Das Naturschutzgebiet Otoch Ma’ax Yetel Kooh befindet sich im Nordosten der Halbinsel Yucatán im Bundesstaat Quintana Roo, nahe der Grenze zum Bundesstaat Yucatán und unweit der archäologischen Stätte Cobá. Der Name stammt aus dem Maya und bedeutet „Haus der Affen und der Großkatze“, was die Bedeutung des Gebietes als Lebensraum für die charakteristischen Tierarten dieser Region unterstreicht.
Das Gebiet zählt zu den wichtigsten Rückzugsräumen für den Klammeraffen im nördlichen Teil der Halbinsel und schützt außerdem weiterer Tierarten, darunter Brüllaffen, Pumas und Jaguare sowie verschiedene Ökosysteme des Tieflandregenwaldes auf der Halbinsel Yucatan.
Natur und Landschaft
Das Gebiet liegt in der tropischen Klimazone mit ganzjährig hohen Temperaturen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa 26 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei rund 800 bis 850 mm und konzentriert sich vor allem auf die Sommermonate. Während dieser Zeit kommt es regelmäßig zu intensiven, aber meist kurz anhaltenden Regenfällen. Die Wintermonate sind dagegen deutlich trockener. Diese saisonalen Unterschiede beeinflussen die Vegetation sowie die Wasserstände in Lagunen und Feuchtgebieten.
In dem Gebiet finden sich auch Höhlen, Cenoten, Lagunen und prähispanische Überreste der Maya.
Fauna
Unter den Tierarten, die in dieser Umgebung vorkommen, sind Klammeraffe (Ateles geoffroyi), Brüllaffe (Alouatta pigra), Puma (Puma concolor), Jaguar (Panthera onca), Ozelot (Leopardus wiedii) und Sumpfkrokodil (Crocodylus moreletii) besonders erwähnenswert.
Flora
Das Schutzgebiet umfasst verschiedene Vegetationstypen, darunter mittelhohe, teilweise immergrüne Tropenwälder, saisonal überflutete Tieflandwälder, savannenartige Feuchtgebiete sowie traditionell genutzte Anbauflächen, sogenannte Milpas, auf denen vor allem Mais, Bohnen und Kürbisse angebaut werden. Zu den typischen Pflanzenarten gehören verschiedene Palmenarten und Feigenbäume.
Schutzmaßnahmen
Ziel ist der Schutz eines zusammenhängenden Wald- und Feuchtgebietssystems des Maya-Tieflandregenwaldes. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt der Lebensräume sowie der Schutz charakteristischer Tierarten, insbesondere von Klammeraffen und Brüllaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Regulierung der Besuchsaktivitäten. Der Zugang erfolgt überwiegend über lokale Gemeinden und autorisierte Anbieter, wodurch die Nutzung des Gebietes kontrolliert wird. Für Besucher gelten klare Verhaltensregeln: Das Mitbringen von Plastik sowie von Haustieren ist nicht erlaubt, Wildtiere dürfen nicht gefüttert werden und Drohnen sind untersagt. Zudem sind die vorhandenen Wege und Beschilderungen zu beachten.
Die Verwaltung erfolgt durch die Nationale Kommission für Naturschutzgebiete (Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas), kurz CONANP genannt, die für Planung, Überwachung und Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen zuständig ist.
Aktivitäten im Schutzgebiet
Wanderungen im Regenwald
Das Schutzgebiet kann auf ausgewiesenen Wegen und Lehrpfaden erkundet werden. Geführte Wanderungen bieten Einblicke in die Ökologie des Maya-Tieflandregenwaldes sowie in die traditionelle Nutzung der Landschaft.
Naturbeobachtung / Naturfotografie
Das Gebiet eignet sich zur Beobachtung von Wildtieren, insbesondere von Klammeraffen und Brüllaffen sowie zahlreichen Vogelarten. Aufgrund der dichten Vegetation erfolgen Sichtungen oft zufällig und erfordern Geduld.
Erkundung von Lagunen und Cenoten
Einige Bereiche können mit Kajaks oder kleinen Booten erkundet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, Cenoten zu besuchen, die charakteristische Elemente der Karstlandschaft darstellen.
Besuchertipps
Beste Reisezeit
Der Besuch des Schutzgebietes ist ganzjährig möglich. Während der Trockenzeit von November bis April sind die Wege in der Regel besser begehbar und die Luftfeuchtigkeit ist geringer.
Ausrüstung
Leichte, atmungsaktive Kleidung, Badebekleidung, festes Schuhwerk sowie Sonnen- und Insektenschutz sind empfehlenswert. Zudem sollte ausreichend Trinkwasser mitgeführt werden.
Touren
Der Zugang erfolgt in der Regel über autorisierte, lokale Tourismusführer, im Rahmen geführter Touren. Diese erleichtern die Orientierung und vermitteln Kenntnisse über Natur und Nutzung des Gebietes.
Lage und Informationen zum Besuch
Daten zum Naturschutzgebiet
- Einordnung des Naturschutzgebietes: Área de Protección de Flora y Fauna – Otoch Maax Yetel Kooh
- Bundesstaat: Quintana Roo
- Fläche: 5.367,42 ha
- Gründung: 2002
- Region: Halbinsel von Yucatán und mexikanische Karibik
Eintritt
Für die Nutzung des Naturschutzgebietes wird eine Tagesgebühr erhoben. Diese wird an die autorisierten Tourismusanbieter entrichtet, die Aktivitäten im Schutzgebiet anbieten. Diese Anbieter händigen ein offizielles CONANP-Armband (Brazalete) aus.
Erwachsene international: 95 MXN
Erwachsene national und Ausländer mit Wohnsitz in Mexiko: 95 MXN
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Naturschutzgebiet
CONANP (Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas)
Offizielle Informationen zum Naturschutzgebiet
[Englisch] | [Spanisch] | [Datenblatt in Spanisch]
Biodiversität
iNaturalistMX: Informationen über Fauna und Flora
YouTube
APFF Otoch Ma’ax Yetel Kooh – CONANP – 0:31 minArtikelempfehlungen
Schutzgebiete für Flora und Fauna in Mexiko
Die Schutzgebiete für Flora und Fauna spielen eine bedeutende Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt und der natürlichen Lebensräume. Die in diesen Gebieten existierende Fauna […weiterlesen]
Naturschutzgebiete in Mexiko
Mexiko ist ein Land voller Naturreichtümer und durch die unterschiedlichen Ökosysteme und die artenreiche Flora und Fauna eines der vielfältigsten Länder der Welt. Das Land […weiterlesen]
