Suchilquitongo und San Pablo Huitzo im Tal von Etla, nordwestlich von Oaxaca-Stadt. Die zapotekische Siedlung hatte ihre Blütezeit während der klassischen Periode, etwa zwischen 300 und 800 n. Chr.
Erhalten sind Pyramidenunterbauten, Plätze, Wohnterrassen und ein Ballspielplatz. Besonders bedeutend ist Grab 5 mit seinen Wandmalereien, Steinreliefs und genealogischen Inschriften. Eine Nachbildung und Fundstücke werden im Gemeindemuseum von Santiago Suchilquitongo ausgestellt.
Archäologische Stätte „Huijazoo“ (Cerro de la Campana)
Huijazoo war ein bedeutendes zapotekisches Herrschaftszentrum im Tal von Etla, dessen Blütezeit etwa zwischen 300 und 800 n. Chr. lag. Die auch als Cerro de […weiterlesen]
Archäologische Stätte Lambityeco
Lambityeco liegt westlich von Tlacolula de Matamoros im Tal von Tlacolula, südöstlich von Oaxaca-Stadt. Die zapotekische Siedlung hatte ihre Blütezeit während der späten Klassik, etwa zwischen 600 und 750 n. Chr. Salzgewinnung und Handel bildeten wichtige Grundlagen ihrer Wirtschaft.
Zu den bedeutendsten Überresten gehören zwei Palastanlagen mit Innenhöfen und Gräbern. Besonders bekannt sind die Stuckreliefs mit Herrscherpaaren, die beiden annähernd lebensgroßen Porträtköpfe an Grab 6 und die großen Darstellungen des Regengottes Cocijo.
Archäologische Stätte „Lambityeco“
Lambityeco war eine zapotekische Siedlung im Tal von Tlacolula, deren bedeutende Palastanlagen überwiegend aus der späten Klassik, etwa 600–750 n. Chr., stammen. Bekannt ist die […weiterlesen]
Archäologische Stätte Zaachila
Zaachila liegt im Zentrum des heutigen Ortes Villa de Zaachila, südlich von Oaxaca-Stadt. Die zapotekische Stadt war besonders während der Postklassik, etwa zwischen 850 und 1521 n. Chr., ein bedeutendes Herrschaftszentrum und bei der Ankunft der Spanier noch bewohnt.
Erhalten sind Gebäudereste und Plattformen der einstigen Stadt. Besonders bekannt sind zwei Grabanlagen mit aufwendigem Stuckschmuck und reichen Grabbeigaben.
Archäologische Stätte „Zaachila“
Zaachila gehörte zu den bedeutenden zapotekischen Herrschaftszentren im zentralen Tal von Oaxaca ( Valles Centrales von Oaxaca) und war bei der Ankunft der Spanier noch […weiterlesen]
Prähistorische Höhlen von Yagul und Mitla
Die Höhlen und Felsüberhänge im Tal von Tlacolula bewahren wesentlich ältere Spuren menschlichen Lebens. Ihre Funde dokumentieren frühe Schritte der Pflanzendomestikation und den Übergang zu bäuerlichen Lebensweisen.
Prähistorische Höhlen von Yagul und Mitla
Die Höhlen und Felsüberhänge liegen im Tal von Tlacolula zwischen Yagul und Mitla. Gemeinsam mit archäologischen Siedlungsresten Yagul bilden sie eine Kulturlandschaft, die seit 2010 zum UNESCO-Welterbe gehört.
Besonders bedeutend sind die Pflanzenfunde aus der Höhle Guilá Naquitz. Darunter befinden sich rund 10.000 Jahre alte Kürbissamen, die frühe Schritte des Pflanzenanbaus dokumentieren. Weitere Fundstellen mit Werkzeugen, Pflanzenresten und Felsmalereien geben Einblicke in den Übergang vom Jagen und Sammeln zu einer bäuerlichen Lebensweise.
Höhlen von Yagul und Mitla
Die Höhlen und Felsunterstände befinden sich im Tal von Tlacolula, zwischen den Orten Tlacolula de Matamoros und San Pablo Villa de Mitla. Die hier entdeckten […weiterlesen]
Hinweise zum Besuch
Viele archäologische Stätten Oaxacas liegen auf Hügeln oder in weitgehend offenem Gelände mit wenig Schatten. Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und ausreichend Trinkwasser sind daher empfehlenswert. Festes, bequemes Schuhwerk erleichtert den Rundgang über unebene Wege, Treppen und steile Abschnitte. Für weitläufige Anlagen und längere Aufstiege sollte genügend Zeit eingeplant werden.
Archäologische Bauwerke dürfen nur in den ausdrücklich freigegebenen Bereichen betreten werden. Einzelne Gräber, Räume oder Gebäude können zum Schutz ihrer Ausstattung geschlossen sein. Absperrungen und Hinweise des Personals sind zu beachten. Fundstücke, Pflanzen und andere Bestandteile der Anlagen dürfen nicht entfernt oder beschädigt werden.
Für Foto- und Videoaufnahmen gelten die Bestimmungen der jeweiligen Stätte. Einschränkungen können beispielsweise den Einsatz von Blitzlicht, Stativen oder zusätzlicher Ausrüstung betreffen. Für professionelle Aufnahmen können Genehmigungen und zusätzliche Gebühren erforderlich sein.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Zugangsregelungen sollten vor dem Besuch auf den offiziellen Seiten des INAH überprüft werden. Bei abgelegenen Stätten empfiehlt es sich außerdem, die Zufahrt und die Besuchsmöglichkeiten vorab zu klären.
Linkhinweise und Quellen
Informationen zu archäologischen Stätten in Oaxaca
INAH (Instituto Nacional de Antropología e Historia)
Die mexikanische Bundesbehörde für Archäologie und Denkmalpflege veröffentlicht Hintergrundinformationen zu archäologischen Stätten, Forschungsergebnissen sowie aktuelle Hinweise zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Besuchsregelungen.
[Englisch] | [Spanisch] | [Aktueller Status zu den Archäologischen Zonen]
Centro INAH Oaxaca
Regionale Vertretung des INAH im Bundesstaat Oaxaca. Zuständig für archäologische Forschung, Schutzmaßnahmen und die Betreuung archäologischer Zonen der Region.
SIC México (Sistema de Información Cultural)
Nationale Datenbank des mexikanischen Kulturministeriums mit Basisinformationen zu archäologischen Zonen, Museen und kulturellen Einrichtungen.
[Spanisch]
Aktivitäten und Führungen in Oaxaca
Geführte Besichtigungen geben zusätzliche Einblicke in die Geschichte und Architektur der archäologischen Stätten Oaxacas. Der Besuch lässt sich auch mit weiteren Zielen in der Umgebung ergänzen, etwa mit Handwerksorten oder Natursehenswürdigkeiten. Eine Auswahl an Führungen und Aktivitäten gibt es bei GetYourGuide.
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