Tropische Wirbelstürme – Hurrikane

Foto: Mexico-Info

Von Juni bis November treten tropische Wirbelstürme auf. Ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit werden diese Tropenstürme im Golf von Mexico, im Karibischen Meer und an der Atlantik- und Pazifikküste als Hurrikane bezeichnet.

 

Entstehung und Ausbreitung von Tropischen Wirbelstürmen

Ein Tropischer Wirbelsturm bzw. Hurrikan ist ein Tiefdruckgebiet, das sich bilden kann, wenn die Temperatur an der Wasseroberfläche mindestens 26 °C erreicht. Ausserdem kann er nur über einer entsprechend großen Wasseroberfläche entstehen, so dass große Wassermengen verdunsten und ausreichend feucht-warme Luft in die Atmosphäre aufsteigt. Dadurch verringert sich der Luftdruck über der Wasseroberfläche und aus der Umgebung wird neue Luft angesogen. Diese steigt wiederum auf.

Quelle: Wikipedia

Bedingt durch das Temperaturgefälle mit zunehmender Höhe kondensieren die aufsteigenden Luftmassen und es kommt zur Bildung von Wolken und Niederschlägen. Je stärker die Temperatur in der Höhe sinkt, desto mehr warme Luft wird angesogen und steigt weiter auf. Die Windgeschwindigkeit und die Niederschläge nehmen zu.

Tropische Stürme werden nach ihrer Windgeschwindigkeit kategorisiert. Hurrikans sind die Art von tropischen Wirbelstürmen mit den höchsten Windgeschwindigkeiten.

Bis zu einer Windgeschwindigkeit von bis zu 62 km/h spricht man von einer tropische Depression. Der Kern dieses Tiefdruckgebietes besteht aus warmer Luft und die typische Spiralform der Winde ist noch nicht vorhanden.

Werden die Winde stärker und erreichen Geschwindigkeiten von 63 km/h bis 118 km/h spricht man von einem Tropischen Sturm. Die Wolken beginnen sich in Spiralform zu drehen. Wird diese Intensität erreicht, erhält er einen Namen, der von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) festgelegt wurde (und zwar schon für mehrere Jahre im Voraus).

Überschreitet die Windgeschwindigkeit 118 km/h, dann wird daraus ein tropischer Wirbelsturm bzw. ein Hurrikan. Im Kern bildet sich ein so genanntes kreisrundes Auge, das wolkenlos und nahezu windstill ist. Das Auge kann einen Durchmesser von 15 bis 40 km erreichen. Durch die so genannte Corioliskraft werden die aufsteigenden Luftmassen in einer rotierenden Bewegung um das Auge gehalten, es kommt zur Wirbelbildung. Die Drehung erfolgt auf der Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Wolkendecke kann eine Ausdehnung zwischen 500 und 900 km erreichen.

Nach der Saffir-Simpson-Skala werden die Hurrikane in 5 Kategorien eingeteilt, die nach der Intensität ihrer Winde definiert sind:

  • Kategorie 1 – Windgeschwindigkeiten zwischen 118–153 km/h
  • Kategorie 2 – Windgeschwindigkeiten zwischen 154–177 km/h
  • Kategorie 3 – Windgeschwindigkeiten zwischen 178–210 km/h
  • Kategorie 4 – Windgeschwindigkeiten zwischen 211–250 km/h
  • Kategorie 5 – Windgeschwindigkeiten über 250 km/h

Erreicht der Tropische Wirbelsturm die Küste und zieht über das Land, dann schwächt er ab, weil der Nachschub an feucht-warmer Luft fehlt. Die Windgeschwindigkeit nimmt ab. Aufgrund der großen Wolkenbildung und Wolkenausdehnung können heftige Niederschläge aber noch weit im Landesinneren auftreten.

Die betroffenen Regionen bzw. mexikanischen Bundesstaaten können die Halbinsel Yucatán mit den Bundesstaaten Quintana Roo, Yucatán und Campeche sein, an der Küste im Golf von Mexico die Bundesstaaten Tabasco, Veracruz und Tamaulipas und an der Pazifikküste die Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca, Guerrero, Michoacán, Colima, Jalisco, Nayarit, Sinaloa und Sonora. Ausserdem können die tropischen Wirbelstürme auch die Halbinsel Baja California mit den Bundesstaaten Baja California und Baja California Sur treffen.

Die Ausläufer der Tropischen Wirbelstürme treffen weiterhin im Norden von Mexiko die Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila und Nuevo Leon und bei starken Stürmen auch das Hochland von Mexico.

 

Auswirkungen und Maßnahmen des mexikanischen Zivilschutz (Proteccion civil)

Das SMN (Servicio Meteorológico Nacional) in Mexiko und das NHC (National Hurricane Center) der Vereinigten Staaten, mit Sitz in Florida, überwachen die Entwicklung von Tiefdruckgebieten und Stürmen im Golf von Mexico, in der Karibik und an der Pazifikküste.

Trifft ein tropischer Wirbelsturm bzw. ein Hurrikan auf das Land, verursacht er meist erhebliche Schäden. Durch die hohen Windgeschwindigkeiten und großen Niederschlagsmengen kommt es an der Küste zu einem hohen Wellengang und zu Sturmfluten. Weitere Folgen sind Überschwemmungen, entwurzelte Bäume, beschädigte und eingestürzte Gebäude, unpassierbare Straßen und Straßenschäden sowie Stromausfall. In den bergigen Regionen kann es zu Erdrutschen und Sturzfluten kommen.

Das es in den letzten Jahrzehnten zu großen Schäden und zahlreichen Todesopfern durch die Hurrikane gekommen ist, liegt vor allem daran, dass die Küstengebiete immer mehr bebaut werden und die Bevölkerungszahl in den Regionen gestiegen ist. Eine Langzeitstudie des National Hurricane Center der Vereinigten Staaten über die vergangenen 100 Jahre hat keine Zunahme der Wirbelstürme ergeben, auch im 20. Jahrhundert hatten heftige Hurrikane die Küstengebiete getroffen.

Da sich die Tropischen Wirbelstürme bzw. Hurrikane über mehrere Tage aufbauen, können sie von den Institutionen frühzeitig beobachtet werden. Hier sind vor allem die Zugrichtung und die Stärke des Hurrikans wichtig, um die entsprechenden Meldungen und Warnungen zu verbreiten und eventuell notwendige Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten.

Der Nationale Wetterdienst und der Zivilschutz (Proteccion civil) haben ein 5-stufiges Frühwarnsystem für tropische Zyklone, Sistema de Alerta Temprana para Ciclones Tropicales (SIAT-CT) entwickelt, um die Bevölkerung zu informieren und wenn notwendig den Katastrophenschutz zu aktivieren. Jeder Stufe ist eine Farbe zugeordnet, die einmal für die Annäherung eines Hurrikans gilt sowie für das Abklingen. Die Warnstufen ergeben sich aus der Saffir-Simpson-Skala, je nach der Windgeschwindigkeit.

Quelle: Proteccion civil (gob.mx)

Die einzelnen Warnstufen bei der Annäherung eines Hurrikans sind:

 Stufe blau – minimale Gefahr 

Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen die Wettervorhersagen für tropische Wirbelstürme zu verfolgen. Gefahrenquellen: Entwurzelung kleiner Bäume, Beschädigung der elektrischen Leitungen

 Stufe grün – geringe Gefahr 

Die Bevölkerung wird aufgefordert den Maßnahmenkatalog zur Abwendung von Schäden zu beachten (z.B. Dächer, Fenster, Türen zu reparieren und die Kanalisation zu reinigen, Beschneiden von Baumkronen). Gefahrenquellen: Entwurzelung von Bäumen, Beschädigung der elektrischen Leitungen, Schäden an Gebäuden

 Stufe gelb – mäßige Gefahr 

Die Bevölkerung wird aufgefordert die Vorkehrungen für das Eintreffen des Hurrikans zu treffen. Diese beinhalten z.B. Fenster abzukleben und mit Holzbrettern zu versehen, Antennen zu entfernen, einen Vorrat an Konserven und Trinkwasser anzulegen, Chemikalien wie Dünger und Insektizide wasserdicht zu verpacken, persönliche Dokumente wasserdicht verpacken, Boote im Hafen festzumachen, sich mit einem Erste-Hilfe-Kit, einem batteriebetriebenen Radio und einer Taschenlampe auszustatten. In dieser Phase aktiviert der Katastrophenschutz die Notunterkünfte im Landesinneren. Die Bewohner werden aufgefordert, sich wenn möglich nach Unterkünften bei Verwandten, die abseits der Küste wohnen zu erkundigen. Gefahrenquellen: Entwurzelung von Bäumen, Beschädigung der elektrischen Leitungen, Schäden an Gebäuden

 Stufe orange – hohe Gefahr 

Der Hurrikan steuert auf das Gebiet zu und die Bevölkerung wird aufgefordert sich zu den Notunterkünften oder zu Verwandten zu begeben, wenn das Haus nicht sicher ist. Im Haus sollen alle elektrischen Geräte vom Stromnetz genommen werden und der Gas- und Wasserhahn zugedreht werden. Ein Notfallpaket mit Kleidung, Medikamenten, Trinkwasser und Erste-Hilfe-Kit soll bereitstehen, um das Haus schnellstmöglich verlassen zu können. Gefahrenquellen: Entwurzelung von Bäumen, Beschädigung der elektrischen Leitungen, Schäden an Gebäuden, Dächer können abgedeckt werden.

  Stufe rot – höchste Gefahr 

Die Bevölkerung wird aufgefordert in den Häusern und Notunterkünften zu bleiben, bis der Katastrophenschutz Entwarnung gibt. Die Meldungen im Radio sollen verfolgt werden. Um das Telefonnetz nicht zu überlasten, sollen Anrufe nur im Notfall getätigt werden. Gefahrenquellen: Entwurzelung von Bäumen, Beschädigung der elektrischen Leitungen, Schäden an Gebäuden, Dächer können abgedeckt werden, Straßensperren

Die einzelnen Warnstufen beim Abklingen eines Hurrikans sind:

  Stufe rot – höchste Gefahr 

Der Hurrikan schwächt sich zwar etwas ab, aber es gelten die gleichen Maßnahmen wie bei der vorherigen Stufe rot.

 Stufe orange – hohe Gefahr 

Die Bevölkerung soll weiterhin in den Notunterkünften verweilen, kann diese aber zeitweise verlassen. Auch die Menschen, die in ihren Häusern geblieben sind, können diese kurzzeitig verlassen. Auf Straßen zu fahren, sollte möglichst vermieden werden. Es wird darauf hingewiesen nur Trinkwasser aus Flaschen zu benutzen und nur verpackte Lebensmittel (Konserven) zu verwenden.

 Stufe gelb – mäßige Gefahr 

Die Bevölkerung kann die Notunterkünfte verlassen und in ihre Häuser zurückkehren. Die Häuser sollen nach Schäden untersucht werden, die Gastanks nach Lecks, die Elektrogeräte, dass sie trocken sind. Es soll untersucht werden, ob Chemikalien ausgelaufen sind. Bei festgestellten Schäden ist der Katastrophenschutz zu informieren. Das Telefon darf nur für Notfälle benutzt werden. Stehendes Wasser muss beseitigt werden, damit es nicht als Brutstätte für Moskitos dient. Es wird darauf hingewiesen nur Trinkwasser aus Flaschen zu benutzen und nur verpackte Lebensmittel (Konserven) zu verwenden.

 Stufe grün – geringe Gefahr 

Es sollte vermieden werden, durch beschädigte Gebiete zu gehen, da die Gefahr besteht, dass Gebäude bzw. Gebäudeteile einstürzen. Freies Gelände sollte vermieden werden, da Bäume umstürzen können. Aufgrund der Gefahr von Erdrutschen sollen auch Hügel vermieden werden. Es wird darauf hingewiesen nur Trinkwasser aus Flaschen zu benutzen und nur verpackte Lebensmittel (Konserven) zu verwenden.

 Stufe blau – minimale Gefahr 

Der Hurrikan hat sich entfernt. Es sollten weiterhin die Anweisungen des Katastrophenschutzes beachtet werden sowie die Informationen aus dem Radio.

In den touristischen Gebieten und auch in den großen Hotels stehen Schutzräume zu Verfügung. Steigt die Gefahr werden Touristen ins Landesinnere in Notunterkünfte evakuiert oder auch ausgeflogen.

 

Empfehlungen des Auswärtigen Amtes

Auch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat Informationen und Tipps für Reisen in sturmgefährdete Regionen zusammengestellt.

Vor Antritt der Reise wird empfohlen sich über die Wetterlage, die Ausstattung der Unterkunft, die Infrastruktur und mögliche Ausweichziele am Zielgebiet zu erkundigen, sowie die Reiseunterlagen und Reiseversicherung bezüglich der Bedingungen bei Naturkatastrophen zu prüfen.

Bei einer Sturmwarnung wird empfohlen sich um eine eventuelle Abreise oder um einen sicheren Aufenthalt während des Sturms zu informieren. Bleibt man vor Ort sollte man sich über die Pläne und Maßnahmen erkundigen und den Anweisungen der Behörden Folge leisten. Es wird weiterhin empfohlen, ein Notfallpaket zusammenzustellen, lose Gegenstände zu befestigen, sichere Gebäude aufzusuchen, gefährliche Orte zu meiden und nicht benötigte elektrische Geräte vom Stromnetz zu nehmen.

Während des Sturms wird empfohlen sich in Gebäuden aufzuhalten und diese nicht zu verlassen sowie sich über die aktuelle Entwicklung über Radio oder Fernseher zu informieren.

Nach dem Sturm wird empfohlen bis zur Entwarnung in Gebäuden zu bleiben und auf einsturzgefährdete Häuser und Brücken sowie Bäume, die umstürzen können zu achten, Verletzte zu melden und die eigene Unterkunft auf Sturmschäden zu untersuchen.

Eine ausführliche Beschreibung gibt es auf der Website des Auswärtigen Amtes:

Auswärtiges Amt

 

Linkhinweise und Quellen

Proteccion civil

Informationen des nationalen Katastrophenschutzes

Webseite des Katastrophenschutzes

Ausführliche Informationen zu Hurrikans und Maßnahmen (pdf-Dokument)

Zusammenfassende Darstellung zu Hurrikans und Maßnahmen (pdf-Dokument)

SMN (Servicio Meteorológico Nacional)

Der nationale Wetterdienst (National Meteorological Service, SMN) informiert über die Wetterlage in Mexiko.

Aktuelle Warnungen für Stürme

Aktuelle Meldungen über Tropenstürme im Golf von Mexico, in der Karibik und im Atlantik

Aktuelle Meldungen über Tropenstürme im Pazifik

NHC – National Hurricane Center Miami
Aktuelle Meldungen über Tropenstürme im Golf von Mexico, in der Karibik und im Atlantik
zur Webseite von NCH

WMO – Weltorganisation für Meteorologie
Informationen über tropische Wirbelstürme und Namensgebung

zur Webseite von WMO

FEMA – Federal Emergency Management Agency
Die US-Bundesagentur für Katastrophenschutz FEMA bietet ausführliche Informationen zur Vorbereitung auf einen Hurrikan an.

zur Webseite von FEMA

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