Das Museo Amparo im Zentrum von Puebla de Zaragoza widmet sich der Kunst Mexikos von der vorspanischen Zeit bis zur Gegenwart. Die Sammlungen umfassen archäologische Objekte, Kunst und Kunsthandwerk der Kolonialzeit und des neunzehnten Jahrhunderts sowie moderne und zeitgenössische Werke. Untergebracht ist das Museum in einem zusammenhängenden Komplex historischer Gebäude mit Innenhöfen und modernen Erweiterungen. Wechselnde Ausstellungen ergänzen die Dauerausstellungen.
Geschichte und Gebäude des Museums
Die Geschichte des Standorts reicht bis in die frühe Kolonialzeit zurück. Hier wurde 1538 das Hospital San Juan de Letrán gegründet, das erste Krankenhaus Pueblas, auch als „El Hospitalito“ bekannt. Um 1642 ließ Bischof Juan de Palafox y Mendoza die Kranken in ein anderes Hospital verlegen. Anschließend dienten die Gebäude und angrenzenden Grundstücke unter anderem als Mädchenschule und Unterkunft für Frauen. Später wurden Teile auch als Priesterunterkunft, Altenheim und Privatwohnungen genutzt.
Ab 1871 bewohnte Vicente Espinosa Bandini, der Großvater des späteren Museumsgründers Manuel Espinosa Yglesias, einen Teil des heutigen Komplexes. Die Aufteilung und Ausstattung dieser Familienresidenz sind in den Ausstellungsräumen zur Kolonialzeit und zum 19. Jahrhundert noch erkennbar.
Das Museum eröffnete im Februar 1991. Manuel Espinosa Yglesias und seine Tochter Ángeles Espinosa Yglesias Rugarcía gründeten es über die Fundación Amparo. Der Name erinnert an Amparo Rugarcía de Espinosa Yglesias, die verstorbene Frau des Gründers. Für die ursprüngliche Restaurierung und Anpassung der Gebäude an den Museumsbetrieb war der Architekt Pedro Ramírez Vázquez verantwortlich.
Im Laufe der Zeit wurden benachbarte Häuser in den Museumskomplex aufgenommen. Eine umfassende Modernisierung begann 2010. Dabei entstanden zeitgemäße Ausstellungs- und Servicebereiche innerhalb der historischen Gebäude. Die ersten erneuerten Bereiche öffneten 2013. Die Neugestaltung der vorspanischen Sammlung wurde im April 2015 abgeschlossen. Zum Museum gehören seither auch eine Dachterrasse und ein Café mit Aussicht auf das historische Zentrum.
Ausstellung und thematische Schwerpunkte
Vorspanisches Mexiko
Die Dauerausstellung „El México antiguo“ (Das alte Mexiko) behandelt die Zeit von etwa 1200 v. Chr. bis 1500 n. Chr. In acht thematisch gegliederten Räumen werden rund 500 Objekte aus verschiedenen Regionen Mexikos gezeigt. Vertreten sind unter anderem die Kulturen der Olmeken, Maya, Zapoteken, Huaxteken und Teotihuacáns sowie die Mezcala-Kultur und die Schachtgräbertradition Westmexikos.
Zu den Ausstellungsstücken gehören Keramikgefäße, menschliche und tierische Figuren, Steinskulpturen, bearbeitete Knochen, Metallarbeiten und Fragmente von Wandmalereien. Neben Gegenständen des täglichen Gebrauchs sind Objekte aus religiösen Zeremonien und Bestattungen zu sehen.
Die Themen reichen von der geografischen und zeitlichen Einordnung über Religion, der Darstellungen von menschlichen Figuren, Gesellschaft und Alltagsleben bis zu Sprache, Schrift und künstlerischen Techniken. Weitere Räume behandeln den Umgang mit dem Tod und die kulturellen Veränderungen im 16. Jahrhundert.
Kunst der Kolonialzeit und des 19. Jahrhunderts
Dieser Sammlungsbereich befindet sich im ehemaligen Wohnhaus der Familie Espinosa. Dazu gehören der heute als „Salón Mexicano“ bezeichnete Salon, Räume mit bemalten Decken, eine Bibliothek, eine Hauskapelle und ein Speisezimmer.
Ausgestellt sind Gemälde, religiöse Skulpturen, Möbel, Silberarbeiten, Porzellan und Textilien. Die von Ángeles Espinosa Yglesias Rugarcía ausgewählten Stücke stammen aus der Kolonialzeit und dem 19. Jahrhundert.
Zur Besichtigung gehört auch die typische Küche mit glasierten Keramikfliesen an Böden und Wänden, einer gemauerten Kochstelle und einem Wasserbecken.
Moderne und zeitgenössische Kunst
Die seit den 1990er-Jahren aufgebaute Sammlung konzentriert sich auf moderne und zeitgenössische Kunst aus Mexiko. Zu den vertretenen Künstlerinnen und Künstlern gehören unter anderem Manuel Álvarez Bravo, Graciela Iturbide, Manuel Felguérez, Vicente Rojo, Francisco Toledo, Gabriel Orozco und Teresa Margolles.
Die Präsentation wird regelmäßig verändert. Werke aus dem Depot und neue Erwerbungen werden in wechselnder Auswahl gezeigt.
Sonderausstellungen und Veranstaltungen
Das Museum zeigt wechselnde Ausstellungen aus Mexiko und anderen Ländern. Die Themen umfassen neben bildender Kunst auch Archäologie, Geschichte, Architektur und Design.
Besuch und praktische Informationen
Adresse
Museo Amparo
Calle 2 Sur 708, Centro Histórico,
CP 72000 Puebla de Zaragoza, Puebla
Öffnungszeiten
Dienstag: geschlossen
Mittwoch bis Montag: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt
Erwachsene 85 MXN
Hinweise: Zum Museum gehören ein Museumsladen, ein Café und eine Dachterrasse. Größere Taschen und Rucksäcke müssen an der Garderobe abgegeben werden.
Besuch und Führungen
Individueller Besuch: Für einen individuellen Rundgang durch das Museum kann man etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen.
Führungen: Das Museum bietet kostenlose Führungen an.
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Museum
Mitteilungen und weitere Veröffentlichungen
Die folgenden Beiträge und Fachpublikationen bieten ergänzende Informationen zum Museum, seinen Sammlungen, Ausstellungen und Forschungsarbeiten. Die Veröffentlichungen sind nach Herausgebern geordnet und jeweils mit einer kurzen Inhaltsangabe und einem Link aufgeführt.
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