Archäologische Stätte „Zaachila“

Foto: Mexico-Info

Zaachila gehörte zu den bedeutenden zapotekischen Herrschaftszentren im zentralen Tal von Oaxaca ( Valles Centrales von Oaxaca) und war bei der Ankunft der Spanier noch bewohnt. Die archäologische Stätte im Zentrum des heutigen Ortes Villa de Zaachila ist vor allem für zwei reich ausgestattete Gräber bekannt. Ihre Architektur, Stuckreliefs und Beigaben dokumentieren das Zusammenwirken zapotekischer und mixtekischer Traditionen.

Geschichte von Zaachila

Besiedlung und historische Entwicklung

Der Name „Zaachila“ stammt aus der zapotekischen Sprache und wird häufig als „Gott der Zapoteken“ interpretiert. Eine andere Interpretation besagt, dass der Name „Erste Tochter der Erde“ bedeutet. Dies wird auf die Silbe „Zaa“, die für die erstgeborene Tochter steht und die Silbe „chila“, die Eidechse oder Krokodil bedeutet, zurückgeführt. Bei den Zapoteken war die Eidechse das Symbol der Erde.

Die Besiedlungsgeschichte reicht bis in die frühe Präklassik, etwa 1500–900 v. Chr., zurück. Westlich des heutigen archäologischen Kernbereichs bestand damals eine bäuerliche Siedlung. Ihre Bewohner bauten Mais an, stellten Keramik her und lebten in Häusern aus Holz und Lehm. In den folgenden Jahrhunderten nahm die Bevölkerung zeitweise ab, möglicherweise zog ein Teil nach Monte Albán.

Während der klassischen Zeit wuchs Zaachila erneut. Für die späte Klassik, etwa 500–850 n. Chr., beschreibt das INAH eine Stadt mit einer Ausdehnung von ungefähr 400 Hektar. Nach dem Niedergang Monte Albáns blieb Zaachila ein bedeutender Siedlungs- und Herrschaftsort.

In der Postklassik, insbesondere während der letzten Jahrhunderte vor der spanischen Eroberung, gehörte Zaachila zu den führenden politischen Zentren der Region. Heiratsallianzen zwischen zapotekischen und mixtekischen Adelsfamilien förderten den Austausch von Herrschaftstraditionen und auch von künstlerischen Ausdrucksformen. In den Gräbern zeigt sich dies besonders deutlich, hier treffen zapotekische Bauformen auf Beigaben und Bildmotive mixtekischer Prägung.

Entdeckung, Ausgrabungen und Erforschung

1962 untersuchte Roberto Gallegos Ruiz den zentralen Bereich der Stätte. Er dokumentierte die sichtbaren Bauten und erforschte den sogenannten Montículo A. Unter den Resten eines repräsentativen Gebäudes entdeckte er die Gräber 1 und 2 mit menschlichen Überresten und zahlreichen kostbaren Beigaben.

Die Entdeckungen lieferten wichtige Erkenntnisse zu den Bestattungssitten und den Beziehungen zwischen zapotekischen und mixtekischen Herrscherfamilien. Zu den herausragenden Funden zählt die „Copa del Colibrí“, ein mehrfarbig bemalter Becher mit einer kleinen Kolibrifigur am Rand.

Die ursprüngliche Ausdehnung der Stadt lässt sich heute nur teilweise rekonstruieren. Große Bereiche liegen unter dem modernen Ort, bei dessen Entstehung zahlreiche Baumaterialien der antiken Stadt verwendet wurden. Die zugängliche archäologische Stätte erstreckt sich deshalb über einen kleinen Teil des ehemaligen Zentrums.

Bedeutende Bauwerke und archäologische Funde

El Cerrito und Montículo A

Der als „El Cerrito“ bekannte Bereich bildet den archäologischen Kern im heutigen Ortszentrum. Er umfasst mehrere Gebäudehügel und Reste eines Zeremonialplatzes. Besonders wichtig ist der Montículo A im südwestlichen Teil des untersuchten Zentrums.

Auf seiner Oberseite befinden sich die Überreste eines repräsentativen Wohngebäudes. Die Räume gruppieren sich um einen quadratischen Innenhof und entsprechen damit einer verbreiteten Bauform zapotekischer Paläste. Unter diesem Gebäudekomplex wurden die beiden bekannten Grabkammern angelegt.

Tumba 1

Grab 1 besitzt einen gegliederten Zugang, einen Vorraum und eine Hauptkammer. Zu seinen Besonderheiten gehören die modellierten Stuckreliefs und Reste roter Bemalung. Die Darstellungen zeigen menschliche Personen sowie Wesen aus der religiösen Vorstellungswelt.

Zu erkennen sind unter anderem Eulen, ein Kolibri, Darstellungen des Unterweltgottes und die als Yahui bezeichnete Feuerschlange. Diese Motive beziehen sich auf Tod, Unterwelt und die religiöse Bedeutung der Bestattung.

Tumba 2

Grab 2 unterscheidet sich durch seine schlichtere Gestaltung von Grab 1. Es besteht aus einer einzelnen Kammer ohne vergleichbaren figürlichen Stuckschmuck. Seine besondere Bedeutung liegt in den reichen Grabbeigaben, darunter Goldschmuck, Ringe und Perlen.

Grabbeigaben und Kunsthandwerk

Die Funde aus den Gräbern umfassen bemalte Keramik, Goldarbeiten, bearbeitete Knochen sowie Gegenstände aus Muschelschalen und Edelsteinen. Dazu gehören auch Masken mit Mosaikauflagen. Materialauswahl und aufwendige Verarbeitung weisen auf den hohen gesellschaftlichen Rang der Verstorbenen hin.

Der Kolibribecher aus Grab 1 gehört zu den besonders bemerkenswerten Keramikarbeiten. Die kleine Vogelfigur am Rand ist so gestaltet, als würde sie aus dem Gefäß trinken.

Museum und Verbleib der Funde

Bedeutende Originalfunde aus Zaachila befinden sich im Museo Nacional de Antropología (Nationalmuseum für Anthropologie) in Mexiko-Stadt. Zu den ausgestellten Objekten gehören der Kolibribecher, Schmuck und kunstvoll gearbeitete Mosaikgegenstände.

Ein kleiner Informationsraum auf dem Gelände der archäologischen Stätte erläutert die Geschichte Zaachilas und zeigt Fotografien der gefundenen Objekte. Der Raum wird auf Nachfrage geöffnet. Interessierte können sich dafür an die Kasse wenden.

  • Foto: Mexico-Info
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Besuch und praktische Informationen


Adresse

Zona Arqueológica Zaachila
Calle Alarii, Centro
CP 71250 Villa de Zaachila, Oaxaca

Öffnungszeiten

Montag bis Mittwoch: geschlossen

Donnerstag bis Sonntag: 10:00 Uhr – 16:00 Uhr

Letzter Einlass: 15:30 Uhr

Eintritt

Erwachsene international: 145 MXN

Erwachsene national und Ausländer mit Wohnsitz in Mexiko: 80 MXN

Hinweise: Für das offene Gelände empfehlen sich festes Schuhwerk, Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser. 

Besuch und Führungen

Individueller Besuch: Für einen individuellen Rundgang durch die archäologische Stätte kann man etwa 30 Minuten einplanen.  Wählt man das Kombiticket kann man für die Besichtigung von Cacaxtla noch einmal etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen.

Führungen: Geführte Rundgänge werden nicht angeboten.

Besucherzahlen der archäologischen Stätte

Die folgende Übersicht zeigt die vom INAH veröffentlichten Besucherzahlen seit 2017.

Besucherzahlen
Jahr Besucher national Besucher international Gesamt
2025 3.075 1.154 4.229
2024 4.024 550 4.574
2023 3.604 450 4.054
2022 2.500 161 2.661
2021 359 28 387
2020 593 332 925
2019 3.491 606 4.097
2018 3.811 890 4.701
2017 2.391 764 3.155

Quelle: INEGI/INAH

Linkhinweise und Quellen

Informationen zur archäologischen Stätte

INAH (Instituto Nacional de Antropología e Historia)
Offizielle Informationen zur Geschichte, zu den freigelegten Strukturen sowie praktische Hinweise zum Besuch.
[Englisch] | [Spanisch]

SIC México (Sistema de Información Cultural)
Kurzüberblick mit Basisdaten und administrativen Angaben zur archäologischen Zone.
[Spanisch]

Wikipedia
Überblick zu Geschichte, Architektur und Forschung.
[Deutsch] | [Englisch] | [Spanisch]

YouTube

Zaachila, Oaxaca. Zona Arqueológica (México Arqueológico, 1:44 min, 2010)

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