Doku – 2012: Die Wendezeit – Der Mayakalender und das Ende der Welt – 2010

Aus der Reihe „kreuz und quer“

Vorhersagen haben schon immer die Menschen fasziniert – vor allem negative. 2012 endet der Mayakalender – ein Kalender, der aus den Resten der Jahrtausende alten Zeitaufzeichnungen und Prognosen der Mayakultur besteht. In der Öffentlichkeit geistern dazu wilde Weltuntergangsphantasien herum – angestachelt nicht zuletzt durch Roland Emmerichs Blockbuster 2012. Der Untergang sei nahe, denn am 21.12.2012 endet die Zählung der Zeit – der „Counter“ der Zeit wird einfach abgestellt…
Oder springt dieser Zähler zurück auf 0? Die Forscher sind sich sicher, dass einfach ein neuer Zeitzyklus beginnt. Die esoterische Szene wiederum deutet diesen „Reset“ auf 0 als moralische Wende – als Aufbruch in ein besseres Leben. Aus der esoterischen Ecke kommt der ganze Wirbel um das ominöse Datum 2012, es wird ein großer Sprung in eine neue Bewusstseins-Dimension erwartet.
Globales Ende oder globale Wende? Diese Frage trennt moderne Weltuntergangstheoretiker von Mayaforschern und Esoterikern – bei weitgehender Übereinstimmung, was das fixe Datum betrifft. Dieses wiederum sehen Theologen ganz anders – die beschäftigen sich zwar auch mit dem Untergang und der Apokalypse – doch das Datum des jüngsten Gerichtes können sie nicht so genau festlegen. Dafür hat die Bibel eine recht genaue Vorstellung bei der Unterscheidung zwischen Unter- und Übergang in ein besseres Leben – wird doch hier fein säuberlich nach Gut und Böse getrennt – ein Vorgang der den Mayas übrigens völlig fremd gewesen zu sein scheint.
So wird diskutiert und gestritten, alle eint jedoch die Frage nach dem Ende allen Seins und den Umständen, wie heutige Verhältnisse sich plötzlich ändern.  Der Film geht den unterschiedlichen Fragen und unterschiedlichen menschlichen Interpretationen und Zugängen nach – und der Frage, was die spirituellen Sehnsüchte westlicher Esoteriker heute überhaupt noch mit dem Kalender der Maya zu tun haben. Dabei begleiten wir eine spirituelle Reisgruppe auf dem Weg zu Maya Heiligtümern nach Mexiko und zu sich selbst, besuchen einen selbst ernannten österreichischen Botschafter des Lichts, der Kontakt zu den Erzengeln unterhält, zeigen den Dresdner Codex, einen der vier erhaltenen Maya Codices, erwecken die Darstellungen Hieronymus Boschs Weltaltar in Wien zu neuem Leben und fragen Theologen und Ethnologen, was wir mit dem Untergangsszenario 2012 anfangen können.

Erstausstrahlung: 2010, ORF

Filmlänge: 36 min

Ein Film von Stefanie Maler

Produktionsland: Österreich

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