Doku – Cenoten – Die heiligen Quellen der Maya – 2008

Auf der Halbinsel Yucatán, im Südosten Mexikos, wo es zwei Drittel des Jahres kaum regnet und jeder Tropfen Niederschlag rasch im Kalkstein versickert, wo es keine Flüsse und kaum Seen gibt, entwickelten die Maya in 3000 Jahren eine Hochkultur. „D zonot“ – die heiligen Quellen – nannten die Maya die unzähligen kleinen Wasserlöcher im Trockenwald Yucatáns, die ihr Überleben in Dürrezeiten sicherten. Die Cenoten, wie diese Quellen heute genannt werden, spielten eine zentrale Rolle in ihrer Mythologie. Unter ihrer Oberfläche lag der Zugang zur Unterwelt, dem lichtlosen Urmeer im Jenseits, welches Götter, Ahnen und Tiere beherbergt.

Kultgegenstände, aber auch Menschen wurden zu Ehren des Regengottes Chak in den Cenoten geopfert. Aber wie konnten diese kleinen Tümpel die Wasserversorgung eines ganzen Volkes sichern, das intensive Landwirtschaft betrieb und fast den ganzen Dschungel Yucatáns rodete, um Ackerland zu gewinnen? Erst in jüngster Zeit gelang es Höhlentauchern, dieses Rätsel zu lüften: Ein gewaltiges unterirdisches Flusssystem, mit Hunderten von Kilometern Länge verbindet die einzelnen Cenoten untereinander. In diesen Höhlen fließt das Regenwasser vom Landesinneren in Richtung Meer. Ihre Entstehung verdanken sie einer globalen Katastrophe: Vor 65 Millionen Jahren traf ein Meteorit von mehreren Kilometern Länge vor der heutigen Küste Yucatáns den Golf von Mexiko und löste ein Massensterben aus. Ein 180 Kilometer breiter Krater entstand, der im Laufe der Jahrmillionen von farbenprächtigen Riffen überwachsen wurde. Regenwasser ließ schließlich die Cenoten entstehen, als die Riffe während der Eiszeiten trocken lagen. Quelle: ARD

Erstausstrahlung: 2008, ORF

Filmlänge: 45 min

Ein Film von Christian Redinger

Produktionsland: Österreich

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Sendungsinformationen

ARD


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