Das Museum für Arbeitsmedizin (Museo de Medicina Laboral) befindet sich im ehemaligen Krankenhaus der Bergbaugesellschaft Compañía de Real del Monte y Pachuca. Originale Behandlungsräume, medizinische Instrumente und die Krankenhausapotheke geben Einblicke in die Versorgung der Bergarbeiter im 20. Jahrhundert. Die Ausstellung behandelt zugleich die gesundheitlichen Folgen der Arbeit unter Tage und die Entwicklung der Unfallverhütung.
Geschichte und Gebäude des Museums
Das 1907 eröffnete Bergarbeiterkrankenhaus entstand nach einer Vereinbarung zwischen der Bergbaugesellschaft und ihren Beschäftigten. Die Arbeiter beteiligten sich mit zwei Prozent ihres Lohns an der Finanzierung. Das Unternehmen übernahm den Bau, die Ausstattung und den laufenden Unterhalt einschließlich der Personalkosten.
Wurden anfangs auch Angehörige der Beschäftigten behandelt, beschränkte sich die Versorgung nach der Einrichtung als gewerkschaftliche Klinik in den 1930er-Jahren auf die Bergarbeiter.
1983 endete der Krankenhausbetrieb, nachdem die medizinische Betreuung in das mexikanische Sozialversicherungssystem IMSS übergegangen war. 1996 übergab die Bergbaugesellschaft das Gebäude samt Mobiliar und medizinischer Ausstattung an den Verein Archivo Histórico y Museo de Minería (AHMMAC). Nach der Restaurierung wurde im Oktober 2004 das Kulturzentrum Nicolás Zavala mit dem Museum für Arbeitsmedizin eröffnet.
Die ursprüngliche Raumaufteilung blieb bei der Einrichtung des Museums erhalten. Zum Kulturzentrum gehören außerdem Räume für Sonderausstellungen, ein Auditorium und ein Archiv zur Geschichte des Bergbaus.
Ausstellung und thematische Schwerpunkte
Die Ausstellung führt durch die verschiedenen Bereiche des ehemaligen Bergarbeiterkrankenhauses. Die Räume mit dem Originalinventar zeigen die medizinische Versorgung von der Untersuchung über die Behandlung und Operation bis zur stationären Pflege und Rehabilitation.
Der Krankensaal ist mit Metallbetten, Nachttischen und Sichtschutzwänden eingerichtet. Im Untersuchungszimmer stehen die Untersuchungsliege und der Schreibtisch des Arztes.
Der Operationsbereich ist mit einem Operationstisch, Narkosegeräten und chirurgischen Instrumenten ausgestattet, darunter Zangen und Wundspreizer. Zur medizinischen Ausrüstung gehören außerdem Infusionsständer und Sauerstoffflaschen. Im angrenzenden Sterilisationsbereich befinden sich Geräte zur Aufbereitung von Spritzen, Wäsche und medizinischem Material.
Im Röntgenraum steht ein Gerät von General Electric aus den 1930er-Jahren. Röntgenuntersuchungen dienten zur Diagnose von Knochenbrüchen und Lungenschäden durch Quarzstaub, denen Bergarbeiter besonders ausgesetzt waren.
Die Krankenhausapotheke zeigt Fertigpräparate wie Tabletten und flüssige Arzneimittel in ihren damaligen Verpackungen und beschrifteten Flaschen. Daneben sind Heilpflanzen, chemische Substanzen und Apothekergefäße ausgestellt, die zur Herstellung von Tabletten, Kapseln und Salben verwendet wurden.
Orthopädische Instrumente, Prothesen, Schienen und Stützkorsetts dokumentieren die Versorgung schwerer Verletzungen und die Behandlung nach Amputationen. Hinzu kommen Geräte für die Rehabilitation sowie ein Rollstuhl und eine Krankentrage.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unfallverhütung im Bergbau. Historische Sicherheitsplakate stellen tatsächlich geschehene Grubenunfälle dar und erläutern, durch welche Vorsichtsmaßnahmen solche Unfälle vermieden werden sollten.
Besuch und praktische Informationen
Adresse
Museo de Medicina Laboral
Calle Hospital 10, Barrio Hospital,
CP 42130 Mineral del Monte, Hidalgo
Öffnungszeiten
Montag und Dienstag: geschlossen
Mittwoch bis Sonntag: 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Eintritt
80 MXN pro Person
Besuch und Führungen
Individueller Besuch: Für einen individuellen Rundgang kann man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen.
Führungen: Geführte Rundgänge können direkt vor Ort gebucht werden. Sie sind im Eintrittspreis enthalten.
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Museum
SIC México (Sistema de Información Cultural)
Kurzüberblick mit Basisdaten und administrativen Angaben
[Spanisch]
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