Mexico-City – Zona Arqueológica – Tlatelolco – Plaza de las Tres Culturas

Foto: Mexico-Info

Die archäologische Zone liegt nördlich des Stadtzentrums von Mexico-City, im Stadtteil Tlatelolco, am Plaza de las Tres Culturas. Der Platz der drei Kulturen verdankt seinen Namen den Bauwerken aus drei verschiedenen geschichtlichen Epochen, die sich hier befinden – die prähispanische Ausgrabungsstätte, das Kloster und die Kirche aus der Kolonialzeit und Gebäude aus den 1960er Jahren.

 

Das prähispanische Tlatelolco

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Der einstige Stadtstaat Tlatelolco wurde um 1335 auf einer Insel im nördlichen Teil des Texcoco- Sees gegründet. Im Jahr 1473 unterwarf das benachbarte Tenochtitlán die Stadt und verband sie durch einen Damm mit dieser. Tlatelolco wurde zu einem Handelszentrum ausgebaut und es entstand der wichtigste und größte Markt in Mesoamerika, auf dem alle Waren aus dem Aztekenreich und angrenzenden Regionen gehandelt wurden.

Aus Chroniken geht hervor, dass Hernán Cortés den Markt vor der Eroberung besuchte und das die Spanier beeindruckt von der Größe und dem Warenangebot waren.

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Das archäologische Gebiet von Tlatelolco umfasst die Ruinen der einstigen Hauptpyramide, weitere Pyramidenfundamente und Altarplattformen sowie die Überreste verschiedener Gebäude, darunter ein Palast und ein öffentliches Bad (Temazcal). Ausserdem wurden Fundamente aus dem 16. Jahrhundert freigelegt, vermutlich die ersten Bauten aus der Kolonialzeit.

Der ausgegrabene Teil der antiken Stadt Tlatelolco ist nur ein kleiner Teil von Tlatelolco. Ein Großteil der antiken Stadt befindet sich unter den modernen Gebäuden, die den Platz umgeben.

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Zu sehen sind heute einige Gebäudefundamente des ehemaligen zeremoniellen Zentrums, wie die Überreste der Hauptpyramide, Altäre und Gebäudefundamente. Durch die Ausgrabungsstätte verläuft ein geführter Weg mit Informationstafeln in spanischer und englischer Sprache.

Die Hauptpyramide (Templo Mayor) wurde in sieben Bauphasen errichtet, wobei nach aztekischer Tradition eine Pyramide über die Andere gebaut und die Zwischenräume mit Sand aufgefüllt wurden. Diese Doppelpyramide war den Göttern Tláloc (Regengott) und Huitzilopochtli (Sonnengott) geweiht.

Am so genannten Templo Calendárico wurden zahlreiche Kalender-Glyphen eingemeißelt und am Templo de las Pinturas sind Wandmalereien an den Fassaden zu sehen.

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Der Palast (el Palacio) besteht aus den Überresten von vier kleinen Räumen mit einem Innenhof und einem Altar.

Auf dem Gebiet wurden zahlreiche Fundstücke wie Vasen, Molcajeten, Teller, Töpfe und Keramikfiguren gefunden, ein kleiner Teil ist im angrenzenden Museum zu sehen. Das Museum dokumentiert ausserdem die archäologischen Ausgrabungen (die weiterhin andauern) und die Geschichte des Platzes.

Auch wurden in der archäologischen Stätte und in der Umgebung zahlreiche Gräber mit Kinderskeletten entdeckt, die dem Gott Ehecatl (Gott des Windes) geopfert wurden sowie im Jahre 2008 eine weitere Begräbnisstätte mit über 50 Skeletten von Erwachsenen.

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Das Kloster und die Kirche aus der Kolonialzeit

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Das Klosters Colegio de la Santa Cruz und die Kirche Santiago de Tlatelolco wurden im 16. Jahrhundert von Franziskanermönchen errichtet. Beim Bau verwendete man die Steine des zerstörten heiligen Zentrums von Tlatelolco.

Die historische Bedeutung des Klosters liegt in der ebenfalls im 16. Jahrhundert gegründeten Schule für Söhne der aztekischen Adligen. Sie wurden in der lateinischen Sprache und Grammatik sowie in der Theologie unterrichtet, was den Mönchen dabei half, neben der Christianisierung die indigene Geschichte und Kultur sowie medizinische Kenntnisse schriftlich festzuhalten. Die Schule bestand nur ca. 50 Jahre, weil mit der Entvölkerung durch Epidemien die Zahl der Studenten zurückging und weil durch ein Gesetz des Vizekönigs es den Indigenas verboten wurde, kirchliche Ämter zu belegen.

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Gebäude des modernen Mexikos

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Die Gebäude, die bei ihrer Errichtung in den 1960er Jahren als „Stadt in der Stadt“ angepriesen wurden, sind Plattenbauten mit Wohnungen sowie Bürohochhäuser. Mit Sicherheit waren sie damals modern und zeitgemäß, heute beeindrucken sie nicht mehr.

Sie sollen das moderne Mexiko widerspiegeln und doch war es ausgerechnet eines dieser Gebäude, das 20 Jahre später bei dem verheerenden Erdbeben von 1985 einstürzte.

 

Der Platz und seine Ereignisse

An diesem Platz geschahen Ereignisse, die für die Geschichte des Landes von großer Bedeutung sind und die noch längst nicht vollständig aufgearbeitet wurden.

Nach der Eroberung von Tenochtitlán hatte sich der letzte Aztekenherrscher nach Tlatelolco zurückgezogen. Hier fand im Jahr 1521 die letzte große Schlacht statt, die den Untergang des Reiches besiegelte. Es wird geschätzt, dass mehr als 40.000 Menschen ihr Leben verloren. An dieses Ereignis erinnert eine Gedenktafel, auf der steht: „Es war nicht Triumph oder Niederlage, es war die schmerzhafte Geburt der Mestizen, die das Mexiko von heute sind.“

Im Oktober 1968, kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Mexiko, eskalierten hier die Studentenproteste gegen politische Korruption und Autoritarismus. Das Militär und weitere Sicherheitskräfte schossen in die Menschenmenge. Bei dem Massaker von Tlatelolco starben zwischen 200 und 300 Menschen. Auch an dieses traurige Ereignis erinnert heute eine Gedenktafel auf dem Platz. Auf dieser sind die Namen der bekannten Toten aufgeführt und ein Hinweis, dass noch immer nicht alle Opfer identifiziert wurden.

Im Jahre 1985 ereignete sich in Mexico-City ein schweres Erdbeben, wobei einige der in den 1960er Jahren gebauten Gebäude, stark beschädigt wurden und ein Hochhaus einstürzte. Bis heute sind die genauen Opferzahlen nicht bekannt und es wird über die Ursachen diskutiert. Geschichtsforschern zufolge war der Einsturz das Resultat von mangelhafter Qualität in der Konstruktion, Korruption beim Bau und Desinteresse bei der Erhaltung.

Darüber hinaus wurde hier im Jahr 1967 der Vertrag von Tlatelolco unterzeichnet. Mit diesem Vertrag verpflichteten sich die Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten keine Atomwaffen herzustellen, zu testen und zu erwerben. Der Vertrag wurde auch von den Ländern, die Überseegebiete in Lateinamerika und der Karibik besitzen, unterzeichnet.

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Adresse – Öffnungszeiten – Eintritt

Adresse:

Eje Central Lázaro Cárdenas Ecke Flores Magón, Nonoalco-Tlatelolco, CP 06995 Cuauhtémoc, Ciudad de México

Öffnungszeiten:

Montag bis Sonntag von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Eintritt:

frei

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