Bevölkerung und Religion

Foto: Mexico-Info

Die Bevölkerung von Mexiko wächst und immer mehr Menschen ziehen aus den ländlichen Regionen in die Städte. Im Jahr 2018 gab es bereits über 16 Metropolregionen mit mehr als einer Million Einwohner. Die meisten Mexikaner sind gläubig, wobei sich die überwiegende Mehrheit zum katholischen Glauben bekennt.

 

 

Bevölkerungsstruktur

Die Bevölkerung in Mexiko wächst beständig. Von knapp über 100 Mio. Einwohnern im Jahr 2000 ist die Bevölkerung auf über 125 Mio Menschen im Jahr 2018 angewachsen.

Den größten Teil der mexikanischen Bevölkerung bilden die so genannten Mestizen. Diese Bezeichnung wurde in der Kolonialzeit geprägt. Ihre Vorfahren stammen sowohl aus den indigenen Bevölkerungsgruppen als auch von den europäischen Einwanderern (überwiegend Spaniern) sowie von afrikanischen Sklaven ab.

Da bei Volkszählungen in Mexiko bisher keine Daten zur ethnischen Zugehörigkeit gesammelt wurden, kann ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung des Landes nur geschätzt werden. Man vermutet, dass über 60% der Bevölkerung Mestizen sind, manche Quellen geben auch 80% an.

Den zweitgrößten Teil der mexikanischen Bevölkerung bilden die über 60 indigenen Gruppen, die in Mexiko leben. Auch hier schwanken die Angaben, sie reichen von 10% bis 20% an der Gesamtbevölkerung. Die meisten indigenen Bevölkerungsgruppen leben im Süden und im Hochland von Mexiko.

Den restlichen Teil an der Gesamtbevölkerung bilden die Einwanderer. Im 19. und 20. Jahrhundert immigirierten viele Europäer nach Mexiko. Neben Spaniern waren dies Briten, Franzosen, Deutsche, Italiener und Holländer. Heute leben etwa 200.000 Menschen in Mexiko, die deutsche Wurzeln haben.

Zu gleichen Zeit kamen auch viele Einwanderer aus China und Korea sowie aus Syrien und dem Libanon.

Seit den 1970er Jahren kommen zahlreiche Einwanderer aus Lateinamerika, zuerst als politische Flüchtlinge und heute überwiegend als Wirtschaftsflüchtlinge. Nach der Finanzkrise von 2008 siedelten viele Spanier nach Mexiko um.

In Mexiko leben auch die meisten us-amerikanischen Bürger ausserhalb der USA, Schätzungen zufolge über eine Million. Vor allem für amerikanische Rentner ist das Land ein beliebtes Ziel.

Die unterschiedlichen kulturellen Traditionen, die diese ethnische Vielfalt mit sich bringen, spiegeln sich vor allem in den verschiedenen Festen und religiösen Zeremonien und in den zahlreichen traditionellen Speisen aus den verschiedenen Regionen des Landes wieder.

Wikipedia: Deutsche Minderheit in Mexiko

 

 

Einige statistische Daten

Eine Veröffentlichung des Consejo Nacional de Población – CONAPO (Rat der nationalen Bevölkerung) gibt an, dass sich im Jahr 2018 die Bevölkerung aus 51% weiblichen Personen, mit einer Lebenserwartung von 78 Jahren, und 49% männlichen Personen, mit einer Lebenserwartung von 72 Jahren, zusammensetzte. Das Durchschnittsalter betrug 28 Jahre. Knapp 2,2 Millionen Geburten standen ca. 745.000 Sterbefälle gegenüber. Über 528.000 Paare heirateten und ca. 147.500 Ehen wurden geschieden.

Etwa 12,9 Millionen Mexikaner leben im Ausland, davon 98% in den USA, gefolgt von Kanada und Europa. 2018 wanderten ca. 300.000 Menschen aus und ca. 140.000 Einwanderer kamen ins Land.

Conapo (Consejo Nacional de Población)

Conapo – Statistiken von 1950 bis 2050

Wikipedia: Demografía de México

The World Factbook

Wikipedia: Demographics of Mexico

Das Instituto Nacional de Estadística y Geografía – INEGI (Nationales Institut für Statistik und Geographie) führt alle 10 Jahre eine Volkszählung durch, sowie weitere Erhebungen, um detailliertere Informationen über bestimmte Merkmale der Bevölkerung zu erhalten. Dabei nutzt das Institut auch die Daten, die in den Verwaltungen verschiedener Institutionen gesammelt wurden.

Die gesammelten Daten werden analysiert und nach Themen geordnet, um soziodemographischen Statistiken von Mexiko zu erhalten.

Instituto Nacional de Estadística y Geografía – INEGI

INEGI – México en Cifras (Mexiko in Zahlen)

 

 

Stadt- und Landbevölkerung

Im Jahr 2018 lebten knapp über 80% der Bevölkerung in den Städten. Durch die rückständige Infrastruktur und die geringen Perspektiven verlassen vor allem jüngere Menschen die ländlichen Regionen. In der Hoffnung auf einen besseren Lebensstandard sind ihre Ziele die großen Städte im Land, die Tourismusgebiete und die Industriezentren an der Grenze zu den USA.

Die Gründe für diese Landflucht sind nicht nur die Suche nach einer Arbeit, sondern auch die besseren Bildungsmöglichkeiten in den Städten, die bessere medizinische Versorgung, ein größeres Dienstleistungsangebot und die vielfältigen kulturellen Angebote.

Durch die große Landflucht gibt es aber auch in den Städten für die meisten Menschen nur geringe Möglichkeiten ihren Lebensstandard zu verbessern, da es nicht genügend Beschäftigungsverhältnisse gibt, um allen Zuwanderern eine Arbeitsmöglichkeit zu geben.

Viele von ihnen leben in den Slumvierteln und arbeiten als Gelegenheitsarbeiter. Das schnelle Wachstum der Städte hat neben der hohen Arbeitslosigkeit auch erhebliche Probleme in der Infrastruktur und eine steigende Kriminalität zur Folge.

Etwa ein Viertel der mexikanischen Bevölkerung lebt im Ballungsgebiet von Mexico-City. Neben der Hauptstadt haben 15 weitere Metropolregionen über eine Million Einwohner und weitere 20 eine Einwohnerzahl von über 500.000 Menschen.

Metropolregion Einwohner Bundesstaat
Mexico-City 21.581.000 Districo Federal, Estado de México
Guadalajara 5.023.000 Jalisco
Monterrey 4.712.000 Nuevo León
Puebla 3.097.000 Puebla
Toluca de Lerdo 2.354.000 Estado de México
Tijuana 2.058.000 Baja California
León de los Aldamas 1.780.000 Guanajuato
La Laguna 1.490.000 Coahuila, Durango
Ciudad Juárez 1.480.000 Chihuahua
Mérida 1.342.000 Yucatán
Querétaro 1.288.000 Querétaro
Cuernavaca 1.232.000 Morelos
San Luis Potosí 1.179.000 San Luis Potosí
Mexicali 1.082.000 Baja California
Aguascalientes 1.070.000 Aguascalientes
Chihuahua 1.012.000 Chihuahua

Stand: 2018

Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs, Population Division

 

 

Familie und Geschlechterverhältnis

Die Familie hat in Mexiko einen hohen Stellenwert und der Familienzusammenhalt ist stark ausgeprägt. Nicht nur zu Festen wird die ganze Familie, von den Großeltern über Tanten und Onkels, Cousinen und Cousins bis hin zu entfernten Verwandten eingeladen, um gemeinsam kräftig zu feiern. Man hilft sich auch im Alltag, egal ob es um emotionale, materielle oder finanzielle Hilfeleistungen geht.

Nicht selten leben Großeltern, Eltern und Kinder unter einem Dach, auch wenn sich dies, aufgrund der Lebensumstände ändert, da viele junge Menschen, zunehmend Frauen, zum Studium oder zur Arbeit in die Städte ziehen.

Durch diesen Wandel verändert sich auch das Frauenbild. Die Frau trägt zum Familieneinkommen bei und ist nicht mehr nur Mutter und Hausfrau. Dadurch verändert sich auch die Rolle des Mannes, der über Jahrhunderte als dominantes Familienoberhaupt angesehen wurde.

Diese Veränderungen führen oft zu Spannungen innerhalb der Familie und auch oft zu gewalttätigen Übergriffen. Laut einer landesweiten Umfrage von 2016 erlitten knapp 44% der Frauen häusliche Gewalt (körperlich und psychisch) und zwar nicht nur von dem Partner, sondern oft auch von dessen Familie.

 

 

Religionen

In Mexiko besteht eine strikte Trennung von Kirche und Staat, die in der ersten Verfassung von 1857 festgeschrieben wurde. Zu dieser Zeit besaß die katholische Kirche fast die Hälfte des mexikanischen Territoriums, dass sie sich durch die Unterwerfung der Bevölkerung zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert angeeignet hatte.

Die Missionierung der Bevölkerung, verbunden mit dem Bau der zahlreichen Kirchen, Kathedralen und Klöster spiegelt sich heute in den Glaubensbekenntnissen der Mexikaner wieder. Etwas mehr als 84% der Gesamtbevölkerung bekennen sich zu einer christlich geprägten Religion (Katholiken, Protestanten, Orthodoxe und andere evangelische Kirchen), wobei davon die Katholiken mit 89% die Mehrheit bilden.

Knapp über 10% der Gesamtbevölkerung gaben bei der letzten Auswertung des INEGI im Jahr 2010 eine andere Religionszugehörigkeit an. Dazu zählen Muslime, Juden, Zeugen Jehovas, Mennoniten, Anhänger verschiedener naturreligiöser Gemeinschaften und Anhänger der New Age Bewegung.

Etwa 4,5% der Gesamtbevölkerung gab an, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören.

Quelle: Instituto Nacional de Estadística y Geografía – INEGI

Durch die Trennung von Kirche und Staat wird in Mexiko keine Kirchensteuer erhoben und in den staatlichen Schulen gibt es keinen Religionsunterricht. Alle Religionsgemeinschaften finanzieren sich ausschließlich durch Spenden und wer eine Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, z.B. eine Trauung oder eine Taufe, der bezahlt diese Leistung.

 

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