Dieses Schutzgebiet für Flora und Fauna ist ein vergleichsweise junges Schutzgebiet im Bundesstaat Quintana Roo. Es liegt im Hinterland der Küstenzone bei Puerto Morelos und umfasst ein ausgedehntes Mangroven- und Feuchtgebietssystem. Das Gebiet dient insbesondere dem Erhalt empfindlicher Mangrovenökosysteme, die eine zentrale Rolle für Küstenschutz, Biodiversität und Klimaanpassung spielen.
Fauna und Flora
Das Schutzgebiet wird überwiegend von Mangrovenökosystemen geprägt, die die größte Ausdehnung und ökologische Bedeutung innerhalb des Gebiets einnehmen, darunter Rote Mangrove (Rhizophora mangle), Schwarze Mangrove (Avicennia germinans) und Weiße Mangrove (Laguncularia racemosa). Ergänzt werden diese durch typische Pflanzen der tropischen Wälder und Feuchtgebiete, etwa Palmenarten, Harthölzer sowie an feuchte Standorte angepasste Gräser und Kräuter.
Die Mangroven erfüllen zentrale ökologische Funktionen. Sie schützen die Küste vor Erosion und Sturmfluten, filtern Nährstoffe und Schadstoffe und dienen als Kinderstube für zahlreiche marine Arten.
Insgesamt wurden im Gebiet etwa 1.295 einheimische Arten von Pflanzen, Tieren und Pilzen nachgewiesen. Davon sind 59 Arten endemisch für Mexiko oder die biogeografische Provinz der Halbinsel Yucatán, während 96 Arten in einer Gefährdungskategorie geführt werden.
Typische Tierarten des Schutzgebiets sind:
- Vögel: Reiher, Ibisse, Pelikane sowie verschiedene Zugvogelarten
- Reptilien: das Morelet-Krokodil (Crocodylus moreletii) und Leguane
- Säugetiere: Waschbären und Opossums
- Aquatische Arten: zahlreiche Fischarten sowie Krebstiere und andere wirbellose Organismen in den Lagunen
Ein besonderer Bestandteil des Schutzgebiets ist der Botanische Garten „Dr. Alfredo Barrera Marín“, der vom Forschungszentrum ECOSUR (El Colegio de la Frontera Sur) betrieben wird. Hier werden zahlreiche Pflanzenarten erforscht und Programme zu Naturschutz, Umweltbildung und wissenschaftlicher Forschung durchgeführt.
Historischer Hintergrund
Das Gebiet des heutigen Schutzgebiets war bereits in vorspanischer Zeit Teil des Lebensraums der Maya. Die Küsten- und Feuchtgebiete wurden unter anderem für Fischerei, Jagd und den lokalen Handel genutzt.
Ein konkreter archäologischer Bezug findet sich im Jardín Botánico Dr. Alfredo Barrera Marín, der innerhalb des Schutzgebiets liegt. Dort befindet sich die kleine archäologische Stätte El Altar, bei der es sich vermutlich um eine Siedlung aus der späten Postklassik handelt.
Im Vergleich zu anderen Regionen der Halbinsel Yucatán sind die archäologischen Überreste jedoch begrenzt und kaum erschlossen.
Tourismus und Aktivitäten
Das Schutzgebiet dient in erster Linie dem Schutz empfindlicher Mangroven- und Feuchtgebiete. Entsprechend ist die touristische Nutzung auf naturverträgliche Aktivitäten ausgerichtet.
Typische Aktivitäten im Schutzgebiet sind:
- Wandern auf ausgewiesenen Wegen und Lehrpfaden
- Naturbeobachtung (insbesondere Vögel, Reptilien und Küstenvegetation)
- geführte Exkursionen mit Fokus auf Ökologie und Naturschutz
Schutzmaßnahmen
Die Verwaltung erfolgt durch die Nationale Kommission für Naturschutzgebite (Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas, kurz CONANP genannt, die für Planung, Überwachung und Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen zuständig ist.
Ziel der Schutzmaßnahmen ist der langfristige Erhalt der Mangroven- und Feuchtgebietsökosysteme sowie ihrer ökologischen Funktionen. Dazu gehören insbesondere:
- Verbot von Abholzung, Entwässerung und Bebauung
- Regulierung des Besucherzugangs
- Schutz gefährdeter und endemischer Arten
- Förderung von Umweltbildung und wissenschaftlicher Forschung
Darüber hinaus gelten grundlegende Verhaltensregeln für Besucher:
- kein Betreten sensibler Bereiche außerhalb ausgewiesener Wege
- keine Störung von Tieren und Pflanzen
- kein Müll im Gebiet hinterlassen
Die Mangroven übernehmen wichtige Funktionen für den Küstenschutz, die Wasserqualität und als Lebensraum zahlreicher Arten. Gleichzeitig stehen sie durch Siedlungsdruck und Infrastrukturentwicklung in der Region unter besonderem Schutzbedarf.
Lage und Informationen zum Besuch
Adresse und Zugang
Der Zugang zum Naturschutzgebiet erfolgt über den Botanischen Garten, der direkt an der Bundesstraße 307 liegt.
Carretera Federal Cancún–Tulum 307
CP 77580 Puerto Morelos, Quintana Roo
Daten zum Naturschutzgebiet
- Einordnung des Naturschutzgebietes: Área de Protección de Flora y Fauna – Manglares de Puerto Morelos
- Bundesstaat: Quintana Roo
- Fläche: 1.103,00 ha
- Gründung: 2024
- Region: Halbinsel von Yucatán und mexikanische Karibik
Zugangszeiten
Montag bis Freitag: 8:00 Uhr – 16:00 Uhr
Eintritt
Der Eintrittspreis gilt für den Botanischen Garten und das Naturschutzgebiet.
Erwachsene international: 220 MXN
Erwachsene national und Ausländer mit Wohnsitz in Mexiko: 150 MXN
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Naturschutzgebiet
CONANP (Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas)
Offizielle Informationen zum Naturschutzgebiet
[Englisch] | [Spanisch] | [Datenblatt in Spanisch]
YouTube
APFF Manglares de Puerto Morelos – CONANP – 0:28 minArtikelempfehlungen
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