Das Archäologische Museum von Tepeapulco befindet sich im Erdgeschoss des ehemaligen Franziskanerklosters San Francisco de Asís. Die Ausstellung behandelt die vorspanische Geschichte der Region und zeigt religiöse Kunst aus der Kolonialzeit. Zum Rundgang gehören auch ein freigelegter Abschnitt der historischen Wasserversorgung und die Wandmalereien der Klosteranlage. Das Museum gehört zum Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH).
Geschichte und Gebäude des Museums
Der Bau des Klosters und der Kirche begann 1528 unter Leitung des Franziskaners Andrés de Olmos. Die Anlage entstand unter Mitwirkung indigener Arbeitskräfte und wurde 1586 fertiggestellt. Zum Komplex gehören die Kirche San Francisco de Asís, der zweigeschossige Kreuzgang und die im 18. Jahrhundert hinzugefügte Kapelle Jesús Nazareno.
Zwischen 1558 und 1560 sammelte Bernardino de Sahagún in Tepeapulco Informationen über Religion, Geschichte und Lebensweise der Nahua. Dafür befragte er indigene Würdenträger und Älteste in ihrer Sprache Náhuatl. Die hier entstandenen „Primeros Memoriales“ (Erste Aufzeichnungen) bildeten eine Grundlage seiner späteren „Historia general de las cosas de Nueva España“ (Allgemeine Geschichte der Dinge Neuspaniens).
Das Museum eröffnete am 1. Februar 1959 auf Initiative des aus Tepeapulco stammenden Francisco Ruiz Montaño und des Unternehmers Amaro del Rosal. Del Rosal leitete die Waggonbaufirma Compañía Constructora de Carros de Ferrocarril und finanzierte einen großen Teil der Umbauarbeiten für die Museumsnutzung.
Ausstellung und thematische Schwerpunkte
Vorspanische Besiedlung und Funde aus Xihuingo
Karten und Erläuterungen führen in die Kulturregion Mesoamerika ein. Tonobjekte aus der Präklassik (ca. 2500 v. Chr. bis 200 n. Chr.) zeigen Einflüsse der Kulturen von Tlatilco und Copilco. Für die anschließende Klassik (ca. 200 bis 900 n. Chr.) stehen vor allem Fundstücke aus Xihuingo, einer nahe gelegenen Siedlung mit Architektur und Keramik der Teotihuacán-Kultur.
Mexica und religiöse Vorstellungen
Keramik und bearbeitete Steine aus der Postklassik (ca. 900 bis 1521 n. Chr.) dokumentieren die spätere Präsenz der Mexica in der Region. Zu den Ausstellungsstücken gehört eine Sonnenscheibe mit einer Darstellung des Sonnengottes Tonatiuh. Weitere Objekte zeigen Tláloc, den Regengott, Chicomecóatl, die Maisgöttin, und Xiuhtecuhtli, den Feuer- und Jahresgott. Ein Steinmonument trägt das Zeichen Nahui Ollin (Vier Bewegung), ein Sonnensymbol des aztekischen Kalenders.
Klösterliche Wasserversorgung und religiöse Kunst
Eine im Ausstellungsraum freigelegte archäologische Grabung zeigt einen Abschnitt des Wassersystems, das die Franziskaner im 16. Jahrhundert nutzten. Daneben werden religiöse Ölgemälde aus dem ehemaligen Klosterbestand ausgestellt, darunter Darstellungen des heiligen Franziskus.
Architektur und Wandmalereien
Der Kreuzgang besitzt zwei Geschosse mit umlaufenden Bogengängen. Das steinerne Kirchenportal ist mit Pflanzenornamenten und religiösen Reliefs geschmückt. In den Klostergängen sind Fresken aus dem 16. Jahrhundert mit Heiligendarstellungen sowie eingeritzte Zeichnungen von Reitern, Stieren und dem traditionellen Voladores-Ritual zu sehen.
Besuch und praktische Informationen
Adresse
Museo Arqueológico Tepeapulco
Av. Hidalgo, Centro,
CP 43970 Tepeapulco, Hidalgo
Öffnungszeiten
Montag: geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr und 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt
Freier Eintritt
Besuch und Führungen
Individueller Besuch: Für einen individuellen Rundgang durch das Museum kann man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen.
Führungen: Geführte Rundgänge können direkt vor Ort gebucht werden.
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Museum
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