Archäologische Stätte „Huamelúlpam“

Quelle: INAH

Huamelulpan gehört zu den frühen städtischen Zentren der mixtekischen Kultur in Oaxaca. Die Siedlung entstand um 400 v. Chr. in der Mixteca Alta und entwickelte sich zu einer Stadt mit monumentalen Plattformen, öffentlichen Plätzen, einem Ballspielplatz und Wohngebieten. Besonders bemerkenswert sind die großen Steinblöcke an den Gebäudeecken mit den eingemeißelten Kalenderzeichen.

Geschichte von Huamelúlpam

Besiedlung und historische Entwicklung

Huamelulpan entstand um 400 v. Chr. in der späten Vorklassik (etwa 400 v. Chr.–200 n. Chr.). Das rasche Wachstum der Stadt wurde möglicherweise durch Zuwanderung aus dem benachbarten Tayata begünstigt. Dort verließen um 300 v. Chr. zahlreiche Menschen ihre bisherigen Wohnorte. Ähnlichkeiten in der Gestaltung der öffentlichen Plätze beider Siedlungen stützen die Vermutung, dass ein Teil dieser Bevölkerung nach Huamelulpan übersiedelte.

Während der ersten Entwicklungsphase, von etwa 400 bis 100 v. Chr., entstanden große Plattformen mit öffentlichen Bauwerken und Plätzen. In der Baugruppe westlich der heutigen Kirche wurde die unterste Besiedlungsschicht auf etwa 305 v. Chr. datiert. Zwischen 100 v. Chr. und 200 n. Chr. nahm die Bevölkerung deutlich zu, und die Stadt dehnte sich weiter aus. In der dritten Phase, von etwa 200 bis 600 n. Chr., verkleinerte sich die Siedlung. Dennoch wurden weiterhin Gebäude errichtet.

Huamelulpan unterhielt zunächst enge Kontakte zu Monte Albán und anderen Orten im Tal von Oaxaca. Später gewannen Beziehungen zu Städten der Mixteca Baja an Bedeutung. Teile der Stadt wurden im Verlauf der klassischen Periode verlassen. Für die Postklassik (etwa 900–1521 n. Chr.) sind weitere Nutzungen überliefert, darunter Bestattungen in älteren Bauwerken. In welchem Umfang Huamelulpan damals noch bewohnt war, ist nicht eindeutig geklärt.

Entdeckung, Ausgrabungen und Erforschung

Alfonso Caso dokumentierte bereits 1933 bearbeitete Steine in Huamelulpan. Die archäologischen Überreste waren vor Ort bekannt. Einige Steine wurden beim Bau der Schule und der Kirche verwendet. Die Kirche entstand unmittelbar neben den Hauptbauwerken der vorspanischen Stadt und grenzt heute an den freigelegten Bereich der archäologischen Stätte.

1959 begann Lorenzo Gamio mit Untersuchungen an der Plattform westlich der Kirche. Caso berichtete 1961 über diese Arbeiten und gemeinsame Forschungen vor Ort. Weitere Untersuchungen widmeten sich der Stadtanlage, ihren Bauphasen und der Bevölkerungsentwicklung. Margarita Gaxiola González erforschte insbesondere die monumentale Architektur und die Kalenderinschriften.

Bedeutende Bauwerke und archäologische Funde

Huamelulpan erstreckte sich zeitweise über mehr als zwei Quadratkilometer. Die Stadt bestand aus mehreren räumlich getrennten Baugruppen.

Monumentale Plattformen und Plätze

Die Hänge Huamelulpans wurden durch Terrassen für die Bebauung erschlossen. Auf großen Plattformen standen öffentliche und zeremonielle Gebäude sowie Residenzen der gesellschaftlichen Oberschicht. Treppen verbanden die unterschiedlichen Ebenen. Auch Entwässerungssysteme gehörten zur Stadtplanung.

Baugruppe westlich der Kirche

Die Baugruppe Poniente de la Iglesia gehört zu den besonders intensiv untersuchten Bereichen der Siedlung. Die großen Plattformen besitzen rechteckige, mehrere Tonnen schwere Steinblöcke an den Ecken. In einige dieser Blöcke wurden Kalenderzeichen eingemeißelt, die Ähnlichkeiten mit der zapotekischen Schrift von Monte Albán aufweisen. Die Bauwerke verbinden damit eine charakteristische Bauweise der frühen Mixteca mit Zeugnissen des kulturellen Austauschs zwischen beiden Regionen.

Steinbrüche und Werkstattbereiche

Östlich des Cerro Yucunindaba wurden zwei Steinbrüche sowie Werkstattbereiche nachgewiesen. Hier fertigten die Bewohner Werkzeuge aus Feuerstein.

Museum der archäologischen Stätte

Museo Comunitario Hitalulu

Das Gemeindemuseum liegt ca. 400m von der archäologischen Stätte entfernt, im Ortszentrum von San Martín Huamelúlpan. Seine beiden Ausstellungsbereiche widmen sich der archäologischen Vergangenheit der Region und der traditionellen Pflanzenmedizin. Der Name „Hitalulu“ bedeutet „Schöne Blume“.

Die archäologische Sammlung umfasst etwa 300 Fundstücke, darunter gravierte Steine, Schädel, Keramikgegenstände und Urnen mit Darstellungen des mixtekischen Regengottes Dzahui. Die Funde aus der archäologischen Stätte Huamelulpan geben Einblicke in die vorspanische Siedlung. Ein Modell des Ortes und seiner archäologischen Überreste ergänzt die Ausstellung.

Ein weiterer Ausstellungsbereich widmet sich der traditionellen Medizin und überlieferten Heilverfahren der Region. Hier werden rund 70 lokale Heilpflanzen und ihre traditionellen Anwendungen vorgestellt. 

Besuch und praktische Informationen


Adresse

Zona Arqueológica Huamelúlpam
Calle Ayoco
CP 69815 San Martín Huamelúlpan, Oaxaca

Besichtigung

Um diese archäologische Zone besichtigen zu können, ist eine Ameldung im Rathaus von San Martín Huamelúlpan oder beim INAH-Büro Oaxaca erforderlich.

Öffnungszeiten

Montag: geschlossen

Dienstag bis Sonntag: 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Letzter Einlass: 16:00 Uhr

Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr und 17 Uhr

Eintritt

Freier Eintritt für die archäologische Stätte und das Museum.

Hinweise: Für das unebene, offene Gelände empfehlen sich festes Schuhwerk, Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser. 

Besuch und Führungen

Individueller Besuch: Für die archäologische Stätte kann man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen. Für den Besuch des Museums sollte man zusätzlich etwa 30 Minuten vorsehen.

Führungen: Geführte Rundgänge werden nicht angeboten.

Besucherzahlen der archäologischen Stätte

Die folgende Übersicht zeigt die vom INAH veröffentlichten Besucherzahlen seit 2017.

Besucherzahlen
Jahr Besucher national Besucher international Gesamt
2025 3.009 18 3.027
2024 3.393 10 3.403
2023 5.615 82 5.697
2022 3.200 62 3.262
2021 geschlossen
2020 711 11 722
2019 3.217 40 3.257
2018 2.737 11 2.748
2017 3.764 39 3.803

Quelle: INEGI/INAH

Linkhinweise und Quellen

Informationen zur archäologischen Stätte

INAH (Instituto Nacional de Antropología e Historia)
Offizielle Informationen zur Geschichte, zu den freigelegten Strukturen sowie praktische Hinweise zum Besuch.
[Englisch] | [Spanisch]

SIC México (Sistema de Información Cultural)
Kurzüberblick mit Basisdaten und administrativen Angaben zur archäologischen Zone.
[Spanisch]

Wikipedia
Überblick zu Geschichte, Architektur und Forschung.
[Englisch] | [Spanisch]

Artikelempfehlungen

Archäologische Stätten in Oaxaca

Oaxacas archäologische Stätten geben Einblicke in die Geschichte der Zapoteken, Mixteken und weiterer früher Gesellschaften. Eine der bekanntesten archäologischen Stätten ist die antike Stadt Monte […weiterlesen]

Bundesstaat Oaxaca

Der Bundesstaat Oaxaca liegt im Süden Mexikos und besitzt eine lange Küste am Pazifischen Ozean. Gebirgszüge der Sierra Madre del Sur und der Sierra Norte, […weiterlesen]