Huamantla, Tlaxcala

Huamantla liegt im Osten des Bundesstaates Tlaxcala am Fuß des Vulkans La Malinche. Die Stadt ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde und gehört zu den wichtigsten historischen und kulturellen Zentren der Region. Ihr Ortsbild wird von der Plaza de la Constitución, Kirchen, ehemaligen Klosteranlagen und Bürgerhäusern aus der Kolonialzeit geprägt.

Bekannt ist Huamantla vor allem für seine vergänglichen Teppiche aus gefärbtem Sägemehl und Blumen, die Puppenspieltradition und die Feria de Huamantla. Höhepunkt des Festkalenders ist die „Noche que Nadie Duerme“, während der die geschmückten Straßen von einer nächtlichen Prozession durchzogen werden. Der nahe Nationalpark La Malinche bietet Möglichkeiten zum Wandern und für Bergtouren. Ixtenco wurde 2007 in das Tourismusprogramm der Pueblos Mágicos aufgenommen. 

Lage und Anreise


Huamantla liegt im Osten des Bundesstaates Tlaxcala, in der weiten, landwirtschaftlich geprägten Ebene von Huamantla am Fuß des Berges La Malinche. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von den Ebenen im Osten und Norden bis in die bewaldeten Berghänge und die Gipfelregion von La Malinche im Südwesten.

Die Stadt Huamantla liegt auf einer Höhe von etwa 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Innerhalb des Municipios steigt das Gelände von ungefähr 2.400 Metern in den Ebenen bis auf mehr als 4.400 Meter im Gipfelbereich von La Malinche an.

Geographische Lage

  • Nördliche Breite: 19°18’45.575″ N
  • Westliche Länge: 97°55’23.170″ W

Entfernungen

Tlaxcala de Xicohténcatl: ca. 50 km, Fahrtzeit mit dem Pkw etwa 45 Minuten

Mexiko-Stadt: ca. 160 km, Fahrtzeit mit dem Pkw etwa 2 Stunden 30 Minuten

Anreise mit dem Pkw/Mietwagen

Anreise von Tlaxcala de Xicohténcatl

Von Tlaxcala-Stadt führt die Strecke zunächst in Richtung Apizaco und anschließend über die Bundesstraße MEX 136 nach Huamantla. 

Anreise von Tlaxcala: Bei Google Maps ansehen

Anreise von Mexiko-Stadt

Von Mexiko-Stadt führt eine Strecke über die mautpflichtige Autobahn México–Puebla (MEX 150D) bis San Martín Texmelucan. Von dort geht es über die Autobahn MEX 117D in Richtung Tlaxcala und Apizaco und anschließend über die Bundesstraße MEX 136 nach Huamantla.

Eine alternative Strecke führt über die Autobahn Peñón–Texcoco (MEX 136D) und die Bundesstraße MEX 136 durch Texcoco und Apizaco bis Huamantla. 

Beide Strecken enthalten mautpflichtige Abschnitte.

Anreise von Mexiko-Stadt: Bei Google Maps ansehen

Anreise von Puebla de Zaragoza

Von Puebla führt die schnellste Strecke zunächst nach Amozoc und anschließend über die mautpflichtige Autobahn Amozoc–Perote (MEX 140D) bis zur Ausfahrt Huamantla. Die Entfernung beträgt ungefähr 50 Kilometer, die Fahrtzeit beträgt etwa 45 bis 60 Minuten.

Anreise von Puebla: Bei Google Maps ansehen

Während der Feria de Huamantla im August kann es außerdem zu Straßensperrungen und Behinderungen im Stadtzentrum kommen.

Anreise mit dem Bus

Von Mexiko-Stadt nach Huamantla

Vom östlichen Busterminal TAPO in Mexiko-Stadt fahren Busse von ATAH und der zugehörigen Komfortlinie Supra sowie von ADO direkt nach Huamantla. Die Fahrt dauert ungefähr 2 Stunden 30 Minuten.

Die Busse verkehren täglich und über den Tag. Die ersten Verbindungen beginnen gegen 06:00 Uhr, die letzte Busabfahrt ist gegen 23:00 Uhr. Die Anzahl und die Zeiten der Fahrten können sich je nach Wochentag, Feiertag und Reisesaison ändern.

Von Mexiko-Stadt über Tlaxcala-Stadt nach Huamantla

Eine weitere Möglichkeit ist die Fahrt von der TAPO nach Tlaxcala-Stadt. Auf dieser stark frequentierten Strecke verkehren ebenfalls Busse von ATAH und Supra. Die Fahrzeit beträgt ungefähr 1 Stunde 40 Minuten.

Vom zentralen Busterminal in Tlaxcala-Stadt fahren Busse nach Huamantla. Für diesen Abschnitt sollten etwa 45 bis 60 Minuten eingeplant werden. Abhängig von der Wartezeit beim Umstieg dauert die gesamte Fahrt über Tlaxcala-Stadt ungefähr 3 Stunden.

Östlicher Busbahnhof Mexiko-Stadt (Terminal TAPO): Bei Google Maps ansehen

Busterminal ATAH Huamantla: Bei Google Maps ansehen

Anreise mit dem Flugzeug

Anreise mit dem Flugzeug

Der nächstgelegene Flughafen ist der Internationale Flughafen Puebla (Aeropuerto Internacional de Puebla „Hermanos Serdán“), etwa 60 Kilometer von Huamantla entfernt. Eine direkte öffentliche Verkehrsverbindung nach Huamantla besteht nicht. Für die Weiterfahrt kommen daher ein Mietwagen, ein Taxi oder ein privater Transfer infrage.

Für Reisende über den Internationalen Flughafen Mexiko-Stadt (Aeropuerto Internacional de la Ciudad de México „Benito Juárez“) bieten sich mehrere Möglichkeiten. An beiden Terminals befinden sich Mietwagenanbieter. Die Entfernung vom Flughafen nach Huamantla beträgt je nach gewählter Strecke ungefähr 145 bis 155 Kilometer. Die möglichen Straßenverbindungen entsprechen den unter „Anreise mit dem Pkw oder Mietwagen“ beschriebenen Routen.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterreisen möchte, gelangt vom Flughafen mit dem Metrobús, einem autorisierten Taxi oder einem Fahrdienst zum Busterminal TAPO. Von dort fahren Fernbusse direkt nach Huamantla oder mit Umstieg in Tlaxcala-Stadt.

Internationaler Flughafen von Puebla “Hermanos Serdán”

Internationaler Flughafen von Mexiko-Stadt “Benito Juárez”

Aktuelle Zeit und Informationen zur Zeitzone

Huamantla liegt in der zentralmexikanischen Zeitzone (Zona Centro) und verwendet ganzjährig die Central Standard Time (CST). Eine Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit erfolgt nicht. Der Zeitunterschied zur koordinierten Weltzeit beträgt minus sechs Stunden (UTC−6).

Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in Deutschland beträgt 7 Stunden während der Winterzeit und 8 Stunden während der Sommerzeit.

weitere Informationen unter: Zeitzonen in Mexiko

Wetter, Klima, Fauna und Flora

Das Gemeindegebiet Huamantlas reicht von den landwirtschaftlich genutzten Ebenen des mexikanischen Hochlands bis in die Gipfelregion von La Malinche. Mit zunehmender Höhe verändern sich Klima, Vegetation und Tierwelt deutlich. Während im Tal Ackerflächen und Buschland vorherrschen, erstrecken sich an den Berghängen Kiefern-, Eichen- und Tannenwälder sowie Hochgebirgsgrasland.

Wettervorhersage für die kommenden Tage

Allgemeine Informationen zum Wetter

Allgemeine Informationen zum Wetter

Das Wetter in Huamantla wird durch die Lage im mexikanischen Hochland. Die Tage sind während eines großen Teils des Jahres mild, während es morgens, abends und nachts deutlich kühler wird. In den höher gelegenen Bereichen des Municipios liegen die Temperaturen wesentlich niedriger als im Stadtgebiet.

Die wärmsten Monate sind April und Mai. Von Juni bis September treten vor allem am Nachmittag und Abend Regenschauer und Gewitter auf. In der Trockenzeit von November bis April überwiegen sonnige Tage und klare Nächte. Im Dezember und Januar können die Temperaturen nachts bis in die Nähe des Gefrierpunktes absinken, gelegentlich ist auch Bodenfrost möglich.

Leichte Kleidung für den Tag sollte daher durch einen Pullover oder eine Jacke für die Morgen- und Abendstunden ergänzt werden. Während der Regenzeit sind eine Regenjacke und wasserfestes Schuhwerk sinnvoll. Aufgrund der Höhenlage ist außerdem ganzjährig auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten.

Klimainformationen

Klimainformationen

Nach der Klimaklassifikation von Köppen-Geiger lässt sich das Klima im Hauptort Huamantla der Klimagruppe Cwb zuordnen. Der Buchstabe „C“ bezeichnet ein warmgemäßigtes Klima. Das „w“ steht für eine ausgeprägte Trockenzeit im Winter und eine ausgeprägte Regenzeit im Sommer. Der Zusatz „b“ kennzeichnet warme, aber nicht dauerhaft heiße Sommer, bei denen die Durchschnittstemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C bleibt.

Das Klima innerhalb des Municipios unterscheidet sich aufgrund der erheblichen Höhenunterschiede. Das INEGI weist mittlere Jahrestemperaturen zwischen etwa 2 °C in den höchsten Bereichen von La Malinche und 16 °C in den tiefer gelegenen Ebenen aus. Die höchsten Temperaturen werden gewöhnlich im April und Mai erreicht, die niedrigsten im Dezember und Januar. Im Hauptort Huamantla ist das Klima gemäßigt.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt je nach Höhenlage zwischen 500 und 1.100 Millimetern. Der größte Teil des Regens fällt von Mai bis Oktober, besonders niederschlagsreich sind die Monate Juni bis September. Von November bis April herrscht Trockenzeit. Dezember, Januar und Februar gehören zu den niederschlagsärmsten Monaten.

Quelle: ClimateCharts.net
weitere Informationen unter: Klima und Klimazonen in Mexiko

Flora und Fauna

Fauna

Die Tierwelt Huamantlas unterscheidet sich zwischen den landwirtschaftlich geprägten Ebenen und den Waldgebieten des Berges La Malinche. In den Ebenen finden sich Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus), Eselhasen (Lepus californicus), Erdhörnchen, Taschenratten und weitere kleinere Nagetiere.

Die Wälder bieten außerdem Lebensräume für Opossums, Gürteltiere, Stinktiere, Langschwanzwiesel, Katzenfretts und Rotluchse. Zur Vogelwelt gehören Montezumawachteln, Spechte, Kolibris, Raben und verschiedene Greif- und Singvögel. Unter den Reptilien und Amphibien finden sich Eidechsen, Hornkröten, Klapperschlangen und mehrere Salamanderarten.

Flora

Die tiefer gelegenen Ebenen des Municipios werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Neben Mais und anderen Kulturpflanzen wachsen dort Maguey, Nopalkakteen und verschiedene Sträucher. Größere natürliche Vegetationsflächen sind vor allem an den Hängen des Berges La Malinche erhalten.

Mit zunehmender Höhe folgen verschiedene Waldstufen aufeinander. In den unteren Lagen wachsen Eichen und Kiefern, darunter die Montezuma-Kiefer und die Ocote-Kiefer. In feuchteren und höheren Bereichen kommen Oyamel-Tannen und Hartweg-Kiefern hinzu. Oberhalb der Baumgrenze geht der Wald in Hochgebirgsgrasland mit niedrigen Gräsern, Kräutern und kriechendem Wacholder über.

 iNaturalist – Artenbeobachtungen in Huamantla
Beobachtungen von Pflanzen, Tieren, Pilzen und anderen Organismen im Gemeindegebiet von Huamantla

Über den Ort und die Gemeinde

Huamantla ist eine Stadt und der Verwaltungssitz des gleichnamigen Municipios. Ihre Entwicklung wurde durch die Lage an historischen Handelswegen, die Landwirtschaft und die Haciendas der Umgebung geprägt. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über die Geschichte und Bevölkerung, die regionale Gastronomie, das Kunsthandwerk sowie die wichtigsten Feiertage und Feste.

Zur Geschichte von Huamantla

Vorspanische Zeit

Die Besiedlung des heutigen Gemeindegebietes reicht bis weit in die vorspanische Zeit zurück. Südlich der heutigen Stadt wurde eine Siedlung nachgewiesen, die ungefähr zwischen 1700 und 1200 v. Chr. bestand und zu den frühesten bekannten Bauerndörfern im Gebiet des heutigen Bundesstaates Tlaxcala gehörte.

Im Verlauf des ersten Jahrtausends v. Chr. entstanden in der Ebene von Huamantla größere Siedlungen. Ein bedeutendes regionales Zentrum befand sich in Los Cerritos de Natividad östlich der heutigen Stadt. Archäologische Funde belegen eine planmäßige Siedlungsstruktur, Zeremonialbauten, landwirtschaftliche Nutzung und überregionale Handelskontakte.

Die ersten archäologisch nachweisbaren Einwanderungen otomischer Gruppen nach Tlaxcala werden auf die Zeit um 900 n. Chr. datiert. In den folgenden Jahrhunderten erreichten weitere otomische Gruppen die Ebene von Huamantla. Dort entstanden mehrere Siedlungen, die schließlich zum Herrschaftsgebiet von Tecoac gehörten. Aufgrund ihrer Lage am östlichen Rand Tlaxcalas erfüllten die Otomí eine wichtige militärische Funktion bei der Sicherung der Grenze gegenüber benachbarten Herrschaften.

Der im späten 16. Jahrhundert entstandene Códice de Huamantla überliefert die Herkunft und Wanderung einer otomischen Gruppe aus Chiapan im heutigen Estado de México bis in die Region von Huamantla. Die Bildhandschrift behandelt außerdem kriegerische Auseinandersetzungen und die Beteiligung der Otomí an den Ereignissen der spanischen Eroberung. Im Jahr 1519 widersetzten sich otomische Krieger bei Tecoac den vorrückenden Truppen von Hernán Cortés, bevor es zum Bündnis zwischen den Spaniern und Tlaxcala kam.

Kolonialzeit und Gründung Huamantlas

Der Name Huamantla geht auf das Náhuatl-Wort Cuauhmantlan zurück und wird mit „beim Wald“ oder „am Wald gelegen“ übersetzt. In der Kolonialzeit erhielt der Ort den Namen San Luis Huamantla nach seinem Schutzpatron, dem heiligen Ludwig von Toulouse (San Luis Obispo de Tolosa).

Im Jahr 1528 erteilte die spanische Krone die Genehmigung zur Gründung einer neuen Ortschaft. Die förmliche Gründung von San Luis Huamantla erfolgte am 18. Oktober 1534. Der Überlieferung zufolge wurden mit der königlichen Urkunde auch mehrere religiöse Bildnisse übergeben, die für die ersten Kirchen des Ortes bestimmt waren.

Huamantla wurde um einen zentralen Platz angelegt, von dem regelmäßig geführte Straßen zu den einzelnen Barrios verliefen. Die Franziskaner übernahmen die Missionierung der Bevölkerung. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden der Konvent San Luis Obispo sowie Kirchen und Kapellen in den verschiedenen Stadtvierteln. Diese religiösen und gesellschaftlichen Einheiten prägten die Stadtstruktur, die im historischen Zentrum teilweise bis heute erhalten ist.

Die fruchtbare Ebene entwickelte sich zu einem bedeutenden landwirtschaftlichen Gebiet. Auf den Haciendas in der Umgebung wurden vor allem Mais, Weizen und andere Getreidearten angebaut sowie Schafe und Rinder gehalten. Daneben entstanden Mühlen und Textilmanufakturen, die sogenannten Obrajes. Durch seine Lage an der Verkehrsverbindung zwischen dem zentralmexikanischen Hochland und dem Hafen von Veracruz gewann Huamantla zudem als regionaler Handels- und Durchgangsort an Bedeutung.

Unabhängigkeit und 19. Jahrhundert

Während des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges kam es auch im Osten Tlaxcalas zu Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und königstreuen Truppen. Nach der Unabhängigkeit wurde Huamantla 1822 als Municipio innerhalb des Territoriums Tlaxcala eingerichtet.

Am 8. Oktober 1847 fand während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges die Schlacht von Huamantla statt. US-amerikanische Truppen griffen die in und um die Stadt stationierten mexikanischen Einheiten an. Mit dem Sieg der US-Truppen endete die Belagerung von Huamantla.

Während der politischen Konflikte der folgenden Jahrzehnte war Huamantla zeitweise ein militärischer und administrativer Stützpunkt. Eine weitere bedeutende Auseinandersetzung ereignete sich am 16. November 1876 bei der Hacienda de Tecoac. Der Sieg der Anhänger Porfirio Díaz’ über die Regierungstruppen von Sebastián Lerdo de Tejada trug entscheidend dazu bei, Díaz an die Macht zu bringen und den Beginn des Porfiriats einzuleiten.

Der Anschluss an die Eisenbahnstrecke zwischen Mexiko-Stadt und Veracruz verbesserte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Transport von Getreide, Vieh und anderen Erzeugnissen. Davon profitierten besonders die Haciendas der Umgebung und der regionale Handel.

Revolution und 20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Wirtschaftsleben Huamantlas weiterhin von großen landwirtschaftlichen Betrieben sowie von Getreidehandel und Viehzucht geprägt. Die Mexikanische Revolution und die anschließenden Agrarreformen veränderten die Besitzverhältnisse auf dem Land. Teile großer Haciendas wurden aufgeteilt oder in Ejidos, gemeinschaftlich bewirtschaftete Landflächen, umgewandelt.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs Huamantla als Handels-, Verwaltungs- und Versorgungszentrum des östlichen Tlaxcala. Straßenverbindungen, öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen wurden ausgebaut. Gleichzeitig behielten Landwirtschaft, Viehzucht und die verbliebenen Haciendas ihre wirtschaftliche Bedeutung.

Die Puppenspieltradition der aus Huamantla stammenden Familie Rosete Aranda wurde zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes der Stadt. Im Jahr 1983 fand erstmals das Internationale Puppentheaterfestival von Tlaxcala statt, 1991 wurde in Huamantla das Nationale Puppenmuseum „Rosete Aranda“ eröffnet.

Im Jahr 1984 erklärte die mexikanische Bundesregierung einen Teil des historischen Zentrums zur Zone historischer Denkmäler (Zona de Monumentos Históricos). Das Gebiet umfasst den kolonialzeitlichen Stadtgrundriss sowie zahlreiche religiöse und weltliche Gebäude aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Neuere Entwicklung

Im Jahr 2007 wurde Huamantla als erster Ort des Bundesstaates Tlaxcala in das mexikanische Tourismusprogramm der Pueblos Mágicos aufgenommen. Ausschlaggebend waren das historische Stadtbild, die Tradition der Sägemehl- und Blumenteppiche, das Puppentheater, die Haciendas und die Feria de Huamantla.

Kunsthandwerk

Typisches Kunsthandwerk 

Das Kunsthandwerk Huamantlas ist von der Herstellung vergänglicher Bilder aus gefärbtem Sägemehl und Blumen sowie von der örtlichen Puppenspieltradition geprägt. Daneben entstehen Holzarbeiten, Masken, Textilien, Keramik, Figuren aus Maisblättern und kleinere Andenken mit Motiven der Stadt.

Alfombras und Tapetes – vergängliche Teppichkunst

Huamantla ist überregional für seine vergängliche Teppichkunst bekannt. Dabei handelt es sich um vergängliche Bilder und Bodenmuster aus gefärbtem Sägemehl, feinem Sand, Blüten, Samen und weiteren pflanzlichen Materialien. Die Motive werden mit Schablonen, Sieben und einfachen Handwerkzeugen direkt auf dem Boden ausgearbeitet.

Als Alfombras werden vor allem großflächige Schaubilder bezeichnet, die der Betrachtung dienen. Sie zeigen religiöse Darstellungen, Blumen, Ornamente oder andere figürliche Motive. Tapetes sind dagegen längere, fortlaufende Bodenbilder, die einen Weg für Prozessionen bilden.

Die bekanntesten Arbeiten entstehen während der „Noche que Nadie Duerme“ in der Nacht vom 14. auf den 15. August. Weitere Beispiele sind während des Fronleichnamsfestes und bei örtlichen Prozessionen zu sehen. Die Tradition wird in Familien und spezialisierten Werkstätten weitergegeben.

Andenken aus gefärbtem Sägemehl

Da die großen Bodenbilder nur für kurze Zeit bestehen, fertigen einige Kunsthandwerker kleinere haltbare Nachbildungen an. Gefärbtes Sägemehl wird dazu auf Holzplatten, in Rahmen, auf Schmuckstücken oder an Magneten befestigt. Die Motive greifen Blumenmuster, Prozessionsteppiche, Stiere und andere Symbole Huamantlas auf.

Puppen und Marionetten

Die Herstellung von Puppen und Marionetten geht auf die bekannte Puppenspielerfamilie Rosete Aranda zurück. Ihre 1835 im Stadtviertel San Lucas gegründete Puppentheatergesellschaft entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Marionettentheater Mexikos.

Traditionelle Marionetten werden aus Holz geschnitzt, bemalt und mit handgefertigter Kleidung ausgestattet. Neben Fadenmarionetten entstehen Hand- und Stabpuppen aus Holz, Stoff und weiteren Materialien. Einige Familienwerkstätten führen die Puppenherstellung und das Puppenspiel bis heute fort.

Holzarbeiten und Masken

Zum örtlichen Kunsthandwerk gehören geschnitzte Figuren, Spielzeug, Gebrauchsgegenstände und Masken. Traditionelle Karnevalsmasken stellen meist menschliche Gesichter dar und werden bemalt sowie mit Haaren, Bärten oder weiteren Verzierungen versehen. Daneben entstehen mit Brandmalerei verzierte Holzarbeiten und kleine Erinnerungsstücke mit Motiven aus Huamantla.

Textilien und Arbeiten aus Pflanzenfasern

Örtliche Kunsthandwerker fertigen bestickte Textilien, Taschen, Tischdecken und Kleidungsstücke an. Beim Makramee werden Fäden zu festen Knotenmustern verarbeitet. Auf diese Weise entstehen unter anderem Taschen, Blumenampeln, Tischauflagen und dekorative Wandarbeiten.

Aus getrockneten Maisblättern, die in Mexiko als Totomoxtle bezeichnet werden, werden Figuren, Blumen und kleinere Dekorationsgegenstände gefertigt. Außerdem kommen Maispaste, Nopalfasern, Samen und andere pflanzliche Materialien bei Puppen, Miniaturen, Schmuckstücken und Gebrauchsgegenständen zum Einsatz.

Keramik und weitere Erzeugnisse

Das Angebot umfasst außerdem bemalte Keramik, Stoffpuppen, Schmuck, Hüte und Miniaturfiguren. Häufige Motive sind die vergänglichen Teppichbilder, die Virgen de la Caridad, Marionetten, die Huamantlada, die La Malinche und historische Gebäude der Stadt. Einige Werkstätten stellen kleine Stierfiguren aus Ton, Holz oder Kunstharz her.

Hinweise

Kunsthandwerk wird in Werkstätten und Geschäften im historischen Zentrum sowie an den Wochenenden rund um den Parque Juárez angeboten. Eine besonders große Auswahl bieten die Kunsthandwerksmärkte während der Feria de Huamantla im August. Einige Alfombrista-Werkstätten veranstalten zudem Kurse, bei denen Besucher die Arbeit mit gefärbtem Sägemehl und Schablonen kennenlernen können.

Gastronomie

Gastronomie in Huamantla

Die Küche Huamantlas beruht vor allem auf Mais, Bohnen, Chilis und den Erzeugnissen des Maguey. Zu den verbreiteten Gerichten gehören Barbacoa, Mixiotes, Mole, Tlacoyos und Chileatole. Eine besondere Stellung nehmen die Muéganos ein, die als bekannteste Süßspeise der Stadt gelten. In den ländlichen Ortschaften der Gemeinde sind außerdem saisonale Zutaten wie Speisepilze, Wildkräuter, Escamoles und Magueyraupen gebräuchlich.

Muéganos aus Huamantla

Die Muéganos aus Huamantla unterscheiden sich deutlich von den gleichnamigen Süßigkeiten anderer Regionen Mexikos. Es handelt sich um flache, knusprige Gebäckstücke aus Weizenmehl, die mit Anis, Zimt und teilweise Gewürznelken aromatisiert werden. Mehrere Stücke werden mit einem dickflüssigen Sirup aus Piloncillo, einer festen Rohrzuckermasse, zusammengefügt und zwischen dünnen Oblaten angeboten.

Die örtliche Variante entstand nach mündlicher Überlieferung vor mehr als 120 Jahren. Muéganos werden in traditionellen Bäckereien, Süßwarengeschäften, auf Märkten und während auf den Festen verkauft. Sie werden allein, zu Kaffee oder heißer Schokolade und gelegentlich zusammen mit Zitroneneis gegessen.

Barbacoa und Mixiotes

Für die traditionelle Barbacoa wird meist Lammfleisch verwendet. Das Fleisch wird in Magueyblätter eingeschlagen und langsam gegart, ursprünglich in einem mit heißen Steinen vorbereiteten Erdofen. Dazu werden Fleischbrühe, Salsa und frisch zubereitete Tortillas gereicht.

Mixiotes sind portionsweise verpackte Fleischgerichte. Gewürztes Lamm-, Schweine- oder Hühnerfleisch wird mit einer Chilisauce, Kräutern und teilweise Kartoffeln oder Nopalkaktus in einer dünnen Hülle gedämpft. Der Name bezeichnet sowohl das Gericht als auch die früher verwendete Haut aus dem Inneren eines Magueyblattes.

Maisgerichte und Hülsenfrüchte

Zu den typischen Maisgerichten gehören Tlacoyos, dicke ovale Maisfladen mit einer Füllung aus Bohnen, Saubohnen oder gemahlenen Trockenerbsen. Chileatole ist eine dickflüssige, herzhafte Maissuppe aus jungen Maiskörnern, Maismasse, Chili und Gewürzkräutern. Während der Feria de Huamantla wird dem Gericht mit einer öffentlichen Chileatole-Verkostung eine eigene Veranstaltung gewidmet.

Fleischgerichte und Mole

Bei Familienfesten und religiösen Feiern werden verschiedene Molegerichte zubereitet. Der Mole huamantleco ist eine dicke, leicht süßliche Sauce aus mehreren Chilisorten, Erdnüssen, Sesam, Rosinen, Kochbananen, Gewürzen und Schokolade. Er wird gewöhnlich mit Hühnerfleisch, Reis und Tortillas serviert.

Zur ländlichen Küche gehören außerdem Kaninchen in einer würzigen Chilisauce oder in Pulque sowie Schweinefleisch in einer Sauce aus gerösteten Pasilla-Chilis, grünen Tomaten und Gewürzen. Chilpoposo ist ein regionales Gericht aus kleinen getrockneten Fischen, Chipotle-Chili, Tomaten und Maismasse.

Pulque und Aguamiel

Die Magueypflanze prägte über lange Zeit die Landwirtschaft der Region. Aus ihrem süßen Pflanzensaft, dem Aguamiel, entsteht durch natürliche Gärung Pulque. Das milchig-trübe, leicht alkoholische Getränk wird pur oder als Curado angeboten, bei dem Pulque mit Früchten, Nüssen oder anderen Zutaten aromatisiert wird.

Saisonale Zutaten

Escamoles, die Larven bestimmter Ameisenarten, werden hauptsächlich im Frühjahr gesammelt und mit Butter, Epazote oder Chili zubereitet. Insektenraupen, die bei bestimmten Magueyarten vorkommen werden auf dem Comal geröstet und als Füllung von Tacos verwendet. Beide Spezialitäten sind saisonal verfügbar und vergleichsweise teuer.

Süßspeisen und eingemachte Früchte

Neben den Muéganos werden in Huamantla kandierte und eingemachte Früchte hergestellt. Dazu gehören Pfirsiche sowie weitere Früchte aus den landwirtschaftlich genutzten Gebieten der Gemeinde. Ebenfalls verbreitet sind Tlaxcales, dreieckige Maisküchlein, die auf einer heißen Platte gebacken und teilweise mit Fruchtkompott serviert werden.

Feste und Feierlichkeiten

Feste und Feierlichkeiten

Der Festkalender Huamantlas wird von katholischen Feiertagen, lokalen Traditionen und der Herstellung vergänglicher Kunstwerke aus Blumen und gefärbtem Sägemehl geprägt.

Februar oder März – Karneval

Der Karneval findet abhängig vom Ostertermin im Februar oder März statt. In der Stadt und den umliegenden Ortschaften treten sogenannte Camadas auf. Dabei handelt es sich um organisierte Tanzgruppen, deren Mitglieder als Huehues bezeichnet werden. Die Tänzer tragen traditionelle Kostüme und teilweise geschnitzte Masken. Auf Straßen und Plätzen führen sie festgelegte Gruppentänze auf, die von Blaskapellen begleitet werden.

August – Feria de Huamantla

Die Feria de Huamantla ist das größte Volks- und Patronatsfest der Stadt. Sie wird zu Ehren der Virgen de la Caridad, der Jungfrau der Nächstenliebe, veranstaltet und beginnt gewöhnlich Ende Juli oder Anfang August. Das mehrere Wochen dauernde Programm umfasst Gottesdienste und Wallfahrten ebenso wie Konzerte, Ausstellungen, Kunsthandwerksmärkte, gastronomische Veranstaltungen, Sportwettbewerbe und mexikanische Reitvorführungen.

Zu den traditionellen Höhepunkten gehören:

  • der Desfile de las Flores oder Desfile de la Dalia, ein Festumzug mit geschmückten Wagen, Blumen und Darstellungen der regionalen Kultur,

  • die Carrera de Carcachas, ein Rennen mit umgebauten älteren Fahrzeugen,

  • die „Noche que Nadie Duerme“, bei der die Straßen für eine nächtliche Marienprozession mit farbigen Teppichen geschmückt werden,

  • und die Huamantlada, eine Veranstaltung mit freigelassenen Kampfstieren in einem abgesperrten Straßenbereich.

Die Termine der einzelnen Veranstaltungen werden jedes Jahr neu festgelegt. Eine Ausnahme bildet die „Noche que Nadie Duerme“, die stets in der Nacht vom 14. auf den 15. August stattfindet.

La Noche que Nadie Duerme

Die „Nacht, in der niemand schläft“ ist der wichtigste religiöse und kulturelle Höhepunkt Huamantlas. Am Abend des 14. August gestalten Familien und Kunsthandwerker auf den Straßen des historischen Zentrums lange Prozessionsteppiche aus gefärbtem Sägemehl, Blumen, Samen und weiteren pflanzlichen Materialien.

Nach Mitternacht wird das Bildnis der Virgen de la Caridad aus der Basilika getragen und über die geschmückten Straßen geführt. Gottesdienste, Gebete, Musik und Feuerwerk begleiten die Prozession bis in die frühen Morgenstunden des 15. August.

Während der Feria entstehen im Atrium der Basilika außerdem regelmäßig großflächige Schaubilder aus Sägemehl und Blumen. Diese werden als Alfombras bezeichnet. Die schmaleren Bilder auf den Straßen bilden den Weg der Prozession.

August – Huamantlada

Die Huamantlada findet an einem Samstag nach der „Noche que Nadie Duerme“ statt. Das genaue Datum wird jedes Jahr neu festgelegt. Bei dieser Veranstaltung werden mehrere Kampfstiere in einem abgesperrten Straßenbereich durch das Zentrum Huamantlas getrieben. Die Huamantlada wurde 1954 erstmals veranstaltet und orientierte sich ursprünglich am Stierlauf von Pamplona.

Oktober – Internationales Puppentheaterfestival „Rosete Aranda“

Das Internationale Puppentheaterfestival „Rosete Aranda“ erinnert an eine bekannte Puppenspielerfamilie aus Huamantla. Es findet im Oktober statt und bietet Aufführungen mexikanischer und internationaler Ensembles, Workshops, Ausstellungen und weitere kulturelle Veranstaltungen.

Das Festival wird an verschiedenen Orten im Bundesstaat Tlaxcala ausgerichtet. Huamantla gehört aufgrund seiner Puppenspieltradition und des Nationalen Puppenmuseums zu den wichtigsten Veranstaltungsorten. Die Termine und Spielstätten wechseln von Jahr zu Jahr.

Oktober – Jahrestag der Stadtgründung

Am 18. Oktober erinnert Huamantla an seine Gründung im Jahr 1534. Die kommunalen Feierlichkeiten umfassen einen offiziellen Festakt sowie historische, kulturelle und künstlerische Veranstaltungen. Das erweiterte Programm kann bereits zu Beginn des Monats einsetzen.

Weitere Feiertage

Auch die Karwoche, der Tag der Toten, die mexikanischen Unabhängigkeitsfeiern am 15. und 16. September, das Fest der Jungfrau von Guadalupe am 12. Dezember und die Posadas in den Tagen vor Weihnachten werden in Huamantla begangen. Darüber hinaus besitzen die Stadtviertel und Ortschaften der Gemeinde eigene Patronatsfeste.

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Huamantla

Jahr Bevölkerung gesamt davon Frauen davon Männer Veränderung
2020 59.871 31.271 28.600 15,15%
2010 51.996 27.067 24.929 27,27%
2000 40.854 21.129 19.725 26,90%
1990 32.195 16.559 15.636  

Religion in Huamantla

Die Bevölkerung ist überwiegend katholisch. Bei der letzten INEGI-Volkszählung im Jahr 2020 ergab sich folgende Verteilung:

Katholisch 54.132 Personen
Protestantisch 2.810 Personen
Andere Religionen 50 Personen
keine Religionszugehörigkeit 2.796 Personen

Gemeinde (municipio): Huamantla

Huamantla ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.  Im Jahr 2020 hatte die Gemeinde 98.764 Einwohner, davon 51.003 weibliche und 47.761 männliche Personen.

INEGI – Municipios

economia.gob.mx – Statistiken über die Gemeinde

Fläche und Landnutzung

Fläche und Landnutzung

Das Municipio Huamantla umfasst eine Fläche von rund 346,85 Quadratkilometern und nimmt damit etwa 8,7 Prozent des Bundesstaates Tlaxcala ein.

Nach Angaben des INEGI werden 68,73 Prozent des Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt. Waldflächen nehmen 12,50 Prozent ein, weitere 7,23 Prozent bestehen aus Buschland. Auf Siedlungsflächen entfallen 8,67 Prozent und auf Gras- und Weideland 2,57 Prozent. Die übrigen 0,30 Prozent sind weitgehend vegetationslose Flächen. Diese verfügbare prozentuale Aufschlüsselung der Landnutzung stammt aus dem Gemeindekompendium des INEGI von 2010.

Sehenswürdigkeiten, Attraktionen und Museen

Huamantla zählt zu den traditionsreichsten Orten im Bundesstaat Tlaxcala. Das historische Zentrum wird von Kirchen, Klosteranlagen und kolonialen Gebäuden geprägt. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre farbenprächtigen Straßenteppiche aus Sägemehl, Blumen und anderen Naturmaterialien sowie für ihre lange Puppenspieltradition. Auch die Umgebung bietet mit historischen Haciendas und dem Nationalpark La Malinche verschiedene Ausflugsmöglichkeiten.

SehenswertesMuseenArchäologische Stätten

Sehenswertes in Huamantla

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Huamantla liegen im historischen Zentrum und lassen sich gut bei einem Rundgang zu Fuß erkunden. Ausgangspunkt ist der Parque Juárez, um den sich mehrere bedeutende Gebäude wie das ehemalige Franziskanerkloster, das Rathaus und weitere historische Bauwerke befinden.

Historisches Zentrum und Plätze

Plaza Principal / Parque Juárez - Hauptplatz und Juárez-Park

Plaza Principal / Parque Juárez 

Der Parque Juárez bildet den Mittelpunkt des historischen Zentrums von Huamantla. Die frühere Plaza Mayor diente während der Kolonialzeit und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem als Markt- und Handelsplatz. Im Zuge der städtebaulichen Umgestaltung um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde der Platz in eine begrünte Parkanlage mit Wegen, Brunnen und Sitzbereichen umgewandelt.

Im Zentrum steht der charakteristische Musikpavillon, der 1905 eingeweiht wurde und bis heute zu den Wahrzeichen Huamantlas gehört. Der Parque Juárez dient als Treffpunkt und Veranstaltungsort für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen.

Rund um den Platz befinden sich mehrere bedeutende Gebäude und Einrichtungen, darunter der Palacio Municipal mit dem Stadtmuseum, das Puppenmuseum, das Kulturhaus sowie die Kirche und der ehemalige Franziskanerkonvent San Luis Obispo.

Besichtigung: frei zugänglicher Platz

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Palacio Municipal – Rathaus

Palacio Municipal – Rathaus

Der Palacio Municipal befindet sich unmittelbar am Parque Juárez. Die ältesten Teile des Gebäudes stammen aus dem 16. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurde es mehrfach umgebaut. Seit 1886 dient es als Sitz der Stadtverwaltung. Die heutige Fassade zeigt neoklassizistische, französisch beeinflusste Elemente und wird von einer Uhr, einer kleinen Glocke und dem mexikanischen Staatswappen geprägt.

Besonders sehenswert sind die Wandmalereien im Eingangsbereich. Mit ihrer Ausführung begann der tlaxcaltekische Künstler Desiderio Hernández Xochitiotzin im Jahr 1968. Sie schildern wichtige Abschnitte der Geschichte Huamantlas, darunter die Ankunft der Otomí, die Begegnung mit den Spaniern, die Gründung der Stadt und bedeutende Persönlichkeiten der lokalen Geschichte. Als Grundlage dienten historische Dokumente wie der Códice de Huamantla. Nach dem Tod des Künstlers wurden noch fehlende Bereiche nach seinen Entwürfen von seinem Sohn Cuauhtlatohuac Xochitiotzin und dem Maler Efrén Chacón fertiggestellt.

Die Wandgemälde können täglich von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden.

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Kirchen, Klöster und religiöse Bauwerke

Ehemaliger Franziskanerkonvent San Luis Obispo

Ex Convento Franciscano de San Luis Obispo

Der ehemalige Franziskanerkonvent San Luis Obispo gehört zu den ältesten Bauwerken Huamantlas. Der Konvent wurde im 16. Jahrhundert gegründet und ab 1567 errichtet. Um 1585 waren der zweigeschossige Kreuzgang mit Innenhof, Wohn- und Gemeinschaftsräume sowie weitere Teile der Anlage fertiggestellt. Der Komplex wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach verändert.

Der Konvent ist um einen quadratischen Innenhof mit zweigeschossigen Arkadengängen angelegt. Zum historischen Ensemble gehören außerdem die Klosterkirche, eine große offene Kapelle und weitere Kapellen. Teile der Anlage werden noch heute von den Franziskanern bzw. für andere Einrichtungen genutzt.

Die Klosterkirche kann besichtigt werden. Der Zugang zum Kreuzgang und zu weiteren Bereichen des ehemaligen Konvents ist nur teilweise möglich.

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Pfarrkirche des Heiligen Ludwig von Toulouse

Parroquia de San Luis Obispo de Tolosa

Die Parroquia de San Luis Obispo de Tolosa liegt unmittelbar am Parque Juárez und ist dem Schutzpatron von Huamantla gewidmet. Die heutige Kirche entstand während der Kolonialzeit und erhielt ihre wesentliche architektonische Gestaltung im 17. und 18. Jahrhundert. Ihre Fassade aus grauem Naturstein ist mit Nischen und Skulpturen geschmückt; der Glockenturm wurde im 18. Jahrhundert errichtet.

Die Kirche besitzt einen kreuzförmigen Grundriss mit Tonnengewölben und einer Kuppel. Im Inneren sind religiöse Gemälde und Skulpturen aus der Kolonialzeit erhalten. Zu den besonderen Ausstattungsstücken gehört außerdem eine barocke Orgel aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche spielt bis heute eine wichtige Rolle bei den religiösen Festen Huamantlas.

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Basilika „Unserer Lieben Frau von der Barmherzigkeit“

Basílica de Nuestra Señora de la Caridad

Die Basilika gehört zu den bedeutendsten religiösen Stätten Huamantlas. An ihrer Stelle befand sich ursprünglich ein koloniales Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Zwischen 1968 bis 1974 entstand die heutige Basilika. Der moderne Kirchenbau besitzt einen kreuzförmigen Grundriss, hohe gewölbte Decken, zwei schlanke Türme und einen großen vorgelagerten Atriumbereich.

In der Basilika wird die Jungfrau der Barmherzigkeit verehrt, deren Bildnis der Überlieferung zufolge im 17. Jahrhundert nach Huamantla gelangte. Ursprünglich als Jungfrau Mariä Himmelfahrt verehrt, erhielt sie ihren heutigen Namen nach der Tradition der Franziskaner, an Bedürftige Lebensmittel und andere Hilfsgüter auszugeben.

Die Basilika bildet den religiösen Mittelpunkt der Augustfeierlichkeiten von Huamantla. In der Nacht vom 14. auf den 15. August beginnt hier die Prozession der „Noche que Nadie Duerme“, für die zahlreiche Straßen mit farbigen Teppichen aus Sägemehl, Blumen und anderen Naturmaterialien geschmückt werden.

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Weitere Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Stierkampfarena La Taurina

Plaza de Toros La Taurina „Fernando de los Reyes El Callao“

Die Plaza de Toros La Taurina gehört zu den traditionsreichen Veranstaltungsorten Huamantlas. Bereits zwischen 1890 und 1916 befand sich an dieser Stelle eine rechteckige Stierkampfarena. Anschließend wurde eine kreisförmige Holzarena errichtet, die 1918 eröffnet wurde. Die Anlage wurde mehrfach umgebau. Im Jahr 2006 erhielt sie ihre heutige Überdachung. Ihren vollständigen Namen trägt die Arena zu Ehren des aus Huamantla stammenden Stierkämpfers Fernando de los Reyes „El Callao“.

Die Arena wird bis heute für Stierkämpfe und weitere Veranstaltungen genutzt. Zu den bekanntesten Veranstaltungen gehört die „Corrida de las Luces“ (Lichterlauf), die im August stattfindet. Unmittelbar neben der Arena befindet sich das Museum Taurino, das die Geschichte des Stierkampfs in Huamantla und Tlaxcala dokumentiert.

Eine Besichtigung der Arena ist von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr möglich. Der Zugang muss über das benachbarte Museum Taurino angefragt werden.

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Märkte, Parks und Gärten

Mercado Municipal – Städtischer Markt

Mercado Municipal

Der Mercado Municipal liegt im Zentrum von Huamantla und dient der täglichen Versorgung der Einwohner. An den verschiedenen Verkaufsständen werden unter anderem Obst und Gemüse, Fleischwaren, Gewürze, Lebensmittel und weitere Waren des täglichen Bedarfs angeboten.

Für Besucher bietet der Markt einen Einblick in das alltägliche Leben der Stadt und die Möglichkeit, regionale Produkte und typische Gerichte kennenzulernen. An mehreren Ständen und kleinen Garküchen werden einfache Speisen und lokale Spezialitäten angeboten.

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Wochenmärkte und Kunsthandwerk

Wochenmärkte und Kunsthandwerk

Neben dem Mercado Municipal finden in Huamantla regelmäßig weitere Märkte statt. Sie ergänzen das alltägliche Warenangebot und bieten Besuchern die Möglichkeit, regionales Kunsthandwerk und typische Produkte aus Huamantla und der Umgebung kennenzulernen.

Corredor Artesanal Parque Juárez

Rund um den Parque Juárez präsentieren lokale Kunsthandwerker regelmäßig ihre Erzeugnisse. Angeboten werden unter anderem dekorative Arbeiten, Textilien, Schmuck und weitere handgefertigte Produkte aus Huamantla und der Region.

Der Kunsthandwerksmarkt findet in der Regel von Freitag bis Sonntag zwischen 10:00 und 17:00 Uhr statt.

Mittwochs-Tianguis

Der traditionelle Tianguis, der regelmäßige Wochenmarkt von Huamantla, findet mittwochs auf dem Festplatz der Stadt, dem Recinto Ferial, statt. Während der Feste wird er vorübergehend verlegt.

Das Angebot umfasst Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse ebenso wie Kleidung, Haushaltswaren und verschiedene weitere Produkte. Der Markt vermittelt einen guten Eindruck vom Handelsleben der Region.

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Sehenswertes und Aktivitäten in der Umgebung

Auch die Umgebung von Huamantla bietet verschiedene Möglichkeiten für Ausflüge. Südwestlich der Stadt erstreckt sich der Nationalpark La Malinche mit Wanderwegen und Möglichkeiten zur Naturbeobachtung. In der näheren Umgebung liegen außerdem historische Haciendas, die an die landwirtschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Region erinnern.

Nationalpark La Malinche

Parque Nacional La Malinche

Der Nationalpark La Malinche liegt südwestlich von Huamantla und erstreckt sich über Teile der Bundesstaaten Tlaxcala und Puebla. Mittelpunkt des rund 46.100 ha großen Schutzgebietes ist der 4.420 m hohe Berg La Malinche, auch Matlalcuéyatl genannt. Seine Hänge sind von Kiefern-, Tannen- und Eichenwäldern geprägt, während in höheren Lagen alpine Gras- und Felslandschaften vorherrschen.

Der Nationalpark bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und zur Naturbeobachtung. Auch Mountainbike- und Reitausflüge sowie anspruchsvollere Bergtouren bis zum Gipfel sind möglich. Von Huamantla liegt der Nationalpark ca. 15 km entfernt.

Ausführliche Informationen finden sich in dem Beitrag:

Nationalpark La Malinche

Parque Nacional La Malinche   Lage und Daten   + Virtuelle Rundgänge, Videos und Fotos     Linkhinweise und Quellen

Historische Haciendas in der Umgebung von Huamantla

Historische Haciendas in der Umgebung von Huamantla

In der Umgebung von Huamantla befinden sich zahlreiche historische Haciendas, die an die frühere landwirtschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Region erinnern. Viele der Anlagen entstanden zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert und dienten dem Ackerbau, der Viehzucht und der Herstellung von Pulque. Zu den typischen Bestandteilen gehörten das Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude und Stallungen, eine Kapelle sowie meist ein Gebäude zur Verarbeitung des Agavensaftes.

Nach der Mexikanischen Revolution und den anschließenden Agrarreformen verloren die Haciendas ihre frühere wirtschaftliche Funktion oder wurden aufgeteilt. Einige der historischen Anlagen sind heute restauriert und werden als Hotels, Restaurants oder Veranstaltungsorte genutzt, andere dienen weiterhin landwirtschaftlichen Zwecken. Eine Besichtigung ist deshalb nicht überall möglich und sollte bei den zugänglichen Haciendas meist vorher vereinbart werden.

Hacienda Heutige Nutzung / Zugang
Hacienda San Francisco Tecoac Hotel, Restaurant und Veranstaltungsort, Besichtigungsmöglichkeiten sind zeitlich begrenzt
Hacienda San Pedro Tenexac Zuchtbetrieb für Kampfstiere, Besichtigung der historischen Hacienda nach vorheriger Anmeldung
Hacienda San Diego Baquedano Unterkunft und Veranstaltungsort, Besichtigung nach vorheriger Absprache
Hacienda Santa Bárbara „Casa Malinche“ Hotel mit verschiedenen Erlebnisangeboten, Besuch bzw. Aktivitäten nach Reservierung
Hacienda San Francisco Soltepec Hotel, weitere Bereiche sind überwiegend Hotelgästen und Restaurantbesuchern vorbehalten
Hacienda San Juan Bautista Tepeyahualco Unterkunft und Restaurant, geführte Besichtigung nach vorheriger Anmeldung
Hacienda San Diego Xalpatlahuaya private Ferienunterkunft, Besichtigung nach vorheriger Anmeldung

Museen in Huamantla

Huamantla gehört zu den wichtigsten Museumsorten im Bundesstaat Tlaxcala. Die Stadt ist besonders durch das Museo Nacional del Títere bekannt, das an die Tradition der Puppenspielerfamilie Rosete Aranda erinnert. Daneben gibt es Museen zur Stadtgeschichte und zur regionalen Stierkampftradition.

Stadtmuseum von Huamantla

Museo de la Ciudad de Huamantla

Das Museum befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem späten 16. Jahrhundert, das früher unter anderem als Zehnthof, Getreidebörse, Krankenhaus und Gefängnis genutzt wurde. Heute beherbergt es neben der Stadtverwaltung auch das Stadtmuseum. Die Ausstellung widmet sich der Geschichte und Kultur der Gemeinde von der vorspanischen Zeit bis zur Gegenwart. Gezeigt werden archäologische Fundstücke, technische Geräte, medizinische Utensilien, religiöse Kunstwerke, Musikinstrumente, Auszeichnungen und Fotografien bedeutender Persönlichkeiten.

Ausführliche Informationen zum Museum finden sich in dem Beitrag:

Stadtmuseum von Huamantla

Das Stadtmuseum zeigt die Geschichte Huamantlas von der vorspanischen Zeit bis zur Gegenwart. Die breit gefächerte Sammlung umfasst archäologische Fundstücke, historische Dokumente und Fotografien ebenso […weiterlesen]

Nationales Puppenmuseum Rosete Aranda

Museo Nacional del Títere „Rosete Aranda“

Das Museum widmet sich der Geschichte des Puppenspiels in Mexiko und international. Es erinnert besonders an die aus Huamantla stammende Puppenspielerfamilie Rosete Aranda, deren Marionetten- und Figurentheater im 19. und 20. Jahrhundert große Bekanntheit erlangte. Die Sammlung umfasst mehr als 500 Puppen verschiedener Techniken, Epochen und Herkunftsregionen, darunter Figuren der Rosete-Aranda-Tradition, mexikanisches Guiñol-Theater sowie Stücke aus Asien und Europa.

Ausführliche Informationen zum Museum finden sich in dem Beitrag:

Nationales Puppenmuseum „Rosete Aranda“, Huamantla

Das Nationale Puppenmuseum in Huamantla widmet sich der Geschichte des Puppentheaters in Mexiko und anderen Teilen der Welt. Im Mittelpunkt steht die aus Huamantla stammende […weiterlesen]

Pulque-Museum

Museo del Pulque

Das Museum befindet sich in der Hacienda Soltepec bei Huamantla. Es ist im ehemaligen Tinacal der Hacienda untergebracht, also in dem Bereich, der traditionell der Verarbeitung und Lagerung von Pulque diente. Die Ausstellung erklärt Herkunft und Herstellung des Getränks, von der Gewinnung des Aguamiel bis zur Reifung und Fermentation. Gezeigt werden unter anderem Fässer, Werkzeuge und weitere Objekte, die früher bei der Pulque-Produktion verwendet wurden.

Ausführliche Informationen zum Museum finden sich in dem Beitrag:

Pulque-Museum, Huamantla

Das kleine Museum in der Hacienda Soltepec erläutert die Gewinnung des Aguamiel und seine Verarbeitung zu Pulque. Historische Geräte, Fotografien und verschiedene Gärgefäße zeigen, wie […weiterlesen]

Stierkampfmuseum von Huamantla

Museo Taurino de Huamantla

Das Museum befindet sich neben der Stierkampfarena von Huamantla und widmet sich der Geschichte des Stierkampfs in Mexiko. Die Ausstellung zeigt unter anderem historische Plakate, Fotografien, Modelle mexikanischer Stierkampfarenen, bestickte Stierkämpferkostüme, Umhänge, Tücher, Skulpturen und weitere Objekte. Ein besonderer Bezug besteht zur Stierkampftradition Huamantlas und zur Huamantlada, die zu den bekannten Festveranstaltungen der Stadt gehört.

Ausführliche Informationen zum Museum finden sich in dem Beitrag:

Stierkampfmuseum von Huamantla

Das Museum dokumentiert die Geschichte des Stierkampfs in Huamantla und im Bundesstaat Tlaxcala. Plakate, Fotografien, Modelle, Kleidungsstücke, Ausrüstungsgegenstände und Kunstwerke veranschaulichen die Entwicklung dieser regional […weiterlesen]

Museen im Bundesstaat Tlaxcala

Der Bundesstaat Tlaxcala besitzt eine überschaubare, aber vielseitige Museumslandschaft. Die Museen widmen sich vor allem der regionalen Geschichte, archäologischen Funden, kolonialer Kunst, religiösen Traditionen, Volkskunst und lokalen Handwerken. Neben der Hauptstadt Tlaxcala verfügen auch Orte wie Huamantla, Apizaco, Ixtenco, Tlaxco oder Atltzayanca über Museen

Ausführliche Informationen finden sich in dem Beitrag:

Museen im Bundesstaat Tlaxcala

Im Bundesstaat Tlaxcala befinden sich zahlreiche Museen, die unterschiedliche Aspekte der regionalen Geschichte, Kunst und Kultur dokumentieren. Sie widmen sich unter anderem der vorspanischen Vergangenheit, […weiterlesen]

Archäologische Stätten in der Umgebung

In der Umgebung von Huamantla befinden sich mehrere archäologische Stätten, die einen Einblick in die vorspanische Geschichte Tlaxcalas geben. Besonders gut erreichbar sind Tizatlán und Ocotelulco, die beide rund 45 Kilometer von Huamantla entfernt liegen. Sie gehörten zu den wichtigen Zentren des spätpostklassischen Tlaxcala und sind vor allem durch ihre archäologischen Befunde und bemalten Altäre beziehungsweise Keramikfunde von Bedeutung.

Archäologische Stätte Ocotelulco

Zona Arqueológica de Ocotelulco

Ocotelulco liegt im Municipio Totolac, nur wenige Kilometer westlich von Tlaxcala-Stadt. Der Ort gehörte zur Zeit der spanischen Ankunft zu den vier bedeutenden Herrschaftszentren von Tlaxcallan und war Sitz des Herrschers Maxixcatzin. Zugleich spielte Ocotelulco als Handels- und Marktzentrum eine wichtige Rolle.

Bei Ausgrabungen wurde ein kleiner Tempel mit einem polychrom bemalten Altar freigelegt. Die erhaltenen Wandmalereien zeigen religiöse Motive und gehören zu den bedeutenden Beispielen tlaxcaltekischer Ritualkunst.

Weitere Informationen finden sich in dem Beitrag:

Archäologische Stätte „Ocotelulco“

Die archäologische Stätte liegt am nördlichen Stadtrand von Tlaxcala, direkt an der Dorfkirche von San Francisco Ocotelulco. Die Untersuchungen haben ergeben, dass es drei wichtige […weiterlesen]

Archäologische Stätte Tizatlán

Zona Arqueológica de Tizatlán

Tizatlán liegt nur wenige Kilometer nördlich von Tlaxcala-Stadt und gehörte zur Zeit der spanischen Ankunft zu den vier bedeutenden Herrschaftszentren von Tlaxcallan. Der Ort war Sitz von Xicohténcatl und spielte eine wichtige politische und militärische Rolle.

Besonders sehenswert sind die erhaltenen Reste des Palastbereichs sowie zwei polychrom bemalte Altäre. Ihre Darstellungen zeigen unter anderem Mictlantecuhtli, Tezcatlipoca und Camaxtli, eine der wichtigsten Gottheiten der Tlaxcalteken.

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Archäologische Stätte „Tizatlán“

Tizatlán, dessen Name aus dem Nahuatl stammt und „Ort aus Kreide“ oder „Ort der weißen Erde“ bedeutet, befindet sich auf einer Erhebung im nordöstlichen Teil […weiterlesen]

Auch Cacaxtla und Xochitécatl lassen sich von Huamantla aus als Tagesausflug besuchen. Beide Stätten liegen etwa 67 bis 70 Kilometer entfernt und gehören zu den bedeutendsten archäologischen Orten des Bundesstaates. Cacaxtla ist besonders für seine außergewöhnlich erhaltenen Wandmalereien bekannt, während Xochitécatl als Zeremonialzentrum mit monumentalen Bauwerken und zahlreichen Tonfiguren hervorsticht.

Archäologische Stätte Cacaxtla

Zona Arqueológica de Cacaxtla

Cacaxtla liegt im Municipio Nativitas südwestlich von Tlaxcala-Stadt und entwickelte sich vor allem zwischen 650 und 900 n. Chr. zu einem bedeutenden politischen, militärischen und wirtschaftlichen Zentrum der Region.

Besonders bekannt ist Cacaxtla für seine außergewöhnlich gut erhaltenen Wandmalereien. Die Darstellungen zeigen religiöse, kriegerische und mythologische Szenen und vereinen Einflüsse verschiedener mesoamerikanischer Kulturregionen.

Weitere Informationen finden sich in dem Beitrag:

Archäologische Stätte „Cacaxtla“

Die archäologische Zone befindet sich südwestlich der Stadt Tlaxcala, in der Gemeinde Natívitas. Die Stätte liegt auf einem Hügel, der mit Erdwällen und Gräben befestigt […weiterlesen]

Archäologische Stätte Xochitécatl

Zona Arqueológica de Xochitécatl

Xochitécatl liegt im Municipio Nativitas südwestlich von Tlaxcala-Stadt und war vor allem zwischen etwa 600 und 100 v. Chr. ein bedeutendes zeremonielles Zentrum. Die Anlage wurde auf dem Gipfel eines vulkanischen Hügels errichtet und später während der Epiklassik (ca. 650–900 n. Chr.) erneut genutzt.

Zu den wichtigsten Bauwerken gehören die Überreste von drei Pyramiden und einer Plattform. Bei den Ausgrabungen wurden zahlreiche weibliche Tonfiguren und Opfergaben gefunden. In der Forschung werden sie mit Vorstellungen von Fruchtbarkeit und rituellen Kulten in Verbindung gebracht.

Weitere Informationen finden sich in dem Beitrag:

Archäologische Stätte „Xochitécatl“

Die archäologische Zone befindet sich südwestlich der Stadt Tlaxcala, in der Gemeinde Natívitas, neben der Ausgrabungsstätte von Cacaxtla. Hierbei handelt es sich um ein zeremonielles […weiterlesen]

Archäologische Stätten im Bundesstaat Tlaxcala

Der Bundesstaat Tlaxcala besitzt mehrere bedeutende archäologische Stätten, die unterschiedliche Phasen der vorspanischen Geschichte dokumentieren. Besonders bekannt sind Cacaxtla und Xochitécatl, aber auch Tizatlán, Ocotelulco und Tecoaque-Zultepec geben wichtige Einblicke in die politische, religiöse und kulturelle Entwicklung der Region. Viele dieser Orte verfügen über eigene Site-Museen oder Ausstellungsbereiche, in denen Fundstücke präsentiert und die Geschichte der jeweiligen Stätte erläutert werden.

Entfernungen von Huamantla
Archäologische Stätte Municipio Entfernung
Cacaxtla Nativitas ca. 67 km
Ocotelulco Totolac ca. 46 km
Tecoaque-Zultepec Calpulalpan ca. 93 km
Tizatlán Tlaxcala ca. 45 km
Xochitécatl Nativitas ca. 70 km

Ausführliche Informationen finden sich in dem Beitrag:

Archäologische Stätten in Tlaxcala

Der Bundesstaat Tlaxcala besitzt mehrere bedeutende archäologische Stätten, die unterschiedliche Epochen und Kulturen der vorspanischen Geschichte der Region dokumentieren. Zu den bekanntesten gehört Cacaxtla, das […weiterlesen]

Unterkünfte und Touren

Huamantla bietet verschiedene Möglichkeiten für einen kurzen Aufenthalt oder einen mehrtägigen Besuch. Neben Hotels und kleineren Unterkünften im Stadtzentrum stehen auch einige historische Haciendas in der Umgebung als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. Für die Erkundung der Stadt und der umliegenden Region werden außerdem geführte Touren und unterschiedliche Aktivitäten angeboten. Die folgenden Angebote ermöglichen einen Vergleich verfügbarer Unterkünfte sowie buchbarer Ausflüge und Erlebnisse.

Geführte Touren und AusflügeUnterkünfte

Lokale Tourenanbieter in Huamantla

Örtliche Veranstalter bieten Stadtführungen sowie Ausflüge zu Haciendas, Handwerksbetrieben und Naturzielen in der Umgebung an. Zum Angebot gehören außerdem thematische Rundgänge, Fahrten mit dem Touristenzug sowie Wander- und Bergtouren zu La Malinche. Anbieter und aktuelle Touren können im örtlichen Tourismusbüro von Huamantla nachgefragt werden.

Geführte Touren und Ausflüge

Über GetYourGuide können verschiedene Aktivitäten in Huamantla und der Umgebung gebucht werden. Zum derzeitigen Angebot gehören ein geführter Stadtrundgang, bei dem wichtige Sehenswürdigkeiten und die Geschichte des Ortes vorgestellt werden, sowie Heißluftballonfahrten über Huamantla und die umliegende Landschaft. Darüber hinaus werden Wander- und Bergtouren im Nationalpark La Malinche angeboten. Ein Teil dieser Ausflüge beginnt jedoch nicht direkt in Huamantla, sondern wird mit Abfahrt in Puebla oder Mexiko-Stadt angeboten. 

GetYourGuide: Aktivitäten für Huamantla*

GetYourGuide: Aktivitäten im Bundesstaat Tlaxcala*


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Eine Zusammenstellung von weiteren Anbietern für Aktivitäten

Unterkünfte in Huamantla

In Huamantla stehen verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Angebot reicht von kleineren Hotels und Hostales bis zu komfortableren Häusern. Mehrere Unterkünfte befinden sich im oder nahe dem historischen Zentrum, sodass viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar sind. In der Umgebung können außerdem einzelne historische Haciendas als besondere Übernachtungsmöglichkeit gebucht werden.

Über Booking.com lassen sich die verfügbaren Unterkünfte nach Reisetermin, Lage, Ausstattung und Preiskategorie suchen und miteinander vergleichen.

Booking.com: Unterkünfte in Huamantla*

 Booking.com: Unterkünfte im Bundesstaat Tlaxcala*

Informationen zu Unterkünften in Mexiko, zum Hotelklassifizierungssystem oder weitere Suchmöglichkeiten gibt es unter: Unterkünfte in Mexiko

Reisehinweise, Links und Quellen

Reisehinweise

Die folgenden Reisehinweise geben einen Überblick über die medizinische Versorgung, Zahlungsmöglichkeiten, Internetzugang, Sprache und Sicherheit. Sie dienen der Vorbereitung des Aufenthalts und können je nach Reisezeit, Aufenthaltsdauer und persönlicher Situation unterschiedlich relevant sein.

Gesundheit

Gesundheit

  • Ärztliche Versorgung:
    In Huamantla gibt es ein Krankenhaus, ein öffentliches Gesundheitszentrum, private Arztpraxen und Apotheken. Das Hospital General de Huamantla verfügt über eine medizinische Notfallversorgung. Für spezialisierte Behandlungen stehen größere Krankenhäuser in der Stadt Tlaxcala zur Vergügung.

  • Impfungen und Vorsorge:
    Für die direkte Einreise aus Deutschland sind grundsätzlich keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Die Standardimpfungen sollten vollständig und aktuell sein. Als Reiseimpfung wird insbesondere Hepatitis A empfohlen. Weitere Impfungen richten sich nach Aufenthaltsdauer und persönlichem Risiko.

  • Trinkwasser:
    Leitungswasser sollte nicht getrunken werden. Zum Trinken und möglichst auch zum Zähneputzen empfiehlt sich abgefülltes, gefiltertes oder abgekochtes Wasser.

  • Höhenlage und Klima:
    Huamantla liegt auf einer Höhe von etwa 2.500 m und besitzt ein gemäßigtes, vergleichsweise kühles Klima. Besonders morgens, abends und während der Wintermonate können die Temperaturen deutlich absinken. Aufgrund der Höhenlage sollte auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. Wer nicht an größere Höhen gewöhnt ist, sollte körperliche Anstrengungen zu Beginn des Aufenthalts etwas ruhiger angehen.

Internet und Geld

Internet und Geld

  • Internet und Mobilfunk:
    Im Stadtgebiet von Huamantla ist Mobilfunk grundsätzlich gut verfügbar. Viele Hotels, Restaurants und Cafés bieten WLAN an. In ländlichen Gebieten und insbesondere bei Ausflügen in Richtung La Malinche kann der Mobilfunkempfang schwächer oder zeitweise nicht vorhanden sein.

  • Geldautomaten und Banken:
    Im Zentrum von Huamantla befinden sich verschiedene Banken und Geldautomaten. Geldautomaten sollten möglichst tagsüber und vorzugsweise innerhalb von Banken oder Einkaufszentren genutzt werden.

  • Zahlungsmittel:
    Kredit- und Debitkarten werden in vielen Hotels, Restaurants und Geschäften akzeptiert. Auf Märkten, an kleineren Verkaufsständen, in einfachen Gaststätten und für Trinkgelder empfiehlt es sich dennoch, etwas Bargeld mitzuführen.

Sprache

Sprache

  • Die Alltagssprache in Huamantla ist Spanisch. In Hotels und bei touristischen Angeboten wird teilweise auch Englisch gesprochen.

  • Einige einfache Sätze auf Spanisch sind besonders in kleineren Geschäften und auf Märkten hilfreich. Auch eine Übersetzungs-App mit heruntergeladenem Sprachpaket kann nützlich sein. (Siehe: Apps – Reise- und Alltagshilfen)

  • In der Region werden außerdem indigene Sprachen gesprochen, insbesondere Náhuatl und Otomí.

Sicherheit

Sicherheit

Für Huamantla und den Bundesstaat Tlaxcala besteht derzeit keine gesonderte Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Die Sicherheitslage in Mexiko kann sich jedoch regional und kurzfristig verändern. Vor Überlandfahrten und längeren Ausflügen sollten deshalb aktuelle Hinweise und örtliche Nachrichten geprüft werden.

  • Überlandfahrten sollten möglichst bei Tageslicht und auf Hauptstraßen oder mautpflichtigen Autobahnen erfolgen. Unbelebte Rastplätze und Tankstellen sollten besonders nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden.

  • Wertsachen und Dokumente sollten sicher verwahrt und nicht sichtbar im geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden. Auf Märkten, bei größeren Veranstaltungen und in öffentlichen Verkehrsmitteln ist auf persönliche Gegenstände zu achten.

  • Taxis sollten über die Unterkunft, einen offiziellen Taxistand oder eine etablierte Fahrdienst-App bestellt werden.

  • Während der Feria de Huamantla und insbesondere rund um die „Noche que Nadie Duerme“ im August kommt es zu großem Besucherandrang, Straßensperrungen und Änderungen der Verkehrsführung. Für diesen Zeitraum empfiehlt es sich, Unterkünfte frühzeitig zu reservieren und für Fahrten innerhalb der Stadt mehr Zeit einzuplanen.

  • Bei Wanderungen und Bergtouren im Nationalpark La Malinche sollten markierte und häufig genutzte Wege bevorzugt werden. Für längere, abgelegene oder anspruchsvolle Touren empfiehlt sich eine organisierte Tour oder die Begleitung durch einen qualifizierten örtlichen Führer.

Tourismusinformationen

Huamantla – Gobierno Municipal
Offizielle Webseite der Stadtverwaltung mit aktuellen Informationen, Veranstaltungen und kommunalen Angeboten
[Spanisch]

Secretaría de Turismo del Estado de Tlaxcala
Offizielle Tourismusseite des Bundesstaates Tlaxcala mit Informationen zu Huamantla und weiteren Reisezielen der Region
[Spanisch]

México Desconocido – Huamantla, Pueblo Mágico
Touristische Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Traditionen und Aktivitäten in Huamantla
[Englisch] | [Spanisch]

INAH – San Luis Huamantla
Informationen des Instituto Nacional de Antropología e Historia zum historischen Zentrum, seiner Geschichte und der geschützten Denkmalzone von Huamantla
[Englisch] | [Spanisch]

Wikipedia
Überblick zur Geschichte und weitere Informationen über den Ort
[Deutsch] | [Englisch] | [Spanisch]

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