Der Ausstellungssaal San Francisco Tepeyanco gehört zum Museumsnetzwerk des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte (INAH). Er befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster von Tepeyanco und zeigt wechselnde Ausstellungen zur Geschichte, Archäologie, Kunst und zum kulturellen Erbe Tlaxcalas.
Geschichte und Gebäude des Museums
Das ehemalige Kloster San Francisco gehört zu den frühen franziskanischen Niederlassungen in Tlaxcala. Die erste Genehmigung zur Gründung eines Klosters in Tepeyanco stammt aus dem Jahr 1543. Mit der Errichtung des Gebäudekomplexes wurde nach historischen Angaben 1554 begonnen, um 1560 waren die wesentlichen Bauarbeiten abgeschlossen.
Tepeyanco lag an einem Verkehrsweg zwischen Tlaxcala und Cholula. Das Kloster diente der Evangelisierung der indigenen Bevölkerung und bot Franziskanern und Reisenden Unterkunft. Von hier aus betreuten die Ordensleute mehrere umliegende Gemeinden.
Zur Anlage gehörten die Kirche, eine offene Kapelle, der Kreuzgang, Schlafräume und Zellen, Küche, Speisesaal und weitere Wirtschaftsbereiche. Hinter dem Kloster befand sich eine Garten- und Anbaufläche. In Tepeyanco wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse gesammelt und eingelagert, mit denen auch andere Ordensniederlassungen in Tlaxcala, Puebla und Mexiko-Stadt versorgt wurden. Deshalb wurde die Anlage als „Getreidespeicher der franziskanischen Gemeinschaft von San Francisco“ bezeichnet.
Im Jahr 1640 gingen die zuvor von den Franziskanern betreuten Pfarreien an den weltlichen Klerus über. Das Kloster verlor damit seine ursprüngliche Funktion und Teile des Gebäudekomplexes wurden aufgegeben. Im 19. Jahrhundert wurde der frühere Klosterhof in einen Friedhof umgewandelt, der bis heute genutzt wird.
Erhalten blieben Teile des Konventbereichs mit ehemaligen Zellen und Schlafräumen, Korridoren, der offenen Kapelle und Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert. Ein Teil der Kunstwerke und religiösen Gegenstände des Klosters gelangte später in die Pfarrkirche von Tepeyanco.
Im ehemaligen Kloster wurden außerdem drei bemalte Holztafeln entdeckt, die vermutlich zu einem nicht mehr erhaltenen Altaraufsatz gehörten. Die Tafeln wurden wissenschaftlich untersucht und restauriert.
Die Erdbeben von 2017 verursachten weitere Schäden am Gebäudekomplex. Im Rahmen des nationalen Wiederaufbauprogramms wurden Risse und Mauerwerk gesichert, beschädigte Oberflächen erneuert und Arbeiten an der Dachkonstruktion der offenen Kapelle ausgeführt. Seit Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Jahr 2024 wird das ehemalige Kloster wieder für Besichtigungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Der Ausstellungssaal wurde im Oktober 2021 eingerichtet. Damit erhielt das historische Gebäude einen vom INAH betreuten Bereich für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen.
Ausstellung und thematische Schwerpunkte
Der Ausstellungssaal besitzt keine dauerhaft gezeigte Sammlung. Hier werden wechselnde Präsentationen zu historischen und kulturgeschichtlichen Themen gezeigt. Die Inhalte können sich mit der Archäologie, Geschichte, Religion, Kunst und den Traditionen Tlaxcalas sowie mit weiteren Regionen Mexikos befassen.
Abhängig vom jeweiligen Thema umfassen die Ausstellungen archäologische Fundstücke, historische Dokumente, Fotografien, Kunstwerke, Reproduktionen, Schautafeln und audiovisuelle Materialien.
Der ehemalige Konvent dient außerdem als Veranstaltungsort.
Besuch und praktische Informationen
Adresse
Sala de Exposiciones de San Francisco Tepeyanco
Cuauhtémoc 15, Centro
CP 90180 Tepeyanco, Tlaxcala
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene international: frei
Erwachsene national und Ausländer mit Wohnsitz in Mexiko: frei
Besuch und Führungen
Individueller Besuch: Für den Ausstellungssaal und einen Rundgang durch die zugänglichen Bereiche des ehemaligen Klosters kann man etwa 45 bis 60 Minuten eingeplanen. Die benötigte Zeit hängt vom Umfang der jeweiligen Wechselausstellung ab.
Führungen: Geführte Rundgänge werden nicht angeboten.
Linkhinweise und Quellen
Informationen zum Museum
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