Autofahren – Tanken – Parken

Foto: Mexico-Info

Der Straßenverkehr in Mexiko ist für Europäer schon etwas gewöhnungsbedürftig. Das oberste Gebot heisst aufpassen, denn nichts ist im mexikanischen Straßenverkehr vorhersehbar. Doch trotz der teilweise recht chaotischen Fahrweisen sind die meisten Fahrer ausgeglichen und rücksichtsvoll.

 

Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrschilder

Die allgemein zulässigen Höchstgeschwindigkeiten können natürlich durch Schilder begrenzt oder erweitert werden. Auf breiten Straßen in der Stadt sind manchmal 70 km/h erlaubt oder bei schlechten Straßenzuständen und an Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern nur 20 km/h.

Generell gilt:

  • innerhalb von geschlossenen Ortschaften 40 km/h
  • auf Landstraßen 80 km/h
  • auf Autobahnen 110 km/h

Die Verkehrszeichen in Mexiko sind in der Regel selbstsprechend. Sie werden eingeteilt in:

  • Senales Restrictivas (Verbotsschilder)
  • Senales Preventivas (Hinweisschilder)
  • Senales turística y servicios (Serviceschilder)

Wikipedia: Übersicht der Verkehrsschilder in Mexiko

 Wikipedia: Übersicht der Verkehrsschilder in Mexiko

Hilfreich ist auch eine angebotene App. ➡ Siehe den Beitrag – Apps – Straßenverkehr und Navigation

 

 

Führerschein bei Reisen und Langzeitaufenthalt

Der nationale Führerschein (Führerschein des Herkunftslandes) ist ausreichend, um während des Urlaubes mit einem Mietwagen durch Mexiko zu reisen. Es wird aber empfohlen zusätzlich einen internationalen Führerschein bei sich zu führen, der vereinfacht eventuelle Polizeikontrollen sowie auch die Anmietung von Fahrzeugen.

Der internationale Führerschein ist eine Übersetzung des nationalen Führerscheins, er kann bei der zuständigen KFZ-Behörde in Deutschland beantragt werden. Dazu benötigt man ein biometrisches Lichtbild und den aktuellen nationalen Führerschein. Die Kosten können in den Stadt- und Landkreisen variieren. Der internationale Führerschein ist drei Jahre gültig.

Wer länger in Mexiko bleibt, der wird sich irgendwann einen mexikanischen Führerschein zulegen. Diesen muss man bei der zuständigen Behörde kaufen und er ist für ein Jahr lang gültig.

Da es in Mexiko nicht üblich ist, eine Fahrschule zu besuchen, legt man bei der Behörde eine theoretische und praktische Prüfung ab, um seine Fähigkeiten zu beweisen. Dies gilt auch für Ausländer, auch wenn sie einen Führerschein aus ihrem Herkunftsland vorweisen können.

Zwar gibt es auch Fahrschulen, doch diese sind freiwillig und kosten natürlich Geld und deshalb ist das Interesse eine Fahrschule zu besuchen eher gering. In unserem Bekanntenkreis hat keiner je eine Fahrschule besucht. „Unser Lehrer ist die Straße“ sagte ein Freund, das Fahren wird sozusagen von Generation zu Generation weitergegeben.

 

 

Autofahren in Mexiko

Das Autofahren, vor allem bei dem großen Verkehrsaufkommen in Mexico-City, kann mitunter recht abenteuerlich werden. Es wird gedrängelt und so dicht wie möglich aufgefahren. Verkehrsschilder dienen eher als Straßenzierde, als das sie wirklich beachtet werden und rote Ampeln werden oft nur als Warnhinweis betrachtet, denn ist die Straße oder Kreuzung leer, wird einfach weiter gefahren.

Auch muss man sich daran gewöhnen, dass die Ampeln in der Regel auf der gegenüberliegenden Seite einer Kreuzung sind. Im Allgemeinen gilt, man kann auch bei roter Ampel nach rechts abbiegen (wenn es der Verkehr zulässt), ist dies nicht erlaubt, ist an der Ampel ein Hinweisschild angebracht, was viele trotzdem nicht davon abhält, bei Rot abzubiegen.

An Kreuzungen mit Ampelschaltung kommt es auch häufig vor, dass die Anzahl der Fahrspuren nicht beachtet wird, dann stehen soviel Autos nebeneinander wie nebeneinander passen. Da ist das Gedrängel beim Wiedereinfädeln auf der anderen Seite schon vorprogrammiert.

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der engen Straßen in den Innenstädten überwiegen die Einbahnstraßen. In welche Richtung der Verkehr fließt, erkennt man meist nur an den fahrenden oder parkenden Autos und an eventuell vorhandenen Pfeilen auf der Fahrbahn. Hinweisschilder gibt es nur selten.

Das Prinzip „rechts vor links“, wie wir es gewohnt sind, gibt es nicht. Entweder es fährt zuerst, wer als Erstes an der Kreuzung war oder man winkt sich gegenseitig zu. Sind mehr als zwei Autos an der Kreuzung kann das schon verwirrend sein.

Blinken ist so eine Sache für sich. Entweder es wird überhaupt nicht geblinkt, oder der Blinker ist im Dauereinsatz, ohne dass der Fahrer beabsichtigt abzubiegen oder eine Spur zu wechseln. Ausserhalb von Ortschaften kommt es vor, dass der Vorausfahrende plötzlich blinkt, dann will er in der Regel signalisieren, dass die Straße frei ist und er überholt werden kann.

Auch wird das Blinken oft durch Warnblinker ersetzt. Gern wird auch einfach aus dem Fenster gewinkt, wenn jemand abbiegen oder eine Spur wechseln möchte.

Die zahlreichen Busse haben im Stadtverkehr von Mexico-City immer Vorfahrt bzw. nehmen sich das Recht dazu, ebenso die Lkw’s auf der Landstraße. Sie fahren einfach los oder wechseln die Spur – natürlich ohne zu Blinken. Busse halten auch plötzlich an, wenn jemand am Straßenrand anzeigt, dass er mitfahren möchte.

Ach ja und hupen ist wichtig, hupen gehört zum Autofahren dazu – steht man an einer Ampel und fährt nicht gleich los, dann wird auf jeden Fall gehupt. Und auch bei zähfließendem Verkehr und im Stau gibt es immer welche, die erstmal hupen müssen.

Auf jedenfall sind die Topes zu beachten. Das sind eingebaute Bodenschwellen, die es überall gibt und die zahlreich vorhanden sind. Sie dienen zur Reduzierung der Geschwindigkeit, so dass man sie vor Ortschaften, Kreuzungen, Kindergärten und Schulen, vor Krankenhäusern und in Wohngebieten auf jeden Fall antreffen wird.  Oft sind sie so groß, dass man auch nur im Schrittempo darüber fahren kann.

Wenn man Glück hat, gibt es vorher ein Hinweisschild oder sie sind gelb markiert. Manche sind jedoch kaum zu erkennen und dann gibt es einen kräftigen Schlag im Auto und man kann nur hoffen, dass keine Schäden entstanden sind.

 

 

Straßennetz, Straßenzustand und Mautpflicht

Das Straßennetz ist ziemlich gut ausgebaut. Alle Bundeshauptstädte und die Touristenzentren sind zum Beispiel über Autobahnen bzw. Fernstraßen erreichbar. Diese sind in der Regel mautpflichtig (mit dem Hinweis: Cuota), dafür ist ihr Zustand besser, als der der Landstraßen. Bei Land- und Nebenstraßen muss man mit (großen) Schlaglöchern rechnen, es kommt auch vor, dass Straßen nicht asphaltiert sind, vor allem in abgelegenen Regionen (das kann während der Regenzeit zum Problem werden).

An den Autobahnen und Fernstraßen gibt es genügend Raststätten, neben einer Tankstelle sind in der Regel ein Restaurant, ein Cafe und ein Oxxo (oder ein ähnlicher Shop) vorhanden. Hier und auch an den Mautstellen gibt es immer irgendwelche Straßenverkäufer, die etwas verkaufen wollen.

An den Mautstationen wird mit Bargeld gezahlt oder man hat einen Pase-TAG (eine Karte zur elektronischen Mautabhebung). Bei einem längeren Aufenthalt empfehlen wir diese Karte, da es an der Mautstation auch immer Durchfahrten für nur elektronische Bezahlung gibt und das kann die Wartezeit erheblich verringern.

Sehr praktisch ist der TAG auch in Mexico-City, um die Stadtautobahn zu nutzen. Da es in der Stadt fast immer zähfließenden Verkehr und Stau gibt, ist man so wesentlich schneller unterwegs.

Den TAG kann man an Raststätten mit einem Startguthaben kaufen, er wird auch von Straßenverkäufern angeboten, aber da sollte man vorsichtig sein, man bezahlt ein Startguthaben, aber es ist nicht in der bezahlten Höhe auf dem TAG. Aufladen kann man den TAG an Tankstellen, in zahlreichen Geschäften oder übers Internet. Nützlich ist auch die angebotene App.

PASE: Informationen zum TAG 

Hilfreich ist auch eine angebotene App. ➡ Siehe den Beitrag – Apps – Straßenverkehr und Navigation

 

 

Tanken

An den meisten Tankstellen gibt es keine Selbstbedienung, ich finde diesen Service großartig. Man fährt zur Tankstelle, erklärt welchen Treibstoff man haben möchte und bleibt im Auto sitzen. Alles wird vom Personal übernommen, auf Wunsch werden die Scheiben geputzt, der Luftdruck und sonstige Flüssigkeitsstände überprüft und ist etwas nicht in Ordnung, kann man es gleich mit erledigen lassen.

Beim Benzin stehen die Sorten Magna (grün) und Premium (rot) zur Auswahl. Die Oktanzahl ist niedriger als in Deutschland, bei Magna beträgt sie 87 Oktan und bei Premium 93 Oktan. Das Bezin ist günstiger als in Deutschland, der Liter kostet zur Zeit zwischen 90 Cent und 1 Euro (Stand: 2018)

Auch zum Zahlen muss man nicht aussteigen, wenn man mit Karte bezahlt, wird das Terminal zum Auto gebracht. Je nach Service bekommt das Personal dann 5 bis 10 Pesos Trinkgeld in bar.

Tankstellen an der Autobahn und in den großen Städten haben in der Regel 24 Stunden geöffnet. Auf dem Land ist das nicht so, deshalb sollte man den Tank füllen, bevor man eine größere Strecke über Land fährt.

In 2017 wurde der Benzinmarkt geöffnet, so dass neben dem staatlichen Konzern Pemex nun auch ausländische Wettbewerber Tankstellen eröffnen können.

 

 

Parken

Parken sollte man nur in Parkhäusern, auf ausgewiesenen Parkplätzen (das können auch Hinterhöfe sein), auf öffentlichen Parkplätzen an Sehenswürdigkeiten, an Einkaufszentren oder am Straßenrand, wenn ein „Aufpasser“ da ist. Ansonsten ist die Gefahr eines Diebstahls groß oder das Auto wird aufgebrochen und vorhandene Wertsachen werden gestohlen. Öffentliche Parkplätze sind mit einem „E“ (Estacionamiente) ausgewiesen. Demzufolge bedeutete ein durchgestrichenes „E“ Parkverbot.

Einen Parkplatz zu finden ist in Mexico-City und anderen Großstädten nicht einfach, vor allem wenn man in den Innenstädten unterwegs ist. Generell gilt, je näher am Zentrum, desto teurer sind die Parkgebühren, die Preise variieren zwischen 15 und 40 Pesos pro Stunde.

Ausser an Einkaufszentren und Sehenswürdigkeiten fährt man in der Regel nicht selbst ins Parkhaus oder auf den Parkplatz, sondern gibt das Auto an der Einfahrt ab. Es wird noch abgeklärt, was sich im Auto befindet und dann erhält man einen Parkschein auf dem auch die Wertsachen (z.B. Laptop) vermerkt werden.

Auf Wunsch wird das Auto noch gewaschen und ausgesaugt, an manchen Orten auch gewachst und poliert. Eine einfache Autowäsche kostet um die 50 Pesos, das komplette Programm 500 Pesos.

Kommt man zurück, zeigt man den Parkschein vor und das Auto wird geholt. Sind zusätzliche Angaben auf dem Parkschein gemacht wurden, werden diese überprüft.

Sicherlich ist dieser Einparkservice auch dadurch bedingt, dass jede freie Stelle ausgenutzt wird und die Autos sehr dicht nebeneinander geparkt werden. Aber man kann sich an diesen Service sehr schnell gewöhnen.

Geht man ins Restaurant ist es ähnlich, man übergibt den Autoschlüssel und kann direkt ins Restaurant gehen, die Parkplatzsuche übernimmt ein Einparker. Auch hier wird auf Wunsch das Auto gewaschen.

Den Einparkern sollte man ein Trinkgeld von 5 bis 10 Pesos geben.

 

 

Programm gegen die Luftverschmutzung – Hoy no circula

Aufgrund der hohen Luftverschmutzung gibt es das Programm „Hoy no circula“ (Heute bewegt sich nicht). Es gilt für Mexico-City und für den Bundesstaat Estado de México und soll dazu beitragen, die Umweltbelastungen zu reduzieren.

Das Programm basiert auf der Abgasuntersuchung, die halbjährlich durchgeführt werden muss. Ausnahmen bilden Neufahrzeuge, bei denen die erste Untersuchung ein Jahr gültig ist und die das Hologramm 00 erhalten. Alle anderen Fahrzeuge bekommen je nach Testergebnis das Hologramm 0, 1 oder 2. Fahrzeuge, die älter als 8 Jahre sind, erhalten grundsätzlich kein Hologramm 0 mehr.

  • Hologramm 0 und 00: Diese Fahrzeuge können jeden Tag fahren.
  • Hologramm 1: Das Fahrverbot gilt für 2 Samstage pro Monat und je nach der Kennzeichen-Endziffer an einem Wochentag. (1. und 3. Samstag im Monat: Ungerade Entziffern, 2. und 4. Samstag im Monat: Gerade Entziffern)
  • Hologramm 2: Das Fahrverbot gilt für alle Samstage und je nach der Kennzeichen-Endziffer an einem Wochentag.

Der Wochentag ist abhängig von der Endziffer des Kennzeichens und der daraus resultierenden Farbe.

  • Montag: gelb – Endziffern 5 und 6
  • Dienstag: rosa – Endziffern 7 und 8
  • Mittwoch: rot – Endziffern 3 und 4
  • Donnerstag: grün – Endziffern 1 und 2
  • Freitag: blau – Endziffern 9 und 0

Das Fahrverbot gilt jeweils von 5 Uhr am Morgen bis 22 Uhr am Abend.

Zusätzlich bei sehr starkem Smog wird das Programm auf die Hologramme 0 und 00 erweitert, welche je nach Endziffer dann auch an dem bestimmten Wochentag nicht fahren dürfen. Diese Informationen erfährt man im Fernsehen, Radio und Internet.

Hinweis: Das Programm gilt für alle Fahrzeuge, auch wenn sie aus anderen Bundesstaaten kommen sowie für die Mietwagen. Man sollte sich also vorher erkundigen, ob man fahren darf oder nicht. Es werden Polizeikontrollen durchgeführt und wird man erwischt, werden Geldstrafen fällig.

Unserer Meinung nach ist das Programm sehr zweifelhaft, da die größten Luftverschmutzer wie Busse und Lkw’s davon ausgenommen sind. Ausserdem ist der Staat sehr flexibel mit Änderungen. Daher sollte man immer einen Blick auf die staatliche Internetseite werfen.

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