Museum über den Krieg der Kasten, Felipe Carrillo Puerto

Das Museum befindet sich im Ort Tihosuco in der Gemeinde Felipe Carrillo Puerto. Es widmet sich einem der bedeutendsten Konflikte der Region: dem Kastenkrieg /Guerra de Castas (1847–1901), einem langen Aufstand der Maya gegen soziale Ungleichheit, Ausbeutung und politische Unterdrückung.

Das Museum versteht sich nicht nur als historischer Erinnerungsort, sondern auch als Raum zur Reflexion über Identität, Widerstand und Kontinuität der Maya-Kultur bis in die Gegenwart.

Geschichte und Gebäude des Museums

Das Museum ist in einer ehemaligen Hacienda aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, die sich im Ort Tihosuco befindet. Hier lebte der indigene Anführer Jacinto Pat, einer der wichtigsten Initiatoren des Aufstands gegen die herrschenden Machtverhältnisse.

Während des Kastenkrieges wurde das Gebäude stark beschädigt und anschließend über viele Jahrzehnte aufgegeben. Erst im späten 20. Jahrhundert ließ die Regierung des Bundesstaates Quintana Roo die Anlage restaurieren. Im März 1993 wurde das Museum eröffnet.

Die Wahl dieses Ortes ist bewusst gewählt. Tihosuco war ein bedeutender Schauplatz der Auseinandersetzungen und gilt als symbolischer Ort des Widerstands der Maya.

Ausstellung und thematische Schwerpunkte

Das Museum zeigt eine Sammlung von Waffen, Gemälden, Dokumenten, Fotografien und Modellen, die sich mit dem Kastenkrieg sowie mit der Gründung von Chan Santa Cruz (heute Felipe Carrillo Puerto) befassen.

Die Dauerausstellung ist in vier thematische Räume gegliedert

  1. Maya vor dem Vizekönigreich
    Hier werden soziale und religiöse Aspekte der Maya-Gesellschaft vor der Kolonialzeit dargestellt. Ergänzt wird die Ausstellung durch historische Fotografien von Kirchen auf der Halbinsel Yucatán sowie durch eine Karte, die die wichtigsten Schauplätze des Krieges (1847–1901) zeigt.

  2. Yucatán im 19. Jahrhundert
    Dieser Bereich präsentiert Reproduktionen von Briefen und Dokumenten der Maya-Anführer, in denen sie gegen Misshandlungen und Ungerechtigkeiten protestieren. Ergänzend veranschaulichen Ölgemälde die sozialen Spannungen jener Zeit.

  3. Ursachen des Kastenkriegs
    Thematisiert werden die extremen sozialen Gegensätze: der Lebensstil wohlhabender Haciendabesitzer steht im Kontrast zur Ausbeutung und Unterdrückung der indigenen Bevölkerung.

  4. Der bewaffnete Konflikt
    Hier wird eine umfangreiche Sammlung von Waffen gezeigt, die sowohl von Maya-Gruppen als auch von spanischen bzw. kreolischen Truppen verwendet wurden.

Wechselausstellung

Zusätzlich verfügt das Museum über einen Raum für Wechselausstellungen, in dem zeitgenössische Werke regionaler Künstler präsentiert werden.

Besuch und praktische Informationen


Adresse

Museo de la Guerra de Castas
Calle 17 /Calle 26, Centro
CP 77121 Felipe Carrillo Puerto, Quintana Roo

Öffnungszeiten

Montag: geschlossen

Dienstag bis Sonntag: 10:00 Uhr – 18:00 Uhr

Eintritt

Erwachsene international: 110 MXN

Erwachsene national und Ausländer mit Wohnsitz in Mexiko: 55 MXN (Sonntags freier Eintritt)

Besuch und Führungen

Individueller Besuch: Ein individueller Rundgang durch das Museum dauert etwa 45 bis 60 Minuten. 

Führungen: Geführte Rundgänge können direkt vor Ort gebucht werden, sofern ein Guide zur Verfügung steht.

Linkhinweise und Quellen

Informationen zum Museum

SIC México (Sistema de Información Cultural)
Kurzüberblick mit Basisdaten und administrativen Angaben
[Spanisch]

Instituto de la Cultura y las Artes de Quintana Roo (ICA)
Offizielle Website zu kulturellen Einrichtungen in Quintana Roo
[Spanisch]

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