Doku – Mexiko – Neue Literaturlandschaften – 2009

Mexiko war 2009 Gastland auf der Pariser Buchmesse. ARTE hat sich deshalb auf die Spuren der großen Klassiker – wie Carols Fuentes oder Fernando del Paso – und der jungen Schriftsteller begeben.

Die Dokumentation gibt einen Einblick in höchst lesenswerte Klassiker, aber auch in verschiedene Tendenzen der zeitgenössischen mexikanischen Literatur. Sie versucht dabei nicht nur, die Fülle und Lebendigkeit der modernen mexikanischen Literatur einzufangen, sondern auch darzulegen, worin der besondere mexikanische Weg bei der Auseinandersetzung mit universell gültigen Fragestellungen unserer Zeit besteht.

Ob in Novellen, Mosaikromanen, Krimis oder historischen Romanen – die Literatur des Landes drängt danach, die schwindelerregenden Änderungen des Lebensrhythmus, der Landschaft, der Normen und Formen von Liebe und Verlangen, der Identität und Erinnerung, der Entwurzelung und Zugehörigkeit zu begreifen. In Europa bekannte und bereits mehrfach übersetzte Autoren kommen genauso zu Wort, wie junge Nachwuchsautoren. Einen besonderen Platz nehmen die Schriftsteller aus dem Norden ein. Sie bilden die virulenteste und fruchtbarste Strömung der modernen mexikanischen Literatur, denn sie erleben und interpretieren das Chaos an der Grenze zu den USA, das Gewalt aber auch ständig neue Stoffe hervorbringt.

Die Sendung basiert auf Gesprächen mit verschiedenen mexikanischen Autoren: Carlos Fuentes erzählt von den Revolutionsromanen der 60er Jahre, dem kolonialen und indigenen Erbe und der vielfältigen neuen Literatur, die die Realität im Norden des Landes wiedergibt. Ein Vertreter dieser Strömung ist Eduardo Antonio Parra, der sich mit dem Leben an der mexikanisch-amerikanischen Grenze auseinandersetzt, das von Schmuggel, illegaler Migration und dem amerikanischen Traum geprägt ist. Die Präsenz der tödlichen Gewalt, die schnell zur alltäglichen Banalität wird, beschreibt Cristina Rivera Garza.

Élmer Mendoza schreibt witzige Krimis, die sich gleichzeitig mit dem Drogenhandel auseinandersetzen und Fernando del Paso diskutiert die Rolle der Geschichte und der nationalen Identität in der mexikanischen Literatur. Die Dokumentation endet mit der Rezitation mexikanischer Poesie in mehreren Sprachen.

Carlos Fuentes, geboren 1928 in Panama-Stadt, ist einer der wichtigsten lateinamerikanischen Schriftsteller. Der Weltenbürger trug wesentlich zur Bekanntmachung mexikanischer Literatur in Europa und Nordamerika bei.
1949 wurde Élmer Mendoza in Culiacán geboren. Er ist Dramatiker, schreibt Kurzgeschichten und in jüngster Zeit auch Romane.

Die Soziologin und Autorin Cristina Rivera Garza wurde 1964 in Matamoros geboren und lehrt an US-amerikanischen und mexikanischen Universitäten.

Eduardo Antonio Parra, 1965 in León geboren, ist Schriftsteller und Essayist und schreibt für verschiedene mexikanische Zeitschriften.

Erstausstrahlung: 2009, arte

Filmlänge: 55 min

Ein Film von Carmen Castillo

Produktionsland: Frankreich, arte

Video

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Sendungsinformationen

ARD


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