Mexikanische Küche – Agua de Tamarindo

Quelle: Mexico-Info

Agua de Tamarindo ist ein in Mexiko weit verbreitetes Erfrischungsgetränk und gehört zu den klassischen Aguas Frescas. Es wird kalt serviert und besitzt einen süß-säuerlichen, leicht herben Geschmack. Obwohl Tamarinde heute fest zur mexikanischen Alltagsküche gehört, stammt die Pflanze ursprünglich nicht aus Mexiko. Das Getränk ist besonders auf Märkten, an Straßenständen und auch in Restaurants verbreitet.

Herkunft und Geschichte

Die Tamarinde (Tamarindus indica) stammt ursprünglich aus Afrika, wurde aber schon früh in anderen warmen Regionen angebaut. Besonders in Indien, Südostasien, Mittelamerika und Mexiko entwickelte sie eine große kulinarische Bedeutung. Die Frucht wächst in braunen, schotenartigen Hülsen. Verwendet wird vor allem das braune Fruchtmark, das süß-sauer schmeckt.

Der Name Tamarindo geht auf das arabische „tamr hindī“ zurück, was sinngemäß „indische Dattel“ bedeutet. Diese Bezeichnung verweist weniger auf die botanische Herkunft als auf den historischen Handel und die frühe Verbreitung der Frucht über Indien und arabische Handelsräume.

Nach Amerika gelangte die Tamarinde vermutlich im 16. Jahrhundert über koloniale Handelswege. In Mexiko passte sich der Baum gut an warme Regionen an und wurde mit der Zeit in die lokale Küche aufgenommen. Heute wird Tamarinde in Mexiko nicht nur für Getränke verwendet, sondern auch für Süßigkeiten, Saucen und Würzpasten.

Zutaten und Zubereitung

Agua de Tamarindo wird aus dem Fruchtmark der Tamarinde hergestellt. Dazu werden die Schoten in Wasser aufgekocht,  um anschließend das Fruchtmark zu lösen. Je nach Rezept können zusätzliche Zutaten ergänzt werden.

Zutaten

Die klassischen Zutaten zur Zubereitung eines Agua de Tamarindo sind:

  • Tamarindoschoten
  • Wasser
  • Zucker oder unraffinierter Rohrzucker (Piloncillo)
  • Eiswürfel

Zubereitung

Zunächst werden die Tamarindenschoten von der harten äußeren Schale befreit. Im Inneren befindet sich das braune, klebrige Fruchtfleisch, das die harten Kerne umgibt. Dieses Fruchtfleisch wird in heißem Wasser bei mittlerer Hitze etwa 10 bis 15 Minuten gekocht, damit es weich wird und sich später besser von den Kernen lösen lässt. Anschließend wird der Topf vom Herd genommen und die Masse abgekühlt.

Nun wird das Fruchtfleisch zerdrückt und die Kerne werden herausgelesen. Danach kann die Flüssigkeit entweder durch ein Sieb gestrichen werden, wobei das Fruchtfleisch weiter ausgedrückt wird, oder die Masse wird kurz im Mixer verarbeitet und bei Bedarf gefiltert, wenn sich beispielsweise noch Fasern darin befinden.

Der Tamarindenaufguss wird mit Wasser verdünnt. Je nach gewünschter Intensität kann das Getränk kräftiger oder milder zubereitet werden. Danach wird Zucker eingerührt, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Zum Schluss wird das Getränk kühl gestellt.

Servieren

Agua de Tamarindo wird traditionell gut gekühlt serviert und in der Regel mit Eiswürfeln angeboten. In Mexiko wird Agua de Jamaica oft in großen Getränkebehältern an Straßenständen oder auf Märkten angeboten.

Der säuerliche Geschmack passt gut zu würzigen, scharfen oder gehaltvollen Speisen.

Agua de Tamarindo-Variationen

Vom Agua de Tamarindo gibt es einige Variantionen, die aber auf der klassischen Zubereitung basieren.

  • Agua de Tamarindo
    tradicional Die klassische Variante besteht aus Tamarindenmark, Wasser und Zucker. Sie hat eine braune bis bernsteinfarbene Farbe und einen süß-säuerlichen Geschmack.
  • Agua de Tamarindo con Frutas
    Bei dieser Variante wird Agua de Tamarindo mit frischen Früchten ergänzt. Häufig mit Ananas, Orange, Mango oder Erdbeeren, die entweden kleingeschnitten oder püriert dem Getränk hinzugefügt werden. 
  • Agua de Tamarindo als Cocktailbasis
    Agua de Tamarindo eignet sich auch als Grundlage für Cocktails. Besonders gut passt der süß-saure Geschmack zu Tequila, Mezcal oder Campari. Häufig werden sie neben Limetten und Eis auch mit einem Chili-Salz-Rand serviert.

Internationale Getränke

Tamarindengetränke sind nicht nur in Mexiko bekannt. Auch im Nahen Osten, in Südasien, Südostasien, der Karibik und Teilen Südamerikas werden ähnliche Getränke aus Tamarindenmark, Wasser und Zucker zubereitet. Unterschiede bestehen vor allem in der Süßung, der Konzentration und möglichen Zusätzen wie Gewürzen

Linkhinweise und Quellen

Informationen zur Mexikanischen Küche

Larousse Cocina – Enzyklopädisches Wörterbuch der mexikanischen Gastronomie

SIC México: Gastronomía en México – Offizielle Übersicht der mexikanischen Gastronomie nach Bundesstaaten mit regionalen Küchen und kulturellen Hintergründen.
[Spanisch]


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