Vegetationstypen in Mexiko

Foto: Mexico-Info

Durch die unterschiedlichen klimatischen und geographischen Gegebenheiten bietet das Land eine vielseitige und artenreiche Vegetation. Die Vegetation Mexikos zählt zu den Vielfältigsten weltweit. Die Mehrheit der Vegetationstypen der Erde ist auf dem Territorium des Landes vertreten.

 

 

Allgemeines zur Vegetation in Mexiko

 

 

Einteilung nach Vegetationstypen

Selva húmeda – Tropischer Regenwald

Der mexikanische Regenwald erstreckt sich hauptsächlich im Südosten des Landes, in den Bundesstaaten Veracruz, Tabasco, Chiapas, Campeche, Quintana Roo, Oaxaca und in Yucatán. Er nimmt heute etwa 5% der Landesfläche ein. 

Die Vegetation besteht aus einer Vielzahl an immergrünen Bäumen und Sträuchern, Kletterpflanzen, wie Lianen und Epiphyten, und über 400 Orchideenarten wachsen hier. Es ist eine der vielfältigsten biologischen Artengemeinschaften der Welt.

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Selva seca – Trockenwald

Quelle: INEGI

Der Trockenwald befindet sich in den Bundesstaaten Campeche, Yucatán, Veracruz, Tamaulipas, San Luis Potosi, Puebla, Guanajuato, Sonora und an der Pazifikküste in Sinaloa, Nayarit, Jalisco, Colima, Michoacan, Guerrero, Oaxaco und Chiapas. Er nimmt etwa 10,9% der Landfläche ein.

Die durchschnittlichen Temperaturen liegen hier zwischen 20°C bis 25°C. die Niederschlagsmenge schwankt zwischen 300 und 1.200 mm, wobei es eine Trockenzeit gibt, die je nach Region zwischen 5 bis 8 Monate, von Oktober bis Mai, andauert

In den Trockenwäldern wachsen rund 6.000 Pflanzenarten. Fast 40% davon sind endemisch, das heißt, sie kommen nur in diesen Ökosystemen vor und haben sich an die Trockenheit angepasst.

Die auffälligsten und charakteristischsten Pflanzen in diesen Gebieten sind riesige Kakteen und Kakteenwälder. Ausserdem wachsen Bäume wie Copal, Papelillo, Colorín, Palo Blanco, Cazahuate, Mezquites und Huizaches. Die Bäume haben nur eine geringe Höhe von ungefähr 4 bis 10 m. Während der Trockenzeit verlieren sie meist ihr Laub. Am Boden wachsen kleine Pflanzen mit kleinen Blättern und Dornen, die sehr trockenresistent sind.

Wikipedia: Trockenwald

Comisión Nacional para el Conocimiento y Uso de la Biodiversidad (CONABIO)

Sabana – Savanne

Quelle: INEGI

Die Savannengebiete in Mexiko sind sehr klein, sie nehmen nur etwa 0,08% der gesamten Landesfläche ein.

Das Klima der Savanne ist geprägt durch eine große Trockenperiode und eine kurze Regenzeit im Sommer, die zwischen 2 und 4 Monaten andauert. Da die Böden in der Trockenzeit verhärten und brüchig werden, können sie mit beginnendem Regen kaum Wasser aufnehmen und werden überflutet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 20°C, die jährliche Niederschlagsmenge zwischen 200 und 500 mm.

Savannen sind in den Bundesstaaten Veracruz, Tabasco, Oaxaca, Chiapas, Campeche und Yucatán zu finden sowie an der Pazifikküste zu finden.

Die Vegetation der Savanne besteht aus Gräsern, Sträuchern, Buschen und vereinzelten Bäumen. Sträucher und Bäume können Höhen von 3 bis 6 Metern erreichen. In den Savannen wird Viehzucht betrieben und großflächig Zuckerrohr angebaut.

 

 

 

Wikipedia: Dornstrauchsavanne

Bosque humedo de montaña – Gemäßigter Regenwald / Nebelwald

Quelle: INEGI

Der gemäßigte Regenwald kommt in den Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca, Veracruz, Puebla, Hidalgo, San Luis Potosi, Guerrero, Michoacan, Jalisco, Nayarit und Tamaulipas vor. Er nimmt etwa 1% des Landesterritoriums ein.

Er entwickelt sich in Gebirgsregionen zwischen 800 und 2700 Metern. Die meiste Zeit des Jahres sind die Wälder in Nebel und tiefhängende Wolken getaucht, mit häufigen Niederschlägen und feuchten Winden vom Meer. Aus diesem Grund werden sie auch Nebelwälder (bosques nublados) genannt.

Durch die sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die 90% bis 95% erreichen kann, gibt es ein üppiges Pflanzenwachstum. Je nach Höhenlage liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur zwischen 12°C und 23° C, die Temperaturen können im Winter auch unter 0° C fallen.

Rund 10% der mexikanischen Flora, etwa 3.000 Arten, kommen in diesen Regionen vor. Dazu zählen Kiefern, Fichten, Zypressen, Bergahorn, Wacholder- und Johannisbrotbäume.

Wikipedia: Gemäßigter Regenwald

Wikipedia: Nebelwald

Comisión Nacional para el Conocimiento y Uso de la Biodiversidad (CONABIO)

Bosque de coníferas y encinos/ bosque templado – Nadel- und Eichenwald / Gemäßigter Wald

Quelle: INEGI

Nadel- und Eichenwälder kommen in den Berggebieten der Halbinsel Baja California, der Sierra Madre Occidental, der Sierra Madre Oriental, der Sierra Volcánica Transversal, der nördlichen Sierra von Oaxaca und im Chiapas vor. Sie nehmen etwa 15% der Landfläche ein.

Die Wälder erstrecken sich in Gebieten bis zu 3.400 m und haben ein gemäßigten bis kalten Klima. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen hier zwischen 12°C bis 23°C, sie können je nach Region auch auf unter 0°C sinken. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 600 mm und 1000 mm pro Jahr.

Die Wälder bestehen aus Kiefern, Fichten, Tannen, Zedern, Eichen, Walnüssen und Teakholz, insgesamt gibt es hier schätzungsweise 7000 Pflanzenarten.

In den Wäldern wachsen 50 Kiefernarten (50% der weltweiten Kiefernarten) und 200 Eichenarten (etwa 33% der weltweiten Eichenarten).

Comisión Nacional para el Conocimiento y Uso de la Biodiversidad (CONABIO)

Chaparral – Hartlaubvegetation

Quelle: INEGI

Die Gebiete der Hartlaubgewächse liegen im Nordwesten der Halbinsel Baja California und vereinzelt in den Bundesstaaten Chiuhuahua, Coahuila und Durango. Sie nehmen etwa 1% der Landfläche ein.

Das Klima ist geprägt von heißen und trockenen Sommern und von regnerischen Wintern. Durch die langen Trockenperioden im Sommer ist das Brandrisiko sehr hoch und es entstehen immer wieder kleine Brände.

In diesen Gebieten wachsen Sträucher und kleine Bäume mit harten und dicken mehrjährigen Blättern. Die Pflanzen haben sich perfekt an das Klima angepasst, manche Samen keimen erst, nach einem Feuer. Jedoch ist das Ökosystem sehr empfindlich, wenn das Feuer zu stark ist, sterben die Bäume in der Wachstumsphase ab und werden durch Gras ersetzt.

Wikipedia: Chaparral

Pastizal – Weideland

Quelle: INEGI

Die größten Weidelandschaften finden sich im Norden des Landes und bedecken große Flächen von Chihuahua, Coahuila, Sonora, Durango, Zacatecas, San Luis Potosi, Jalisco, Guanajuato und Hidalgo. Das Weideland umfasst etwa 10 bis 12% des mexikanischen Territoriums. Es gibt es bis in 4.300 m Höhe als Bergwiesen, am Fuß der Vulkane. Die meisten Flächen liegen jedoch zwischen 1.100 und 2.500 m.

Die vorherrschende Vegetation sind Graslandschaften und kleine Sträucher, vereinzelt gibt es auch Bäume. Das Weideland hat teilweise natürlichen Ursprung, der überwiegende Teil allerdings wurde durch Rodung der Wälder gewonnen. Fast alle Weiden werden für die Viehzucht genutzt, meist mit übermäßiger Intensität.

Comisión Nacional para el Conocimiento y Uso de la Biodiversidad (CONABIO)

Matorral –Strauchsteppe und Wüstengebiete

Quelle: INEGI

Die Gebiete befinden sich hauptsächlich im Norden des Landes, in den Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila, Durango, Zacatecas, Nuevo Leon und San Luis Potosí sowie in den Wüstengebieten der Halbinsel Baja California und Sonora. Sie nehmen etwa 30% der Landfläche ein.

Die Strauchsteppen erstrecken sich von den Küstengebieten bis auf 3000 m Höhe, wodurch unterschiedliche Klimaverhältnisse herrschen, von heißen Temperaturen in der Küstenebene bis zu gemäßigten Temperaturen in den Gebirgen. Die Jahresdurchschnittstemperaturen variieren zwischen 12 °C bis 26 °C. In allen Regionen fällt ganzjährig wenig Niederschlag.

Die Vegetation hat sich an die Trockenheit angepasst, es wachsen Kakteen und Agaven, Sträucher mit kleinen Blättern, Büsche mit Dornen und knorrigen Bäume, die nicht höher als 4 m werden.

In den Wüstengebieten wird es tagsüber sehr heiß und nachts sehr kalt. In den mexikanischen Wüsten gibt es eine enorme Vielfalt an Kakteen, viele davon kommen nur in den trockenen und halbtrockenen Zonen Mexikos vor.

Comisión Nacional para el Conocimiento y Uso de la Biodiversidad (CONABIO)

Vegetación de suelos salinos – Vegetation von salzhaltigen Böden

Quelle: INEGI

Die Gebiete finden sich in Uferregionen, bei Lagunen an der Küste, in Sümpfen und Salzwiesen. Sie kommen in den Bundesstaaten Coahuila, Chihuahua, Nuevo Leon, San Luis Potosi und Zacatecas vor und machen etwa 2,2% der Gesamtfläche aus.

Hier trifft man auf Sträucher und Bäume, die sich an die Böden mit dem hohen Salzgehalt angepasst haben, darunter auch Kakteen und Palmen und einige Pflanzen, die als Gewürzpflanzen in der mexikanischen Küche verwendet werden.