Das Fotomuseum der Nationalen Fotothek in Pachuca zeigt die Entwicklung der Fotografie in Mexiko anhand historischer und zeitgenössischer Aufnahmen. Porträts, Bilder der Mexikanischen Revolution, Alltagsszenen und Landschaften stehen neben experimentellen Arbeiten. Historische Kameras und Erläuterungen zu fotografischen Verfahren ergänzen die Ausstellung im ehemaligen Kloster San Francisco.
Geschichte und Gebäude des Museums
Das Museum befindet sich im Obergeschoss des ehemaligen Franziskanerklosters San Francisco. Der Bau der Klosteranlage begann nach der 1596 erteilten Genehmigung, die Kirche wurde um 1660 fertiggestellt. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Gebäudekomplex mehrfach verändert und restauriert.
1976 erwarb der mexikanische Staat das Archiv Casasola, eine von der Fotografenfamilie Casasola zusammengetragene Sammlung zur Geschichte und zum Alltagsleben Mexikos. Sie enthält eigene Aufnahmen der Familie und Werke weiterer Fotografen, darunter zahlreiche Bilder der Mexikanischen Revolution. Rund 484.000 fotografische Objekte gelangten im November desselben Jahres nach Pachuca und bildeten den Grundstock der Nationalen Fotothek.
Das Fotomuseum wurde im November 1984 eröffnet, um ausgewählte Bilder aus diesen Beständen öffentlich zu präsentieren. Seit einer Neugestaltung im Jahr 2007 ist die Ausstellung nach Themen gegliedert, die sich nun aus Porträt, gesellschaftliche Bewegungen, Alltagsleben, Landschaft und experimentelle Fotografie zusammensetzt.
Ausstellung und thematische Schwerpunkte
Eine Einführung erläutert fotografische Verfahren und die Entwicklung der Bildherstellung. Historische Kameras, Originalabzüge und Reproduktionen zeigen unterschiedliche Möglichkeiten, Fotografien aufzunehmen und zu vervielfältigen. Anschließend folgen fünf Themenbereiche.
Porträt
Einzel- und Gruppenporträts zeigen, wie Menschen für private, berufliche oder amtliche Zwecke fotografiert wurden. Die Aufnahmen reichen von Atelierbildern bis zur Arbeit von Straßenfotografen. Kleidung, Haltung und Bildgestaltung geben zugleich Auskunft über die jeweilige Zeit.
Gesellschaftliche Ereignisse und Bewegungen
Dieser Bereich umfasst Aufnahmen der Mexikanischen Revolution und anderer gesellschaftlicher Ereignisse. Die Bilder dokumentieren historische Situationen und zeigen, wie Fotografien zu bekannten Zeugnissen einer Epoche wurden. Dazu gehört die Aufnahme Francisco Villas im Präsidentensessel aus dem Archiv Casasola.
Alltagsleben
Straßenszenen und Aufnahmen alltäglicher Tätigkeiten zeigen Menschen in ihrem jeweiligen Lebensumfeld. Sie halten Gewohnheiten, öffentliche Begegnungen und soziale Unterschiede fest und dokumentieren Veränderungen des Alltags in Mexiko.
Landschaft
Die ausgestellten Fotografien umfassen Naturansichten ebenso wie ländliche, städtische und industrielle Umgebungen. Neben der Landschaft selbst wird sichtbar, wie Besiedlung und wirtschaftliche Nutzung deren Erscheinungsbild verändern.
Experimentelle Fotografie
Abstraktionen, Fotomontagen und inszenierte Bildgeschichten zeigen die Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel. Vertreten sind unter anderem Arbeiten von Manuel Álvarez Bravo, Graciela Iturbide, Pedro Meyer und Gerardo Suter.
Besuch und praktische Informationen
Adresse
Museo Nacional de la Fotografía
Ex-convento de San Francisco de la Plaza Aniceto Ortega, Centro,
CP 42000 Pachuca de Soto, Hidalgo
Öffnungszeiten
Montag: geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Eintritt
freier Eintritt
Besuch und Führungen
Individueller Besuch: Für einen individuellen Rundgang kann man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen.
Führungen: Geführte Rundgänge werden nur für Gruppen angeboten.
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Museum
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