Ángel de la Independencia

 

Besichtigung und Lage

Der Engel der Unabhängigkeit oder offiziell das Monument der Unabhängigkeit (el Monumento de la Independencia) ist mit Sicherheit eines der weltweit bekanntesten Wahrzeichen von Mexico-City. 

Das Monument steht in einem Kreisverkehr auf dem Paseo de la Reforma in Ost-West-Richtung.

An den Wochenenden ist es möglich im Rahmen einer Führung das Mausoleum und die Aussichtsplattform am Fuße des Engels zu besuchen. An einer Führung können maximal sechs Personen teilnehmen und es muss ein Ausweis vorgelegt werden. Der Eintritt ist frei.

 

Zur Geschichte des Unabhängigkeitsdenkmals

Das erste Denkmal zu Erinnerung an die Unabhängigkeit wurde im Jahr 1843 mit dem Bau eines Sockels in der Mitte des Zòcalo begonnen. Daher auch der heutige Name des Platzes, denn dieser Sockel stand jahrelang auf dem Platz, ohne das weiter gebaut wurde. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel und eines Regierungswechsels wurde das Projekt wieder eingestellt und der Sockel entfernt.

Die Errichtung des Monumentes am heutigen Standort geht auf den damaligen Präsidenten Porfirio Diaz zurück, der den Auftrag 1902, anlässlich des 100. Jahrestages des Unabhängigkeitskrieges (im Jahr 1910), erteilte.

Entworfen wurde es von dem mexikanischen Architekten Antonio Rivas Mercado, während für die Skulpturen und Reliefs der italienische Bildhauer Enrique Alciati verantwortlich war. Mit der Ausführung wurden die Ingenieure Roberto Gayol, Gonzalo Garita und Manuel Gorozpe beauftragt.

Bei der Grundsteinlegung im Jahre 1902 wurde von Porfirio Diaz eine goldene Kiste mit einem Dokument der Unabhängigkeitserklärung und Münzen und Geldscheine der damaligen Zeit in das Fundament eingefügt.

Im Jahre 1906, als der Sockel und ein Teil der Säule (25m) bereits fertiggestellt waren, senkte sich das Monument nach einer Seite und die Ingenieure beschlossen, alles wieder abzureißen und ein neues Fundament zu errichten.

Das neue Fundament ruht auf Holzpfählen, die bis zu 25m tief in den Boden gerammt wurden, um den Sockel und das Monument zu tragen. Trotz dieses Neubeginns, konnte das Denkmal 1910 eingeweiht werden.

Im Jahr 1925 wurden die sterblichen Überreste einiger Helden des Unabhängigkeitskrieges in das Mausoleum überführt. 1929 wurde eine Steinsäule mit einer ewigen Flamme am Sockel aufgestellt.

Bei dem schweren Erdbeben im Jahr 1957 stürzte der Engel von der Säule und zerbrach in mehrere Stücke. Die Figur wurde von dem Bildhauer José María Fernández Urbina neu geschaffen. Ein Jahr lang dauerte die Anfertigung, bis sie 1958 wieder auf die Säule gesetzt werden konnte. Ein Teil des ursprünglichen Kopfes befindet sich heute am Eingang des Historischen Archives der Stadt.

Auch die Säule und die Steintreppen im Inneren trugen Schäden davon. Die Säule wurde bei den Renovierungsarbeiten verstärkt und die Steintreppe mit ursprünglich 159 Stufen durch eine Metalltreppe mit 200 Stufen ersetzt.

Seitdem ist das Denkmal trotz der zahlreichen Erdbeben, die sie erschüttert haben, einschließlich des schweren Erdbebens von 1985 und des jüngsten Erdbebens im September 2017 weitestgehend unbeschädigt geblieben.

Im Jahr 2006 wurde der Engel erneut restauriert und erhielt einen neuen 24-Karat-Blattgold-Überzug. Bevor man ihn wieder auf die Säule setzte, wurde er auf dem Zócalo ausgestellt, so dass sich die Einwohner ihren Engel von der Nähe betrachten konnten.

Ursprünglich bestand der Sockel aus 9 Stufen. Aufgrund der Senkung des Bodens musste der Treppenaufgang immer wieder aufgestockt werden. Heute sind 16 Stufen hinzugekommen und der Aufgang zum Sockel ist über 3m höher als 1910.

Die gesamte Höhe vom Sockel bis einschließlich des Engels beträgt heute 49,5 Meter.

 

Beschreibung des Unabhängigkeitsdenkmals

Der Siegesengel

Die Bronzestatue des 6,70m hohen und 7 Tonnen schweren Engels stellt die geflügelte Siegesgöttin Victoria aus der römischen Mythologie dar. Sie ist mit Blattgold überzogen.

In ihrer rechten Hand hält sie als Zeichen des Sieges einen Lorbeerkranz, den sie über die Helden am Sockel hebt. In ihrer linken Hand hält sie eine zerbrochene Kette, die das Ende von dreihundert Jahren spanischer Abhängigkeit symbolisiert.

 

Die Säule

Die Säule selbst ist 38,3m hoch. Sie besteht aus einer Stahlkonstruktion, die mit Steinplatten bedeckt ist. Der obere Teil der Säule ist mit vier Adlern mit ausgebreiteten Schwingen und Akanthusblättern dekoriert.

Der Säulenkörper ist in der Mitte mit Palmenwedeln geschmückt, die von zwei Ringen durchzogen werden, die wiederum mit Blumenmedaillons dekoriert sind. Auf den Ringen stehen acht Namen der Helden des Unabhängigkeitskrieges.

Um unteren Bereich befindet sich ein weiterer Ring, der mit vier Löwenköpfen und einem Lorbeerkranz dekoriert ist.

 

Der Sockel

Am Fuß der Säule, auf dem oberen Sockel, befinden sich an den Ecken die Statuen von José María Morelos (im Südosten), Francisco Xavier Mina (im Südwesten), Nicolás Bravo (im Nordwesten) und Vicente Guerrero (im Nordosten). Die Statue auf der Ostseite stellt den Priester Miguel Hidalgo dar, der die mexikanische Fahne trägt. Zu seinen Füßen befinden sich zwei allegorische Figuren, links die Geschichte (la historia), mit einem Buch und einer Feder und rechts die Heimat (la patria), die dem Helden einen Lorbeerkranz reicht.

Um unteren Teil des Sockels ist eine Marmortafel angebracht, die die Inschrift „La nación a los héroes de la independencia“ (sinngemäß „die Nation mit den Helden der Unabhängigkeit“) trägt. Davor steht die Bronzestatue eines Löwen, der von einem Kind geführt wird. Der Löwe symbolisiert die Stärke des Volkes und das Kind die Zerbrechlichkeit eines jeden Einzelnen und gleichzeitig den menschlichen Einfallsreichtum und Scharfsinn.

An den vier Ecken sitzen die allegorischen Bronzefiguren „La Paz” (der Frieden) im Südosten, „La Guerra” (der Krieg) im Südwesten, “La Ley“ (das Gesetz) im Nordwesten und „La Justicia” (die Gerechtigkeit) im Nordosten. Unter ihren Podesten sind die Namen weiterer Helden des Unabhängigkeitskrieges eingraviert.

Unter der Löwenskulptur befindet sich der Eingang zum Mausoleum. Im Portrait an der Eingangstür hat der Architekt Antonio Rivas Mercado eine seiner Töchter verewigt. Sie symbolisiert die Republik México.

Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Steingefäß mit der ewigen Flamme (Lámpara Votiva), die den Helden ewige Ehre erweisen soll. Sie wurde 1929 aufgestellt.

 

Das Mausoleum

Im Jahre 1925 wurden in das Mausoleum die sterblichen Überreste von Aldama, Allende, Bravo, Guerrero, Hidalgo, Jiménez, Matamoros, Mina, Morelos, Quintana Roo, Vicario, Victoria, Moreno und Rosales  von der Kathedrale in Mexico-City und aus anderen Landesteilen überführt.

Außerdem befindet sich im Mausoleum eine Statue von Guillén de Lampart, einem Iren, der 1640 nach Mexico kam. Er ernannte sich selbst als König von Mexico und wollte die indigene Bevölkerung von der Sklaverei befreien. Er wurde von der Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Für einige gilt er als der Vorreiter der Unabhängigkeitsbewegung, doch ist dies eine umstrittene Theorie.

 

Linkhinweise

Instituto Nacional de Antropología e Historia

Informationen (pdf-Dokument)

 


Wikipedia: Ángel de la Independencia

Wikipedia: Angel de la Independencia

Wikipedia: Monumento a la Independencia