Das Museum befindet sich in Felipe Carrillo Puerto im Bundesstaat Quintana Roo. Die Stadt entwickelte sich im Verlauf des Kastenkrieges zu einem zentralen Ort des Widerstands der Maya.
Das Museum greift diese historischen Entwicklungen auf und hebt die Bedeutung der Stadt als Bastion der Maya-Kultur und des Widerstands hervor. Im Mittelpunkt stehen die Ereignisse des 19. Jahrhunderts und deren langfristige Auswirkungen auf die Region.
Geschichte und Gebäude des Museums
Das Museum ist im Gebäude des ehemaligen Internats „General Lázaro Cárdenas“ untergebracht, dass im 19. Jahrhundert für indigene Kinder errichtet wurde.
Ursprünglich wurde das Museum im Jahr 2010 unter dem Namen „Museo Maya Santa Cruz Xbáalam Naj“ eröffnet.
Nach der Sanierung und Umgesteltung des Gebäudes durch das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) und einer konzeptionellen Überarbeitung der Ausstellung wurde das Museum im September 2024 neu eröffnet.
Ausstellung und thematische Schwerpunkte
Die Ausstellung ist in sechs thematische Bereiche gegliedert, die chronologisch und inhaltlich aufeinander aufbauen:
- Gründung von Noj Kaaj Santa Cruz Báalam Naj (ab 1850)
Der erste Raum beginnt im Jahr 1850 mit der Gründung von Noj Kaaj Santa Cruz Báalam Naj, übersetzt mit „Große Stadt des Heiligen Kreuzes, Heimat der Wächter“, als heiliger Ort der rebellischen Maya. Es beleuchtet die zentrale Rolle und das Streben nach Autonomie während des Kastenkrieges. Es werden Dokumente, historische Fotografien und Karten ausgestellt. - Chiclero-Ära und wirtschaftlicher Wandel
Nach dem Friedensschluss veränderte der Boom der Chicle-Gewinnung (Naturkautschuk aus dem Chicozapote-Baum) die Region grundlegend. Genossenschaften und Ejidos (Gemeinschaftsgrundstücke) entstanden, um bessere Handelsbedingungen gegenüber internationalen Unternehmen durchzusetzen, insbesondere während der beiden Weltkriege. Zu sehen sind Werkzeuge zur Gewinnung von Chicle, Darstellungen des Chicozapote-Baums sowie Fotografien und Materialien zur Organisation von Ejidos und Kooperativen. - Bildungsreformen und Umbenennung der Stadt (ab 1932)
Mit der Umbenennung der Stadt in Felipe Carrillo Puerto begann eine Phase sozialer Reformen. Ländliche Schulen mit sozialistischem Ansatz sollten technische und landwirtschaftliche Ausbildung fördern und die Integration der Region stärken. Hier werden historische Fotografien und Archivmaterialien präsentiert. - Traditionelle Lebensweisen und moderne Einflüsse
Im Mittelpunkt stehen die Milpa-Landwirtschaft sowie die Imkerei mit der Melipona-Biene, beides zentrale Elemente nachhaltiger Maya-Kultur. Gleichzeitig wird der Einfluss des Tourismus seit den 1970er-Jahren thematisiert, der sich zu einer wichtigen Einnahmequelle entwickelt hat. - Kunst, Handwerk und Religiosität
Diese Sektion zeigt materielle und immaterielle Ausdrucksformen der Maya-Kultur, darunter Textilien (Huipiles), Flechtarbeiten, Hängematten, Holzschnitzereien und Musikinstrumente sowie Musik und Tanz, die durch audiovisuelle Elemente ergänzt werden. - Die Santa Cruz und religiöse Kontinuitäten
Die letzte Einheit widmet sich der „Santa Cruz“, einem zentralen Symbol des Maya-Widerstands, dessen Kult bis heute in verschiedenen Gemeinden fortbesteht. Thematisiert wird die Verbindung aus katholischen Einflüssen, militärisch-symbolischen Organisationsformen und präkolumbischen Ritualen.
Insgesamt kombiniert die Ausstellung textbasierte Informationen mit ausgewählten Objekten und multimedialen Elementen, wobei der Schwerpunkt auf der historischen Einordnung und weniger auf umfangreichen Sammlungen liegt.
Besuch und praktische Informationen
Adresse
Museo Histórico de la Ciudad de Felipe Carrillo Puerto
Calle 63, Centro,
CP 77200 Felipe Carrillo Puerto, Quintana Roo
Öffnungszeiten
Montag: geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 9:00 Uhr – 19:00 Uhr
Eintritt
Erwachsene international: 110 MXN
Erwachsene national und Ausländer mit Wohnsitz in Mexiko: 55 MXN
Besuch und Führungen
Individueller Besuch: Ein individueller Rundgang durch das Museum dauert etwa 45 bis 60 Minuten.
Führungen: Geführte Rundgänge können direkt vor Ort gebucht werden, sofern ein Guide zur Verfügung steht.
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Museum
SIC México (Sistema de Información Cultural)
Kurzüberblick mit Basisdaten und administrativen Angaben
[Spanisch]
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